Oktober 1 2020

News zur Pandemie – Corona Deutschland: Polizei sprengt Großhochzeit in Bremen mit 400 Gästen

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff: Die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus steigt fast überall wieder an – auch in Deutschland. Die Bundesregierung hat derweil neue Reisewarnungen herausgegeben.

Topmeldungen zur Corona-Krise in Deutschland und der Welt:

  • RKI: Mehrere NRW-Kommunen liegen über Corona-Schwellenwert (20.07 Uhr)
  • Bericht: Neue Quarantäne-Verordnung von Spahn (17.56 Uhr)
  • Verstöße gegen Corona-Auflagen – Hochzeitsfeier beendet (15.20 Uhr)
  • Landgericht: Versicherung muss Biergarten-Betreiber Millionensumme zahlen (10.11 Uhr)

RKI: Mehrere NRW-Kommunen liegen über Corona-Schwellenwert

20.07 Uhr: Mehrere nordrhein-westfälische Städte und auch ein Kreis liegen laut RKI über dem ersten Corona-Schwellenwert für Einschränkungen von Feiern in Gaststätten und Publikum bei Fußballspielen. Werte oberhalb der Marke von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wies das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag für Köln (36,4), Duisburg (36,9), Gelsenkirchen (40,7) und den Oberbergischen Kreis (35,6) aus.

Andere Städte wie Bielefeld (30,6), Leverkusen (32,3) und Essen (30,5) lagen nach den jüngsten RKI-Daten in der Nähe des Schwellenwertes von 35. Remscheid (59,5) und Hamm (95,5) liegen nach der Übersicht mit Stand Mitternacht weiter über der Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, bei der noch striktere Vorgaben der Corona-Schutzverordnung gelten.

Hamm, Remscheid, Gelsenkirchen, Köln und der Oberbergische Kreis gehörten schon im RKI-Lagebericht vom Mittwoch zu den 15 Gebieten mit den höchsten Werten in Deutschland. Bei den RKI-Zahlen kann es allerdings eine Zeitverzögerung durch den Meldeweg geben. Die Kommunen verfügen über aktuelle Daten als erste, sie können damit möglicherweise schon wieder neuere Werte ausweisen als das RKI.

Laut der am Donnerstag in Kraft getretenen Corona-Schutzverordnung des Landes gibt es Beschränkungen bei regionalen Corona-Ausbrüchen, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht werden: Ab einem Wert von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sind Feiern in Gaststätten nur noch mit bis zu 50 Teilnehmern erlaubt. Bei einer Zahl von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner dürfen nur noch 25 Gäste feiern. Das hatten Bund und Länder am Dienstag vereinbart. In NRW soll es keine generellen Alkoholverbote wegen Corona geben.

Die Entscheidung über die Genehmigung von Zuschauern bei Fußballspielen muss spätestens am Tag vorher fallen. Maßstab ist das Infektionsgeschehen. Ist ein Spiel für Samstag angesetzt, ist die Kennzahl vom Freitag maßgeblich. Ab dem Wert von 35 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen werden Zuschauer verboten.

TOP-NEWS: 2589 Neuinfektionen in Deutschland – NRW vermeldet starken Anstieg

19.58 Uhr: Die Gesundheitsämter der Bundesländer haben am Donnerstag 2589 neue Fälle gemeldet. Am Mittwoch waren es noch 2128 Fälle gewesen. Für den starken Anstieg ist vor allem Nordrhein-Westfalen verantwortlich, das mit 758 Neuinfektionen mehr als 200 Fälle mehr als am Vortag meldete.

Die Reproduktionszahl ist am Donnerstag weiter gesunken und mit 0,90 weiter unter 1. Am Mittwoch hatte sie auch schon unter 1 bei 0,96 gelegen. 16 Menschen sind in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben – jedoch gehen nur 15 mehr in die Statistik ein, weil Bayern einen Todesfall gestrichen hat. Damit werden fünf Fälle weniger als am Tag zuvor in die Zählung integriert. 9476 Todesfälle gibt es in Deutschland insgesamt.

