Dezember 1 2020

2020 kein Ski-Urlaub in Österreich – BaWü zieht Ferien nicht vor

Topmeldungen zur Corona-Pandemie in Deutschland und der Welt

  • Nürnberg verhängt harte Ausgangsbeschränkungen (11.38 Uhr)
  • Baden-Württemberg startet doch erst am 23.12. in die Weihnachtsferien (11.37 Uhr)
  • Biontech und Pfizer beantragen Zulassung für Impfstoff –  „Kann innerhalb von Stunden verteilt werden“ (11.20 Uhr)
  • Corona-Ausbruch in Frauenkloster – 76 Ordensschwestern infiziert (10.56 Uhr)

Österreich schiebt Skiurlaub in diesem Jahr einen Riegel vor

14.23 Uhr: Offenbar will nun auch Österreich Skiurlaub in diesem Jahr einen Riegel vorschieben. Wie die Zeitung „Der Standard“ berichtet, sollen Gastronomie und Hotels bis in den Januar geschlossen bleiben. Aber: Skifahren ist nicht grundsätzlich untersagt, die Seilbahnen sollen öffnen dürfen, da sie als öffentliche Verkehrsmittel gelten. Schulen und Handel sollen in Österreich ab dem 7. Dezember wieder öffnen, berichtet die Zeitung. Offiziell verkündet werden, soll der neue Weg am Mittwoch. Für den Start der Ski-Saison im Januar soll ein Stufenplan erarbeitet werden.  Mehr in Kürze.

Massentests in Hotspot Hildburghausen gestartet

13.03 Uhr: Im thüringischen Corona-Hotspot Hildburghausen haben am Dienstag freiwillige Massentests von Kindergarten- und Schulkindern sowie Erziehern begonnen. Sie sollen nach Angaben des Landratsamtes ermöglichen, dass Schulen und Kindergärten, die wegen des explosionsartigen Anstiegs der Corona-Infektionen am 25. November geschlossen worden waren, wieder öffnen können. Als Erste beteiligten sich Mädchen und Jungen einer Kita in der Stadt Hildburghausen sowie Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) an den Schnelltests.

Damit haben erstmals Kindergarten- und Schulkinder sowie ihre Erzieher einer gesamten Region die Möglichkeit, sich auf das Coronavirus untersuchen zu lassen. Der Südthüringer Kreis Hildburghausen an der Landesgrenze zu Bayern war tagelang die Region in Deutschland mit der höchsten Inzidenz mit bis zu 630 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen. Am Dienstag ging der Wert weiter zurück und lag bei 519.

Nach einer in der Nacht zu Dienstag veröffentlichten neuen Verordnung des Kreises laufen die Tests bis zum 4. Dezember. Kindergärten und Schulen, an denen es Schnelltests gab, können Kinder und Jugendliche mit negativem Ergebnis am Folgetag wieder betreuen. Unabhängig davon sollen alle Schulen des Kreises am 14. Dezember wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen, heißt es in der Verordnung.

EU-Behörde will bis 29.12. über Impfstoff-Zulassung entscheiden

12.47 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer entscheiden. Bis spätestens 29. Dezember soll ein Ergebnis der Prüfung vorliegen, teilte die Agentur am Dienstag in Amsterdam mit.

Zum Antrag des US-Konzerns Moderna auf Zulassung seines Impfstoffs werde eine Entscheidung bis zum 12. Januar erwartet. Die drei Unternehmen hatten ihre Anträge auf Zulassung für die EU am Montag eingereicht. Sollte die Ema grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Verwendung der Impfstoffe für alle Mitgliedsländer genehmigen. Die Kommission folgt in der Regel der Ema-Empfehlung.

Nürnberg verhängt harte Ausgangsbeschränkungen

11.38 Uhr: Die Stadt Nürnberg verhängt strikte Ausgangsbeschränkungen. Wie die „SZ“ berichtet, verkündete Oberbürgermeister Marcus König am Dienstagvormittag, dass Bürger das Haus nur noch verlassen dürfen, wenn sie einen triftigen Grund dafür haben. Die 7-Tages-Inzidenz liegt in Nürnberg derzeit bei 307,31.

