September 28 2020

Corona Deutschland: Über 1500 Menschen nach Familienfeier in Bielefeld in Quarantäne

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff: Die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus steigt fast überall wieder an – auch in Deutschland. Die Phase der zwischenzeitlichen Stabilisierung scheint inzwischen vorbei.

Topmeldungen zur Corona-Krise in Deutschland und der Welt:

  • Bayern meldet höchste Zahl an Neuinfizierten – Baden-Württemberg mit starkem Anstieg (20.26 Uhr)
  • Ausbruch nach Familienfeier: Über 1500 Menschen in Bielefeld in Quarantäne (15.20 Uhr)
  • Corona-Inzidenz in Hamm reißt Marke von 100 – 2800 Menschen in Quarantäne (14.56 Uhr)
  • 12 infizierte Crew-Mitglieder – Corona-Alarm auf Kreuzfahrtschiff (13.36 Uhr)

TOP-NEWS: Bayern meldet höchste Zahl an Neuinfizierten – Baden-Württemberg mit starkem Anstieg

20.26 Uhr: Die Gesundheitsämter der Bundesländer haben am Montag 1684 neue Fälle gemeldet. Mit insgesamt 360 gab Bayern die höchste Zahl an Neuinfizierten an – allerdings hatte das Bundesland auch zuvor am Sonntag keine aktuellen Zahlen herausgegeben. In NRW ist die Zahl der Neuninfizierten von 492 gemeldeten Fällen am Sonntag auf 325 am Montag gesunken.

Zwei Bundesländer melden deutlich höhere Infektionszahlen als am Tag zuvor. In Baden-Württemberg wurden 307 neue positive Fälle gemeldet – das sind 114 mehr als noch am Tag zuvor. In Berlin ist die Zahl der Neuinfizierten mit 131 im Vergleich zum Sonntag um 48 gestiegen. Die Reproduktionszahl ist im Gegensatz zum Sonntag minimal von 1,17 auf 1,18 gestiegen. Damit liegt sie weiter über der kritischen Marke von 1,0. Sieben Menschen sind in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben – 9435 Todesfälle gibt es in Deutschland insgesamt.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 286.210, 9435 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 49.199 (+307) / 1880 Todesfälle (+0)
  • Bayern: 67.375 (+360) / 2657 Todesfälle (+2)
  • Berlin: 14.326 (+131) / 228 Todesfälle (+0)
  • Brandenburg: 4256 (+7) / 173 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 2385 (+64) / 59 Todesfälle (+0)
  • Hamburg: 7749 (+60) / 239 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 18.644 (+37) / 550 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1169 (+13) / 20 Todesfälle (+0)
  • Niedersachsen: 19.954 (+116) / 683 Todesfälle (+0)
  • Nordrhein-Westfalen: 68.718 (+325) / 1865 Todesfälle (+1)
  • Rheinland-Pfalz: 10.595 (+51) / 253 Todesfälle (+2)
  • Saarland: 3343 (+3) / 177 Todesfälle (+1)
  • Sachsen: 7132 (+91) / 232 Todesfälle (+0)
  • Sachsen-Anhalt: 2620 (+75) / 68 Todesfälle (+1)
  • Schleswig-Holstein: 4724 (+38) / 161 Todesfälle (+0)
  • Thüringen: 4054 (+6) / 190 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 28.09.2020, 20.21 Uhr): 286.210 (9435 Todesfälle)

Vortag (Stand 27.09.2020, 19.32 Uhr): 284.526 (9428 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 252.500

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 24.275 (-23)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand 28.09.): 1,18  (Vortag: 1,17)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 353 (+28)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 191 (+11)

Die Zahl der Intensivbettenbelegung liegt bei 353. Damit sind 28 Personen mehr in intensivmedizinischer Behandlung als noch am Vortag. Aktive Corona-Fälle sind im Moment 24.275 zu verzeichnen – 23 weniger als am Vortag.

Berlins Bürgermeister rechnet mit schärferen Corona-Regeln

19.17 Uhr: In Berlin ist wie anderswo in Deutschland auch die Zahl der Infizierten mit dem Covid-19-Virus deutlich gestiegen – über mögliche Konsequenzen berät am Dienstag (ab 10 Uhr) der Senat. Dabei sind wie schon mehrfach in der Vergangenheit Experten eingeladen, unter anderem der Virologe der Berliner Charité, Prof. Christian Drosten. Die Senatsmitglieder wollen darüber diskutieren, ob strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie nötig sind.