Die Zahl der belegten Intensivbetten liegt bei 358, was einem Anstieg von zwei Betten gleichkommt. 193 Patienten werden derzeit invasiv beatmet, auch das entspricht einem Rückgang von acht Patienten. Aktive Corona-Fälle – also Menschen, die aktuell am Virus erkrankt sind – sind im Moment 25.640 zu verzeichnen – das sind 674 mehr als am Vortag.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 293.016, 9476 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 50.097 (+399) / 1887 Todesfälle (+1)
  • Bayern: 68.534 (+384) / 2661 Todesfälle (-1)
  • Berlin: 15.031 (+244) / 229 Todesfälle (+1)
  • Brandenburg: 4343 (+37) / 173 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 2511 (+40) / 59 Todesfälle (+0)
  • Hamburg: 7983 (+88) / 240 Todesfälle (+1)
  • Hessen: 19.089 (+144) / 551 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1204 (+8) / 20 Todesfälle (+0)
  • Niedersachsen: 20.417 (+188) / 687 Todesfälle (+2)
  • Nordrhein-Westfalen: 70.578 (+758) / 1880 Todesfälle (+8)
  • Rheinland-Pfalz: 10.826 (+109) / 255 Todesfälle (+0)
  • Saarland: 3417 (+17) / 177 Todesfälle (+0)
  • Sachsen: 7.338 (+88) / 236 Todesfälle (+3)
  • Sachsen-Anhalt: 2694 (+27) / 68 Todesfälle (+0)
  • Schleswig-Holstein: 4848 (+27) / 162 Todesfälle (+0)
  • Thüringen: 4106 (+31) / 191 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 01.10.2020, 19.51 Uhr): 293.016 (9476 Todesfälle)

Vortag (Stand 29.09.2020, 19.18 Uhr): 290.427 (9461 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 257.900

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 25.640 (+674)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand 01.10.): 0,90 (Vortag: 0,96)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 358 (+4)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 193 (+0)

Bericht: Neue Quarantäne-Verordnung aus dem Innenministerium

17.56 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will laut einem Medienbericht eine deutliche Verkürzung der Quarantäne für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten auf den Weg bringen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Innenministeriums hervor, wie das Nachrichtenportal „ThePioneer“ berichtet. Es bleibt demnach bei der Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer aus Regionen, die vom Robert Koch-Institut (RKI) als Corona-Risikogebiete eingestuft werden. Diese soll künftig grundsätzlich zehn Tage nach Einreise umfassen – vier Tage weniger als bislang. „Ab dem fünften Tag in Absonderung besteht die Möglichkeit, durch ein negatives Testergebnis die Absonderung zu beenden“, heißt es demnach in dem Entwurf. „Der Test darf frühestens am fünften Tag nach der Einreise durchgeführt werden.“

Betroffene sollen die zuständige Behörde allerdings unverzüglich informieren müssen, sollten sie binnen zehn Tagen nach Einreise für Corona typische Symptome wie Husten, Fieber, Schnupfen oder Geruchs- und Geschmacksverlust haben. Die Musterverordnung des Innenministers soll als Empfehlung für die Länder dienen.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version hatte es geheißen, der Entwurf stamme aus dem Gesundheitsministerium, er stammt aber aus dem Innenministerium. Wir entschuldigen uns für den Fehler und haben den Eintrag entsprechend korrigiert.

Bericht: Neue Quarantäne-Verordnung von Spahn

17.56 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will laut einem Medienbericht eine deutliche Verkürzung der Quarantäne für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten auf den Weg bringen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Gesundheitsministerium hervor, wie das Nachrichtenportal „ThePioneer“ berichtet. Es bleibt demnach bei der Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer aus Regionen, die vom Robert Koch-Institut (RKI) als Corona-Risikogebiete eingestuft werden. Diese soll künftig grundsätzlich zehn Tage nach Einreise umfassen – vier Tage weniger als bislang. „Ab dem fünften Tag in Absonderung besteht die Möglichkeit, durch ein negatives Testergebnis die Absonderung zu beenden“, heißt es demnach in dem Entwurf. „Der Test darf frühestens am fünften Tag nach der Einreise durchgeführt werden.“

Betroffene sollen die zuständige Behörde allerdings unverzüglich informieren müssen, sollten sie binnen zehn Tagen nach Einreise für Corona typische Symptome wie Husten, Fieber, Schnupfen oder Geruchs- und Geschmacksverlust haben. Die Musterverordnung des Gesundheitsministers soll als Empfehlung für die Länder dienen.