Baden-Württemberg startet doch erst am 23.12. in die Weihnachtsferien

11.37 Uhr: Die Weihnachtsferien in Baden-Württemberg starten trotz der Corona-Pandemie nun doch wie ursprünglich vorgesehen erst am 23. Dezember. Das teilte das Staatsministerium am Dienstag mit. Die Präsenzpflicht sei für den Unterricht am 21. und 22. Dezember allerdings ausgesetzt. Schüler ab Klasse 8 sollen im Fernunterricht unterrichtet werden.

Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff –  „Kann innerhalb von Stunden verteilt werden“

11.20 Uhr: Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

Können Impfstoff innerhalb von Stunden ausliefern

Biontech könnte ihren Corona-Impfstoff nach einer Zulassung durch die Behörden nach eigenen Angaben „innerhalb von wenigen Stunden“ ausliefern. Das sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). „Wir haben auf Halde produziert und alles, was da ist, kann innerhalb von wenigen Stunden dann wirklich verteilt werden.“ Man sei gut auf diese Verteilung vorbereitet. Der Impfstoff werde in Boxen geliefert und könne in diesen mit Trockeneis bis zu 30 Tage im jeweiligen Impfzentrum gekühlt werden oder bis zu fünf Tage in einem handelsüblichen Kühlschrank. Gefrierschränke würden erst wichtig, wenn es um eine längere Lagerung gehe.

Die Auswertung der Daten habe gezeigt, dass der Biontech-Impfstoff gut verträglich und gleichzeitig hochwirksam sei, sagte Poetting. „Diese Ergebnisse zeigen erstmal, dass wir überzeugt sind, dass dieser Impfstoffkandidat wirklich einen Schutz bieten kann vor Corvid-19.“ Bei der Corona-Impfstoffentwicklung geht es momentan Schlag auf Schlag. Am Montag hatten sowohl Biontech/Pfizer als auch der US-Konzern Moderna nach eigenen Angaben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) einen Antrag auf Zulassung für ihre Impfstoffe gestellt.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel auf Sechs-Wochen-Hoch

11.15 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf den höchsten Stand seit Mitte Oktober geklettert. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Dienstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 1227 neue Fälle registriert. Mehr Infektionen an einem Tag waren zuletzt am 19. Oktober mit 1517 vermeldet worden. Von den mehr als 56 000 gemachten Tests fielen 2,2 Prozent positiv aus, die Quote der positiven Tests war zuletzt etwas gestiegen.

In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land hatten die Infektionszahlen nach einem vergleichsweise milden Pandemie-Beginn im Sommer massiv zugenommen. Als Grund gelten unter anderem verfrühte Lockerungen. Mitte September verhängte die Regierung einen zweiten landesweiten Lockdown, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Zahlen sanken von mehr als 9000 Neuinfektionen pro Tag auf mehrere hundert. Mitte Oktober begann die Regierung damit, schrittweise Lockerungen umzusetzen. Zuletzt gab es aber Spekulationen über einen erneuten Teil-Lockdown während des jüdischen Lichterfestes Chanukka Mitte Dezember. 

Corona-Ausbruch in Frauenkloster – 76 Ordensschwestern infiziert

10.40 Uhr: In einem Frauenkloster in Niedersachsen sind 76 Ordensschwestern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei 85 Ordesschwestern seien die Tests negativ ausgefallen, sagte die Generaloberin des Thuiner Franziskanerinnen-Ordens, Schwester Maria Cordis Reiker, am Dienstag. Der Verlauf sei bislang mild: „Es ist noch niemand im Krankenhaus, dafür sind wir dankbar.“

Vom Thuiner Franziskanerinnen-Orden werden auch Schulen, ein Jungen-Internat und eine berufsbildende Schule betrieben. „Wir haben noch keinen Überblick, wie es mit den Schulen weitergeht, das ist alles noch im Fluss“, sagte die Schwester. Ende vergangener Woche hatte das Gesundheitsamt für das gesamte Klostergelände Quarantäne angeordnet, nachdem mehrere Schwestern positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

CDU-Mittelstandspolitiker attackiert Länder wegen Corona-Hilfen

08.30 Uhr: Die Unruhe in der Union wegen der Lastenverteilung bei den Corona-Hilfen zwischen Bund und Ländern hält an. Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten (CDU), übte am Dienstag scharfe Kritik an der Haltung der Bundesländer, wonach der Bund die Kosten für die Überbrückungshilfen weiterhin zum großen Teil finanziell übernehmen solle. „Dieses offensichtliche Selbstverständnis der Ministerpräsidenten, was die Zahlungspflicht des Bundes angeht, sollte schnell aufhören“, sagte von Stetten in Berlin.