Das gilt zum Beispiel mit Blick auf die Höchstgrenzen für Veranstaltungen in Innenräumen. Ab 1. Oktober erlaubt die jetzige Infektionsschutzverordnung bis zu 1000 statt bis dahin 750 Anwesende. Ob es dabei bleibt, steht nach Angaben einer Senatssprecherin noch nicht fest. Auch über die maximale Teilnehmerzahl bei privaten Feiern will der Senat sprechen.

Außerdem berät der Senat, welche konkreten Konsequenzen ein Umspringen der Corona-Ampel standardmäßig haben sollte, zum Beispiel stärkere Kontaktbeschränkungen. Vor einer Woche zeigte die Ampel vorübergehend zum ersten Mal zweimal Gelb – weil die Grenzwerte für die sogenannte Reproduktionszahl und für die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten wurden. Auch inwieweit stärkere Kontrollen und mehr Bußgelder zum besseren Einhalten der Corona-Regeln beitragen können, ist Thema im Senat.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller stimmte die Bevölkerung auf eine mögliche Verschärfung von Corona-Regeln ein, darunter bei den Kontaktmöglichkeiten. „Ich glaube schon, dass wir etwas neu verabreden werden“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der Senatssitzung und einer anschließenden Schalte der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel an diesem Dienstag.

TOP-NEWS: Corona-Ausbruch nach Familienfeier – Über 1500 Menschen in Bielefeld in Quarantäne

15.20 Uhr: Nach dem Anstieg der Corona-Fallzahlen im nordrhein-westfälischen Bielefeld infolge einer Familienfeier befinden sich dort mittlerweile über 1500 Menschen in Quarantäne. Darunter seien allein 950 Schüler und Lehrer, sagte ein Stadtsprecher am Montag. Betroffen seien zehn Schulen. Zusätzlich befänden sich aktuell noch mindestens 560 weitere Menschen jenseits der betroffenen Schulen in Quarantäne.

Der Anstieg der Fallzahlen sorgte am Montag für großen Andrang an einer städtischen Drive-In-Teststation. Die Stadt bat die Bürger am Mittag darum, die Station am Montag nicht mehr anzufahren. „Das Testzentrum ist überlaufen, und der Verkehr staut sich bereits zurück“, hieß es in einer Mitteilung.

In der 334.000-Einwohner-Stadt gab es am Montag nach Schätzung des Landeszentrums Gesundheit NRW 130 infizierte Personen. Laut RKI haben sich in den vergangenen sieben Tagen 16,8 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert. Ab einem Wert von 35 müssen die Behörden in NRW besondere Gegenmaßnahmen zur Eindämmung einleiten.

TOP-NEWS: 37 neue Corona-Fälle in Hamm – fast 2800 Menschen in Quarantäne

14.56 Uhr: Die Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen kämpft weiter mit der Corona-Welle nach einer Großhochzeit Anfang September. Von Sonntagmittag bis Montagmittag registrierte die westfälische 180 000-Einwohner-Kommune 37 neue Corona-Fälle. Akut infiziert sind derzeit 229 Menschen. In den vergangenen sieben Tagen (Dienstag bis einschließlich Montag) verzeichneten die Behörden insgesamt 170 Neuinfektionen. Daraus errechnete die Stadt am Montagmittag einen Sieben-Tage-Wert von 94,9 pro 100.000 Einwohner. Das Robert Koch-Institut hatte am Morgen auf der Grundlage der Zahlen vom Vortag einen Wert von 112,2 ausgewiesen.

17 Menschen lagen laut Stadt im Krankenhaus, einer davon auf der Intensivstation. Fast 2800 Menschen befanden sich in Quarantäne. Zwölf Schulen sind betroffen, zwei Kitas geschlossen. „Insgesamt stehen rund 170 Corona-Infektionen in Hamm im Zusammenhang mit der Hochzeit“, sagte ein Stadtsprecher. Insgesamt seien mehr als 300 Hochzeitsgäste aus Hamm identifiziert worden. Sie seien in Quarantäne gesetzt und verpflichtend getestet worden. Wie viele Menschen genau bei den Feierlichkeiten – auch in anderen Städten – dabei waren, sei aber nach wie vor nicht bekannt.

