Januar 9 2021

Coronavirus: 26.381 neue Fälle in Deutschland – Söder fordert erneute Lockdown-Verlängerung

18:24:11

Top-News zur Coronavirus-Pandemie am 9. Januar 2021

  • Schwesig: Mecklenburg-Vorpommern will Touristen teils aussperren (16.02 Uhr)
  • Söder: „Müssen den Lockdown verlängern und vertiefen“ (14.52 Uhr)
  • Auch Kretschmer gesteht Fehler ein (07.26 Uhr)

Mehr als 80 000 Corona-Tote in Großbritannien

18.23 Uhr: In Großbritannien sind inzwischen mehr als 80.000 Menschen gestorben, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Das teilte die Regierung in London am Samstag mit. Seit dem Vortag wurden 1035 neue Todesfälle gemeldet. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber noch höher sein. Laut Totenschein starben in dem Land bislang bereits rund 95.000 Menschen mit oder an der Krankheit Covid-19.

Weißes Haus warnt vor neuer US-Variante des Coronavirus – Behörden geben Entwarnung

16.58 Uhr: Nachdem die Corona-Taskforce des Weißen Hauses vor einer neuen US-Variante des Virus gewarnt hatten, dementierten die US.Gesundheitsbehörden die Existenz einer solchen Mutation. Die Fehleinschätzung soll während eines Gespräches mit Gouverneuren aufgekommen sein, berichtete der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Teilnehmerkreise.

Während des Gesprächs habe man darüber diskutiert, ob der drastische Anstieg der Infektionszahlen in den USA mit einer potenziellen Mutation des Virus, ähnlich wie in Großbritannien, erklärt werden könne. Es sei allerdings auch deutlich darauf hingewiesen worden, dass bisher eine solche US-Variante nicht nachgewiesen werden konnte.

Obwohl demnach nicht klar war, ob die US-Mutation des Coronavirus überhaupt existiert, wurde vor ihr gewarnt. In Berichten des Weißen Hauses vom 3.Januar, die an die Bundesstaaten verschickt wurden und der CNN vorliegen, heißt es unter anderem: „Der Anstieg im Herbst/Winter ist fast doppelt so hoch wie während der Frühlings- und Sommerhochzeiten. Diese Steigerung weist darauf hin, dass sich eine US-Variante sich hier entwickelt haben könnte, zusätzlich zu der UK-Variante, die sich bereits verbreitet und als 50 Prozent ansteckender gilt“. Man müsse nun aggressiver gegen „ein weitaus aggressiveres“ Virus vorgehen.

Frankreich plant strengere Corona-Ausgangssperren – auch deutsche Grenzregionen betroffen

16.50 Uhr: Die französische Regierung will wegen der Ausbreitung der Corona-Pandemie die Ausgangssperren in weiteren Landesteilen verschärfen. Die besonders strengen Ausgangssperren ab 18.00 Uhr, die bereits in stark von der Pandemie betroffenen Regionen gelten, sollen auf acht zusätzliche Départements ausgeweitet werden, sagte Frankreichs Regierungschef Jean Castex am Samstag in der südwestfranzösischen Stadt Tarbes. Angesichts zunehmender Kritik an den scharfen Maßnahmen verteidigte Castex diese als „schwierig, aber notwendig“.

Bislang erklärten unter anderem die Präfekturen der an Deutschland grenzenden Regionen Bas-Rhin und Haut-Rhin sowie Allier, Cher und Côte d’Or, dass die strengeren Maßnahmen bei ihnen ab Sonntag gelten sollen.

Seit einer Woche gilt bereits in 15 Départements eine Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. In allen anderen Landesteilen müssen die Menschen ab 20.00 Uhr zu Hause bleiben. Frankreich ist eines der europaweit am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Länder.

Schwesig: Mecklenburg-Vorpommern will Touristen teils aussperren

16.02 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will ab Sonntag gegen den Tourismus vorgehen: In Gebieten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz ab 200 soll jeglicher Tourismus untersagt werden. Auch Inhaber von Ferienimmobilien sollen nicht mehr ihre Häuser und Wohnungen besuchen können.

Man könne der Bevölkerung nicht erklären, warum für sie selbst ein Bewegungsradius von 15 Kilometern gilt, Touristen aus anderen Bundesländern aber problemlos anreisen können, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag der „Bild“-Zeitung. Aktuell liegt aber nur ein Kreis über dem Inzidenzwert von 200: Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, der flächenmäßig größte Landkreis Deutschland, mit einem Wert von 243,3.

Söder: „Müssen den Lockdown verlängern und vertiefen“

14.52 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht von einer Verlängerung des derzeit bis 31. Januar befristeten Corona-Lockdowns aus. „Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern und an einige Stellen auch noch vertiefen“, sagte Söder am Samstag beim digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU. Bund und Länder hatten sich erst am vergangenen Dienstag darauf geeinigt, den Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar zu verlängern.

