Januar 10 2021

Weitere Corona-Mutation in Japan entdeckt: Bei Passagieren aus Brasilien nachgewiesen

Top-News zur Coronavirus-Pandemie am 10. Januar 2021

  • Massenansturm auf Nymphenburger Kanal in München – Menschen brechen ein (16.16 Uhr)
  • Nächste Corona-Mutation in Japan aufgetaucht – sie soll der britischen und südafrikanischen Variation ähneln (15.46 Uhr)
  • Söder warnt vor „Corona-RAF“ (08.12 Uhr)

Länder melden 15.811 Neuinfektionen, 425 Tote

21.08 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer 15.811 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Somit stieg die Zahl der positiv getesteten Menschen seit Pandemiebeginn auf 1.922.416. Nach Recherchen von FOCUS Online meldeten die Behörden außerdem 425 Tote – ein hoher Wert für einen Sonntag, an dem viele Fälle gar nicht erfasst werden. Insgesamt sind nun 40.885 Menschen in Deutschland an oder mit dem Virus gestorben.

Was außerdem Anlass zur Sorge gibt: Der R-Wert stieg am Sonntag abermals auf 1,52 (Vortag: 1,46). In den letzten Tagen war der R-Wert sprunghaft angestiegen, am Donnerstag hatte der Wert noch bei 0,77 gelegen. Die Zahl der belegten Intensivbetten geht derzeit allerdings leicht zurück: Momentan sind 5320 Betten auf den Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 1.922.416, 40.885 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 261.474 (+1488), 5574 Todesfälle (+45)
  • Bayern: 354.903 (+3060), 7883 Todesfälle (+164)
  • Berlin: 106.197 (+340), 1565 Todesfälle (+5)
  • Brandenburg: 54.894 (+669), 1490 Todesfälle (+18)
  • Bremen: 14.372 (+54), 223 Todesfälle (+1)
  • Hamburg: 40.693 (+211), 817 Todesfälle (+25)
  • Hessen: 150.229 (+1366), 3483 Todesfälle (+22)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 14.773 (+90), 242 Todesfälle (+3)
  • Niedersachsen: 120.453 (+1748), 2339 Todesfälle (+15)
  • Nordrhein-Westfalen: 427.701 (+3219), 7942 Todesfälle (+76)
  • Rheinland-Pfalz: 80.415 (+610), 1780 Todesfälle (+18)
  • Saarland: 22.347 (+65), 569 Todesfälle (+4)
  • Sachsen: 156.401 (+1107), 4212 Todesfälle (+66)
  • Sachsen-Anhalt: 37.686 (+670), 890 Todesfälle (+20)
  • Schleswig-Holstein: 28.611 (+144), 554 Todesfälle (+9)
  • Thüringen: 51.267 (+970), 1322 Todesfälle (+24)

Gesamt (Stand 10.01.2021, 20.55 Uhr): 1.922.416 (+15.811), 40.885 Todesfälle (+425)

Vortag (Stand 09.01.2021, 21.00 Uhr): 1.906.605 (+22.260), 40.460 Todesfälle (+917)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 1.525.300 (+13.400)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei 356.231 (+1886)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,52 (Vortag: 1,46)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 5320 (-94)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 3049 (-17)

„Operation Moonshot“: England setzt auf massenhafte Corona-Schnelltests

19.29 Uhr: In England sollen schon bald flächendeckend Menschen ohne Symptome im Schnellverfahren auf das Coronavirus getestet werden. Zwei Millionen Antigen-Tests seien dafür bei einem britischen Hersteller bestellt worden, teilte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag mit. Millionen weitere Tests könnten in den kommenden Monaten hinzukommen. Anfangs hatte die Regierung das Projekt als „Operation Moonshot“ (Mondflug) bezeichnet.

Die Tests seien ab kommenden Freitag verfügbar, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Innerhalb von 30 Minuten zeigen sie ein Ergebnis an. Damit will die Regierung asymptomatische Fälle aufspüren und so Übertragungsketten durchbrechen. Getestet werden sollen zunächst vor allem Menschen, die nicht von zuhause aus arbeiten können.

Kritiker sind jedoch nicht überzeugt, dass die Maßnahme wirklich hilft. Bei den sogenannten Lateral Flow Tests würden bis zu 60 Prozent der positiven Fälle nicht erkannt, sagte ein Experte von der Liverpool School of Tropical Medicine der „Financial Times“. Das habe die vorläufige Auswertung eines Pilotversuchs in Liverpool gezeigt.

Niederlande verlängert harten Lockdown bis zum 8. Februar

18.57 Uhr: Der Lockdown in den Niederlanden wird verlängert. Mindestens bis zum 8. Februar sollen die Regeln in der Corona-Krise weiterhin gelten. Das meldet die Zeitung „De Volkskrant“ mit Hinweis auf Kabinettskreise. Lediglich die Frage, wie man bei den Grundschulen verfährt, ist demnach noch offen. Die Finanzhilfen für Betroffene sollen ausgeweitet werden.