Sizilen verschärft Maßnahmen: Schnelltests bei Einreisen und Maskenpflicht im Freien

14.25 Uhr: Immer mehr Regionen in Italien verschärfen ihre Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona-Ansteckungen. So kündigte Sizilien den Start von Schnelltests für alle aus dem Ausland einreisenden Menschen an. Außerdem soll ab Mittwoch (30. September) auf der Mittelmeerinsel im Freien eine Maskenpflicht für alle Personen über sechs Jahre gelten, sobald ein fremder Mensch in der Nähe ist. Diese Maßnahmen kündigte Regionalpräsident Nello Musumeci am Sonntag an. „Wir kommen mit dem Beginn der Grippesaison in eine heikle Phase der Epidemie“, erläuterte er am Abend auf Facebook. Die Maßnahmen gelten zunächst bis 30. Oktober. Außerdem müssen Einreisende aus dem Ausland sich auf einer Internetseite der Region anmelden – oder beim Arzt. Bei der Ankunft soll man etwa an Flughäfen und in Häfen Corona-Schnelltests machen.

TOP-NEWS: 12 infizierte Crew-Mitglieder – Corona-Alarm auf Kreuzfahrtschiff

13.36 Uhr: Auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 6“ der Reederei Tui Cruises sind zwölf Besatzungsmitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Am Montagfrüh haben wir von einem externen Labor positive Testergebnisse von zwölf Crew-Mitgliedern der ‚Mein Schiff 6‘ erhalten“, teilte TUI Cruises in Hamburg mit. Die gesamte Besatzung sei in den letzten 14 Tagen nicht auffällig geworden, keines der zwölf Crew-Mitglieder habe Symptome. Die Betroffenen seien an Bord isoliert worden und würden erneut getestet. Erste Befunde seien negativ.

Griechische Medien berichteten, das Schiff sei am Sonntagabend von der kretischen Hafenstadt Heraklion ausgelaufen. Nach Bekanntwerden der Testergebnisse habe der Kapitän die Reise unterbrochen und vor der kleinen griechischen Insel Milos auf weitere Instruktionen gewartet. Das Schiff soll nun in den Hafen von Piräus fahren. Für die Passagiere bestehe aufgrund der hohen Hygienestandards kein Grund zur Sorge.

TOP-NEWS: Weit über kritischem Wert: Corona-Inzidenz in Hamm reißt Marke von 100

10.59 Uhr: Nach der Großhochzeit im nordrhein-westfälischen Hamm steigt der 7-Tage-Inzidenz-Wert, der die Zahl der Neuinfektionen für die letzten sieben Tage angibt, immer weiter. Nachdem er vor dem Wochenende schon bei 99,9 gelegen hatte, steigt er nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Stand: 28.09., 0:00 Uhr) nun auf 112,2 und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie die kritische Marke von 50.

TOP-NEWS: Plötzlich werden Einmalhandschuhe für Pflegekräfte knapp

06.34 Uhr: Einmalhandschuhe für Pflege- und Rettungskräfte haben sich in der Corona-Krise massiv verteuert und sind mitunter nur noch schwer zu beschaffen. „Einzelne Händler haben uns mitgeteilt, dass die Versorgungslage und Preisentwicklung bei Einmalhandschuhen dramatisch sei“, sagte der Sprecher des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed), Manfred Beeres, der Deutschen Presse-Agentur. Die Bezugskosten stiegen zurzeit „sehr stark an“. Der Verband rechnet demnach mit Preisen, die teilweise 500 Prozent höher liegen – je nach Handschuhtyp – im Vergleich zu Normalpreisen.

Während der ersten Infektionswelle sei die Nachfrage noch gering gewesen, fast flächendeckend habe sie befriedigt werden können. „Dies hat sich durch die enorme Nachfrage des Weltmarktes nun radikal geändert“, teilte der Verband mit. Vor der Krise habe eine Packung Nitril-Handschuhe mit 100 Stück zwischen 6 und 8 Euro gekostet. Mittlerweile seien die Preise 3 bis 4 Euro höher als noch vor vier Wochen, mitunter seien auch Pakete für 18 Euro zu bekommen. Einen Mangel sieht der Verband aktuell aber nicht. „Wenn alle vernünftig bestellen, wird es funktionieren“, sagte Beeres. Spekulationen, die die Preise zusätzlich in die Höhe trieben, müssten gestoppt werden.

„Vor allem China und die USA bestellen derzeit massenhaft Handschuhe in den Ursprungsländern“, sagt der Geschäftsführer der Zentralvereinigung medizin-technischer Fachhändler, Hersteller, Dienstleister und Berater (ZMT), Uwe Behrens. Die Nachfrage liege deutlich höher als die Produktionskapazitäten. Zudem hätten Ausfälle zu einer weiteren Verknappung geführt. Auch der Rohstoff für die Artikel, wie etwa Latex aus Rohkautschuk, sei natürlich begrenzt.

Montag, 28.09.2020, 20:38


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VeröffentlichtSeptember 28, 2020 von admin in Kategorie "Corona-Pandemie", "Covid-19 Aktuell

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