Söder sagte, zu viele Menschen suchten noch Schlupflöcher bei den vereinbarten Corona-Beschränkungen oder diskutierten Einzelmaßnahmen. Viele stellten sich auch als Opfer der Pandemie dar. Die wahren Opfer seien aber die fast 40.000 Toten in Zusammenhang mit dem Virus. „Es ist jedes Mal ein kleiner Stich ins Herz.“ Um jedes Leben werde gekämpft, versprach Söder. „Jeder Tag ist eine neue Bewährungsprobe.“

Er habe Verständnis für den Ärger vieler Menschen über die Maßnahmen, vor allem aus der Wirtschaft, sagte Söder. Die versprochenen Wirtschaftshilfen müssten auch endlich kommen. „Es dauert schon sehr lange, und manches wirkt sehr bürokratisch.“ Erst ab kommender Woche sollten endgültig die Auszahlungen der Novemberhilfen kommen. „Aber wird sind im Januar.“

83 Infizierte, 23 Tote: Kripo ermittelt gegen Weimarer Pflegeheim

14.49 Uhr: Nachdem es in einem Pflegeheim in Thüringen zu einem Corona-Ausbruch kam, bei dem sich 83 der insgesamt 94 Bewohner mit dem Virus infizierten und 23 von ihnen starben, ermittelt nun die Kriminalpolizei. Der Vorwurf: Die Hygienemaßnahmen sollen missachtet worden sein, so berichtet die „Bild“-Zeitung.

Die Stadt Weimar erstattete Strafanzeige gegen das betroffene Heim, nachdem ein Arzt einen Hinweis gegeben haben soll. Wie am Freitag mitgeteilt wurde, habe es „trotz der geltenden Hygieneregeln und der mehrfachen Unterstützung durch die Stadt zur Abwendung eines Pflegenotstandes“ Verstöße gegen die Corona- und Hygiene-Maßnahmen gegeben, die zu dem Ausbruch geführt haben sollen.

„Ich kann eine solch‘ hohe Sterberate in einem einzelnen Pflegeheim nicht kommentarlos zur Kenntnis nehmen“, erklärte zudem Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine gegenüber der Zeitung. Die vielen Todeszahlen in dem Pflegeheim würden Fragen aufwerfen, die nun durch die Ermittlungen beantwortet werden sollen, so Kleine weiter.

Verschärfte Lage im Elsass – Ausgangssperre ab 18 Uhr

13.33 Uhr: Im Elsass gilt ab Sonntag wegen des Coronavirus eine verschärfte abendliche Ausgangssperre. In den an Deutschland grenzenden französischen Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin wird das sogenannte couvre-feu auf 18 Uhr vorgezogen. Die Corona-Lage in dem Département Bas-Rhin mit der Elsass-Metropole Straßburg gebe Anlass zu großer Sorge, teilte die zuständige Präfektur am Samstag mit. Daher werde die Ausgangssperre von 20 auf 18 Uhr vorverlegt. Ähnlich äußerte sich das Département Haut-Rhin.

Die Menschen dürfen zu dieser Zeit weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen. Spaziergänge, Einkäufe oder Sport an der frischen Luft sind aber untersagt. Bereits seit Anfang Januar gilt diese Regelung auch in dem an Deutschland grenzenden Département Moselle.

Die Ausgangssperre ab 18 Uhr gilt in besonders schwer von der Pandemie getroffen Regionen vor allem im Osten und Süden Frankreichs. Im restlichen Teil des Landes, darunter auch Paris, gilt eine abendliche Ausgangssperre ab 20 Uhr.

Touristen stürmen bayerischen Schwansee – Polizei setzt Schlittschufahrer ein

12.46 Uhr: Den großen Ansturm haben Bayerns beliebte Ausflugsziele am Samstagvormittag noch nicht verzeichnet. Doch trotz der Appelle, zu Hause zu bleiben, waren schon viele Ausflügler unterwegs. Insbesondere am Schwansee (Landkreis Ostallgäu) war der Besucherandrang bereits am Morgen stark. „Der Schwansee ist und bleibt Problemkind“, sagte am Sonntag ein Polizeisprecher. Besucherparkplätze seien bereits früh überfüllt gewesen. In den vergangenen Tagen waren dort bis zu 600 Personen auf dem Eis gewesen. Um an die geltenden Anti-Corona-Maßnahmen zu erinnern und Verstöße zu ahnden, habe man Polizisten in Schlittschuhen auf das Eis geschickt.

Andernorts in Bayern blieb es zunächst ruhig. Im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald verzeichnete die Polizei am Vormittag noch kein verstärktes Besucheraufkommen. Man gehe aber davon aus, dass die Zahl an Ausflüglern spätestens gegen 13 Uhr ansteige.

Ab kommender Woche: Negativer Corona-Test vor Einreise nach England verlangt

12.26 Uhr: Für Einreisen nach England ist von kommender Woche an ein negativer Corona-Test vorgeschrieben. Alle Reisenden, die mit dem Flug, Zug oder Schiff eintreffen, müssen einen entsprechenden Nachweis vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps in der Nacht zum Freitag mitteilte. Mit der Maßnahme soll die Verbreitung neuer Corona-Varianten unterbunden werden.