Der Abgeordnete kritisierte auch die Art der Entscheidungsfindung in den Spitzenrunden aus Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin. „Ich habe zum einen die Ministerpräsidentenrunde mit der Bundeskanzlerin nirgendwo im Grundgesetz als Beschlussorgan gefunden und zum anderen schon gar nicht, dass dann der Bund auch noch weitgehend allein für dort gefasste Beschlüsse zahlt“, sagte er.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hatte in den vergangenen Tagen mehrfach darauf hingewiesen, dass die finanzielle Belastungsfähigkeit des Bundes begrenzt sei. Er verlangt von den Ländern, sich bei einer Fortsetzung des Teil-Lockdowns an den Kosten für die Ausgleichszahlungen an die Wirtschaft zu beteiligen. Dafür erntete er zum Teil verärgerten Widerspruch von Ministerpräsidenten auch der Union.

Krankenhausgesellschaft: Lage bei gleichbleibenden Corona-Zahlen „beherrschbar“

08.22 Uhr:  Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hält die Lage in den Krankenhäusern derzeit für beherrschbar – wenn die Corona-Zahlen nicht weiter steigen. „Die Zahl der Patienten steigt zwar noch, aber nicht mehr so stark wie noch vor zwei Wochen. Wenn das so bleibt, wäre die Entwicklung für die Kliniken beherrschbar“, sagte Gaß der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstagsausgabe). Für die Krankenhäuser sei es daher „elementar wichtig, dass die Neuinfektionen nicht weiter ansteigen“.

„Wir haben aktuell bundesweit knapp 40 Prozent mehr Patienten in den Intensivstationen, als wir das in der Spitze im Frühjahr hatten“, berichtete Gaß. „Die zweite Pandemie-Welle trifft die Kliniken schon härter.“ Insgesamt sei die Belastung der deutschen Krankenhäuser sehr hoch.

Zwar nehme die Zahl der täglichen Aufnahmen auf den Intensivstationen aktuell sogar ab, berichtete Gaß. Es gebe zugleich aber mehr Patienten auf normalen Stationen. „Das liegt daran, dass es durch Fortschritte in den Therapien gelingt, eine Reihe von Corona-Patienten davor zu bewahren, dass sie auf die Intensivstation kommen und beatmet werden müssen“, erklärte der DKG-Präsident.

Spahns Ziel: Erste Gruppen im Januar geimpft

1. Dezember 2020, 08.19 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt in der Corona-Pandemie darauf, dass im Januar die ersten Impfungen absolviert sind. „Unser Ziel ist es, dass bereits im Januar die ersten Risikogruppen und Pflegebeschäftigen geimpft sind“, sagte Spahn am Dienstag im Deutschlandfunk.

Er hielt damit daran fest, dass auch Alte und Vorerkrankte zu den zuerst zu Impfenden zählen. So hatten es auch der Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Ständige Impfkommission empfohlen. Kanzlerin Angela Merkel hatte jedoch in ihrer Regierungserklärung am Donnerstag gesagt: „Wir haben verabredet, dass diese Impfstoffe dann den Menschen angeboten werden, die im medizinischen, pflegerischen Bereich arbeiten, und sie als Erste Zugriff darauf haben.“ Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte sich deshalb irritiert gezeigt und davor gewarnt, dass der Impfstoff doch nicht zunächst für Pflegebedürftige und Kranke bereitgestellt werden könnte.

Spahn sagte, mit den Ländern sei vereinbart, dass die Impfzentren ab Mitte Dezember einsatzbereit seien. Während man zu Beginn – auch aufgrund logistischer Anforderungen der Impfstoffe – nur in Impfzentren und mobilen Teams impfen könne, solle dies ab Frühsommer auch in Arztpraxen möglich sein. „Wenn es einmal da drin ist im normalen System, schaffen wir auch große Zahlen“, sagte Spahn.



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VeröffentlichtDezember 1, 2020 von Thomas in Kategorie "Corona-Pandemie

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