Regierung manipuliert Corona-Statistiken“: Türkische Ärztevereinigung übt scharfe Kritik

17.55 Uhr: Sinan Adiyaman von der türkischen Ärztevereinigung stellt die Erfassung von offiziellen Corona-Fällen im gesamten Land an den Pranger. „Die Regierung manipuliert Covid-19-Statistiken“, so Adiyaman. Die Aussage bezieht sich auf eine Pressekonferenz des Gesundheitsministers Fahrettin Koca am Mittwoch – seit dem 29. Juli veröffentliche die Türkei demnach die Zahl der „Corona-Kranken“.

Laut Adiyaman habe Koca damit zugegeben, lediglich Patienten mit Corona-Symptomen in den Fallzahlen zu verzeichnen – eine Bestätigung für die seit Monaten anhaltende Kritik der Ärztevereinigung. Der Oppositionsabgeordnete der CHP, Murat Emir, veröffentlichte via Twitter einen Bericht, wonach es an einem einzigen Tag im September rund 30.000 Neuinfektionen gegeben haben soll.

Gesundheitsminister Koca sehe in dem „sogenannten Dokument“ keinen Beweis – die Frage der Manipulation bleibt dennoch bestehen. Denn: Als Ende Juli die „neue Fallzahl“ in „neue Krankenzahl“ umbenannt wurde, blieben die offiziellen Zahlen nahezu gleich.

Polizei in Glasgow meldet Tod von acht Obdachlosen in Corona-Hotel

16.32 Uhr: In einem wegen der Corona-Krise für Obdachlose geöffneten Hotel in Glasgow sind binnen vier Monaten acht Menschen gestorben. Dies gab am Donnerstag die Polizei in der schottischen Stadt bekannt. Hilfsorganisationen zeigten sich „extrem besorgt“. Sie forderten geeignetere Maßnahmen, um Obdachlose künftig in der Epidemie zu unterstützen.

Die Bemühungen der Behörden zu Beginn der Krise im März, Obdachlose von der Straße zu holen, habe sie zunächst noch begrüßt, sagte Alison Watson von der Initiative Shelter Scotland. „Aber sechs Monate später und mit der Wiedereinführung von Ausgangsbeschränkungen brauchen wir andere Anstrengungen, um diesen Menschen menschenwürdige Unterkünfte und die benötigte Hilfe zu bieten.“ Wenn Menschen monatelang „ohne jede Unterstützung in Hotelzimmern festsitzen“, habe dies zwangsläufig Auswirkungen.

Nach Angaben der schottischen Polizei waren zwischen dem 25. April und dem 28. August vier obdachlose Frauen und vier Männer in einem Hotel im Zentrum von Glasgow gestorben, in der sie von den Behörden untergebracht worden waren. Die genauen Todesursachen werden derzeit untersucht.

TOP-NEWS: Todeszahlen nach oben korrigiert: Niederlande verzeichnen mehr Corona-Tote als bisher angenommen

15.49 Uhr: Wie das niederländische Zentralbüro für Statistik (CBS) vermeldet, musste die Zahl der Todesfälle durch oder in Verbindung mit Covid-19 für das gesamte Land deutlich nach oben korrigiert werden. Statt den bisher 6.457 verzeichneten Todesfällen zwischen März und Juni, beläuft sich die tatsächliche Zahl nun auf insgesamt 10.067 Menschen.