Bayern: Strenge Corona-Kontrollen von Reiserückkehrern zum Ferienende

18.16 Uhr: Die Bayerische Grenzpolizei und die Bundespolizei haben seit dem 27. Dezember mehr als 48.000 Reiserückkehrer kontrolliert. Knapp 7000 hätten keinen gültigen Corona-Testnachweis vorweisen können, obwohl sie der Testpflicht unterlagen, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Sonntag am Flughafen Nürnberg. Herrmann machte dort auf die verstärkten Corona-Kontrollen vor allem zum Ende der Weihnachtsferien aufmerksam, etwa durch Schleierfahndung in Grenznähe, insbesondere aber auch bei Fluggästen, die sich an den Airports in Nürnberg, Memmingen und München auf Corona testen lassen können.

„Der Kontrollschwerpunkt ist unbedingt notwendig, um den Import von Corona-Infektionen bestmöglich zu verhindern. Gerade die Berichte über noch ansteckendere Virusmutationen sind höchst besorgniserregend“, sagte der Minister.

Nach derzeitiger Regelung reiche es zwar aus, innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise aus einem Risikogebiet einen negativen Coronatest vorzuweisen. Trotzdem rate er dazu, sich bereits vor der Ankunft in Deutschland testen zu lassen. „Damit schützen Sie gerade auch ihr Umfeld vor dem hochgefährlichen Virus“, riet Herrmann. Zudem müsse die Digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt werden. „Für Unbelehrbare drohen empfindliche Bußgelder.“

Großfamilie trifft sich trotz Corona – 32 Anzeigen

17.05 Uhr: Die Corona-Regeln haben 32 Erwachsene missachtet und sich in einem Haus in Nußloch (Rhein-Neckar-Kreis) getroffen. Die Mitglieder mehrerer Hausstände einer Großfamilie würden wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung angezeigt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zeugen hatten die Beamten am Vortag auf das private Treffen aufmerksam gemacht. Die Polizei löste die Zusammenkunft auf.

Massenansturm auf Nymphenburger Kanal in München – Menschen brechen ein

16.16 Uhr: Der Nymphenburger Kanal in München ist wegen des Ansturms von Besuchern und der brüchigen Eisfläche am Sonntag geräumt worden. Ein Erwachsener und ein Kind seien ins Eis eingebrochen, seien dann aber unverletzt nach Hause gegangen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München.

Zuvor hatten die Beamten bereits an die Münchner appelliert, die beliebte Eisfläche vor dem Nymphenburger Schloss zu meiden. Grund waren die Massen an Menschen, die sich dort beim Schlittschuhfahren oder Eisstockschießen vergnügten und die wegen Corona gebotenen Abstände oft nicht einhielten.

„Wir sind als Polizei vor Ort, aber jeder, den wir weiterscheuchen, taucht woanders wieder auf“, erklärte der Sprecher. Am Nachmittag wurde die Eisfläche dann abgesperrt.

Polizisten räumen und sperren die Eisfläche und die Gehwege am Nymphenburger Kanal. Zuvor hatten die Beamten bereits an die Münchner appelliert, die beliebte Eisfläche vor dem Nymphenburger Schloss zu meiden.

Leibarzt des Papstes nach Corona-Infektion gestorben

17.21 Uhr: Fabrizio Soccorsi, der Leibarzt von Papst Franziskus, ist im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Wie die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ am Wochenende berichtete, war er wegen einer Krebserkrankung in der römischen Gemelli-Klinik in Behandlung. Dabei sei es zu „Komplikationen“ durch Covid-19 gekommen.

Soccorsi wurde am 2. Februar 1942 in Rom geboren und schloss 1968 sein Medizinstudium ab. Er arbeitete als Facharzt für Innere Medizin mit dem Spezialgebiet Hepatologie und war auch in der akademischen Lehre tätig. Zudem war er als Chefarzt der römischen Klinik San Camillo sowie als Berater des medizinischen Dienstes im vatikanischen Governatorat tätig. 2015 ernannte der Papst den Italiener zu seinem persönlichen Leibarzt.

Aggressive Maskenverweigerer greifen Polizisten in Berlin an

16.36 Uhr: Bei zwei Einsätzen am U-Bahnhof Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg sind Polizisten von Männern attackiert und verletzt worden. Am Samstagabend sprach eine Polizeistreife auf einem Bahnsteig einen 26-Jährigen an, der eine Zigarette geraucht und keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen haben soll, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der Mann habe aggressiv reagiert und nach den Beamten getreten und geschlagen. Den Angaben zufolge musste er zu Boden gebracht und gefesselt werden. Die zwei Polizisten sowie der Tatverdächtige seien dabei verletzt worden.

