November 19 2020

Amri-Untersuchungs-Ausschuss: MV-Verfassungschützer sagen aus

Stand: 19.11.2020 10:59 Uhr

Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zum Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz sagen heute auch zwei Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern aus. Der Dienst gab offenbar brisante Hinweise zu möglichen Helfern des Attentäters Anis Amri nicht weiter.

Arbeiter befestigen am 20.12.2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin den Sattelschlepper an einem Abschleppwagen. ©  dpa - Bildfunk Foto: Bernd von Jutrczenka

Die nicht-öffentlichen Aussagen eines V-Mann-Führers und seines Vorgesetzten beim Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern in dem Gremium in Berlin werden dementsprechend mit Spannung erwartet. Denn es geht um heikle Fragen: Hat der Verfassungsschutz im Nordosten wichtige Informationen nicht weitergegeben? Und das zu einem Zeitpunkt, als die Ermittlungen zu dem Attentat bei der Bundesanwaltschaft auf Hochtouren liefen? Zu diesem Ergebnis kommen Recherchen des ARD-Politikmagazins Kontraste in Kooperation mit dem ARD-Hauptstadtstudio und der Wochenzeitung „Die Zeit“. Wurden sogar wichtige Informationen vor dem Anschlag zurückgehalten, mit denen das Attentat möglicherweise hätte verhindert werden können?

Mecklenburg-Vorpommerns Verfassungsschutz gab Informationen nicht an die Bundesbehörden weiter. Mehr auf tagesschau.de.

Amri mit dem Auto aus der Stadt gefahren?

Nach den Recherchen von Kontraste, dem Hauptstadtstudio und der „Zeit“ soll ein V-Mann des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern aus der islamistischen Szene im Februar 2017 – wenige Wochen nach Amris Terroranschlag – den Verfassungsschützern mitgeteilt haben, dass eine arabisch-stämmige Familie aus Berlin-Neukölln dem Attentäter Geld und Hinweise für die mörderische Tat gegeben und ihn nach dem Anschlag mit einem Auto aus der Stadt gefahren habe. Dieser Punkt gilt als äußerst relevant für die Ermittlungsbehörden, weil sie „weiße Flecken“ im bisherigen Ermittlungsstand berührt.

Amri tötete zwölf Menschen und wurde auf der Flucht erschossen

Zudem solle die Familie Amri bei der Beschaffung der Tatwaffe geholfen haben. Dabei soll es eine Verbindung zwischen Amri und einem norddeutschen Waffenhändler gegeben haben, der bereits in anderen Fällen Waffen für Terroristen beschafft haben soll. Amri hatte am 19. Dezember 2016 in Berlin erst einen Lastwagenfahrer erschossen und dann mit dem gekaperten Lastwagen auf dem Weihnachtsmarkt elf weitere Menschen getötet. Nach seiner Flucht über Frankreich wurde er wenig später in Italien von der Polizei erschossen.



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VeröffentlichtNovember 19, 2020 von Thomas in Kategorie "Kriminell", "Rechtsextremismus

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