Das Virus konnte bei 7.797 Verstorbenen nachgewiesen werden, bei den übrigen 2.270 Verstorbenen wird Corona als Todesursache lediglich vermutet. Die Korrektur führt daher auch zu einer deutlichen Übersterblichkeit im ersten Halbjahr – 9.000 Todesfälle mehr als noch im ersten Halbjahr 2019 gipfelten in insgesamt 86.000 Verstorbene landesweit.

TOP-NEWS: Verstöße gegen Corona-Auflagen – Hochzeitsfeier beendet

15.20 Uhr: Wegen anhaltender Verstöße gegen die Hygiene- und Abstandsregeln zum Schutz vor Corona-Infektionen ist in Bremen eine Hochzeitsfeier mit rund 400 Gästen vorzeitig abgebrochen worden. Die Polizei war am späten Dienstagabend von einem Anrufer informiert worden und stellte vor Ort fest, dass in dem Lokal die laut Corona-Rechtsverordnung erlaubte Zahl von 250 Menschen deutlich überschritten wurde.

Zudem habe ein Großteil der Feiernden die Abstandsregeln nicht eingehalten und keinen Mund-Nasen-Schutz getragen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Gäste hätten sich trotz mehrfacher Ansprachen uneinsichtig gezeigt, so dass der Veranstalter die Feier schließlich beendet habe. Die Polizei habe die Verstöße dokumentiert und mehrere Anzeigen angefertigt.

Gesundheitsamtsleiter: Corona-Strategie überdenken

14.20 Uhr: Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Prof. René Gottschalk, sieht die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisch. In einem Beitrag für das „Hessische Ärzteblatt“ (10/2020) listen Gottschalk und seine ehemalige Stellvertreterin Ursel Heudorf ihre bisherigen Erfahrungen auf und formulieren Empfehlungen für die Zukunft. Ihrer Ansicht nach „bedarf es dringend einer breiten öffentlichen Diskussion zu den Zielen und Mitteln der Pandemie-Bekämpfung“.

Die Maßnahmen seien „von politisch Verantwortlichen angeordnet, ohne dass die Erfahrungen früherer Pandemien ausreichend berücksichtigt wurden“, schreiben Gottschalk und Heudorf. „Ein Problem hierbei war (und ist), dass überwiegend virologische Fachexpertise zur Beratung genutzt wurde, um die Maßnahmen zu beschließen; Fachärzte für Öffentliches Gesundheitswesen, die für solche Situationen eine lange aufwendige Weiterbildung absolvieren müssen, waren nur selten involviert.“ Das Bundesland Hessen sei eine positive Ausnahme.

Von den drei Strategien im Umgang mit der Pandemie – „Containment“ (Eindämmung), „Protection“ (Schutz für Risikogruppen) und „Mitigation“ (Folgenminderung) – werde ausschließlich „Containment“ betrieben, „was angesichts der Fallzahlen dringend überdacht werden sollte“. Dass die Zahlen vergleichsweise niedrig sind, habe man der schnellen Isolierung von Kranken und der Quarantäne für Kontaktpersonen zu verdanken. „Ob dies bei einer Erkrankung, die zum weitaus größten Teil bei den Patienten leicht oder gar asymptomatisch verläuft, sinnvoll ist, muss bezweifelt werden“.

Die Diskussion der Übertragungsmöglichkeit durch Aerosole sei „von der Realität weit entfernt: Wäre dies ein wichtiger Übertragungsweg, hätten wir eine gänzlich andere epidemiologische Ausbreitung.“ Die Schule sei „kein „Hochrisikoarbeitsplatz““. Das Warten auf den Impfstoff sei „leider in der näheren Zukunft nicht zielführend“: Bis alle geimpft seien, werde es Jahre dauern.

Bundesverdienstorden für Virologe Drosten und Heinsberger Landrat

13.42 Uhr: Zwei Tage vor dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag in Berlin 15 Bürgerinnen und Bürger aus zehn Bundesländern mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Unter ihnen sind der Virologe Christian Drosten, der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) und der Pianist Igor Levit.



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VeröffentlichtOktober 1, 2020 von admin in Kategorie "Corona-Pandemie

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