Eine Stunde später soll sich auf der mittleren Ebene des U-Bahnhofs ein 37-Jähriger ohne Maske geweigert haben, den Bahnhof zu verlassen. Er habe keine Personalangaben gemacht, woraufhin zwei Polizisten ihn durchsuchen wollten. Der Mann habe daraufhin einem der Beamten unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen und dabei am Auge verletzt. Der Tatverdächtige wurde festgenommen, der Polizist in einem Krankenhaus behandelt.

Nächste Corona-Mutation in Japan aufgetaucht – sie soll der britischen und südafrikanischen Variation ähneln

15.46 Uhr: In Japan ist offenbar eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht. Japans Seuchenschutzbehörde (NIID) teilte am Sonntag mit, man habe bei vier Flugzeugpassagieren, die aus Brasilien eingereist waren, einen neuen Stamm des Virus nachgewiesen. Die neue Variante soll Ähnlichkeiten zu den neuen Varianten in Großbritannien und Südafrika aufweisen.

Wie infektiös die Mutation ist oder wie sie auf Impfstoffe reagiert, lässt sich noch nicht bestimmen, sagte die Behörde.

Die vier Passagiere sind am 2. Januar nach Tokio über den Flughafen Haneda eingereist und wurden anschließend mit Covid-19 diagnostiziert. Laut der japanischen Zeitung „Yomiuri Shimbun“ hat das NIID die Weltgesundheitsorganisation WHO über den neuen Stamm informiert. Im nächsten Schritt wolle die Behörde untersuchen, ob die neuerliche Virusvariante ansteckender ist als die herkömmliche.

Söder warnt vor „Corona-RAF“

08.09 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor einer Radikalisierung der sogenannten Querdenker-Szene gewarnt. „Auch wenn die Umfragewerte der AfD sinken, besteht die Gefahr, dass sich aus ihrem Umfeld heraus in Deutschland ein Corona-Mob oder eine Art Corona-RAF bilden könnte, die zunehmend aggressiver und sogar gewalttätig werden könnte“, sagte Söder im Interview mit der „Welt am Sonntag“.

Söder äußerte sich mit Blick auf die Ereignisse in den USA, wo am vergangenen Mittwoch radikale Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump gewaltsam den Parlamentssitz gestürmt hatten. Der Vorfall sei eine „Schande für die führende Demokratie der westlichen Welt“, sagte der bayerische Ministerpräsident.

„Aus bösen Gedanken werden böse Worte und irgendwann auch böse Taten“, warnte Söder. „Deswegen müssen wir auch in Deutschland nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen für die demokratischen Institutionen verbessern, sondern grundlegend die sektenähnliche Bewegung der ‚Querdenker‘ und anderer vergleichbarer Gruppierungen in den Blick nehmen.“ Es bestehe die Gefahr, dass sich „aus größeren Bewegungen kleine Protestgruppen entwickeln, die am Ende einen radikalen Kern bilden, der zu einer Terrorzelle werden kann“.

Söder verteidigte das Corona-Krisenmanagement in Deutschland. Der EU-Kommission die Initiative zum Kauf von Corona-Impfstoffen zu überlassen, sei „nicht falsch“ gewesen, „nur das bisherige Ergebnis ist noch nicht befriedigend“. Deswegen sei es wichtig, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Impfstoffversorgung zur Chefsache erklärt und damit zur Gesamtaufgabe des Bundes gemacht habe. „Das wird nun sicher besser werden“, prognostizierte Söder. Unter anderem werde es eine „schnellere Zulassung neuer Impfstoffe“ geben, „ohne die Sorgfaltspflicht bei der Prüfung zu missachten“.

Um die Impfbereitschaft in Deutschland zu erhöhen, empfahl Söder, dass sich „auch Vorbilder des öffentlichen Lebens impfen lassen“ sollten. „Damit erkennen die Menschen: Der Impfstoff ist sicher.“ Söder sprach sich zudem dafür aus, Ende Januar den Deutschen Ethikrat zu bitten, sich zur „sensiblen Frage“ des Impfens zu äußern.

RKI meldet knapp 17.000 Neuinfektionen und 465 Todesfälle

Sonntag, 10. Januar, 07.30 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 162,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1 908 527 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 10.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 40 343. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 525 300 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 1,16 (Samstag: 1,17). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass um den Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert gegebenenfalls unterschätzt wird“.

Anmerkung der Redaktion: Die Zahlen, die das RKI am Morgen meldet, weichen leicht von denen ab, die FOCUS Online jeweils am Vorabend vermeldet. Das liegt am unterschiedlichen Zeitpunkt der Datenerhebung und der Meldeverzögerung.s



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VeröffentlichtJanuar 10, 2021 von Thomas in Kategorie "Corona-Pandemie", "Covid 19 - Mutation

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