Wer keinen Test nachweisen kann, muss auf der Stelle 500 Pfund (gut 550 Euro) Strafe zahlen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Lastwagenfahrer, Kinder unter elf Jahren und Einreisen aus Irland. Die Ankündigung betrifft nur England, aber ähnliche Maßnahmen für die anderen Landesteile Wales, Schottland und Nordirland sollen folgen.

„Wir haben bereits bedeutende Maßnahmen getroffen, um importierte Fälle von Covid-19 zu verhindern, aber angesichts der internationalen Verbreitung neuer Virusstämme müssen wir weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen“, sagte Shapps. Tests vor der Abreise seien eine weitere Abwehrmaßnahme, zusätzlich zur verpflichtenden Selbstisolation nach der Einreise aus einem anderen Land.

Der Chef des größten Londoner Flughafens Heathrow bezeichnete die Maßnahme im BBC-Interview als „echte Herausforderung“ für Reisende. Die Testkapazitäten seien von Land zu Land sehr unterschiedlich, sagte John Holland-Kaye und rief die britische Regierung dazu auf, sich für gemeinsame internationale Standards beim Testen einzusetzen.

Coronavirus: Erste Langzeitstudie – Symptome auch nach Monaten

11.56 Uhr: Ein Großteil der Corona-Kranken leidet laut einer Studie noch ein halbes Jahr später unter mindestens einem Symptom der Virusinfektion. 76 Prozent der Corona-Patienten, die zwischen Januar und Mai in der chinesischen Stadt Wuhan im Krankenhaus behandelt wurden, hätten die Symptome der Krankheit auch sechs Monate nach ihrer Entlassung nicht vollständig überwunden, heißt es in einer am Samstag in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Untersuchung.

Es handelt sich um eine der ersten Langzeitstudien über die Folgen einer Corona-Erkrankung. Insgesamt 1655 ehemalige Patienten wurden dafür Monate nach ihrer Behandlung im Krankenhaus erneut untersucht. 1265 von ihnen klagten demnach weiter über mindestens ein Corona-Symptom. Am häufigsten nannten sie demnach Müdigkeit und Muskelschwäche. Viele klagten zudem über Schlafstörungen.

Stadt in China stellt Metro ein – wegen Coronavirus

11.57 Uhr: Im Kampf gegen den größten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten hat China die Maßnahmen in der Provinz Hebei noch einmal verschärft. Am Samstag wurden in der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang alle Linien der Metro auf unbestimmte Zeit eingestellt, wie staatliche Medien berichteten. Später wurde auch der Busverkehr gestoppt. Hebei liegt direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking.

Am Freitag waren Shijiazhuang wie auch die 125 Kilometer entfernte Sieben-Millionen-Metropole Xingtai bereits abgeriegelt worden. Die Bewohner dürfen die beiden Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen. Auch wurden Wohngebiete abgesperrt. Darüber hinaus wurde der Straßenfernverkehr zu den beiden Städten eingestellt.

RKI meldet fast 25.000 Neuinfektionen und erneut über 1000 Tote

07.37 Uhr: In Deutschland sind binnen eines Tages fast 24.700 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 24.694 weitere Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen seit Pandemie-Beginn in Deutschland stieg damit auf 1.891.581.

Nach Angaben des RKI wurden zudem 1083 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland wuchs damit auf 39.878.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen bezifferte das RKI auf rund 1.511.800. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Samstag 153,9. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Anmerkung der Redaktion: Die Zahlen, die das RKI am Morgen meldet, weichen leicht von denen ab, die FOCUS Online jeweils am Vorabend vermeldet. Das liegt am unterschiedlichen Zeitpunkt der Datenerhebung und der Meldeverzögerung.

Auch Kretschmer gesteht Fehler in der Corona-Politik ein

Samstag, 07.26 Uhr: Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat erneut Fehler in der Corona-Politik eingeräumt. Im Herbst sei die Landespolitik aufgrund der allgemeinen Stimmung zu zögerlich gewesen, mit harten Maßnahmen auf die Pandemie zu reagieren, sagte er im Interview der Chemnitzer „Freien Presse“ (Samstag). In der Rückschau wäre es besser gewesen, das Land deutlich früher herunterzufahren, „auch wenn das bestimmt viel Unverständnis in der Bevölkerung ergeben hätte“.

Erst durch den Besuch mehrerer Klinken in Sachsen am 11. Dezember sei ihm die Dramatik bewusst geworden, sagte Kretschmer: „Mir war nicht klar, dass das Personal in Aue schon seit sechs Wochen vor meinem Besuch am Limit arbeitete (…) Ich hätte mir gewünscht, dass ich früher gewarnt worden wäre.“



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VeröffentlichtJanuar 9, 2021 von Thomas in Kategorie "Corona-Pandemie", "Lockdown & Lockerungen

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