Mai 17 2020

Corona-Lockerungen: Der Fahrplan für den Norden

Bei einem Spitzentreffen in Schwerin haben die Landesregierung, Kommunen und die Spitzenverbände weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern festgelegt.

Dabei diente der „MV-Plan“ als Grundlage, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstagabend sagte – „aber mit Verbesserungen an einigen Stellen.“ So soll es in den Sommerferien möglichst keine Schließzeiten in den Kitas geben. Auch bei Familienfeiern gibt es Lockerungen. Ab dem 25. Mai dürfen bis zu 30 Personen an Familienveranstaltungen teilnehmen. Die Feiern können unter Auflagen in Gaststätten ausgerichtet werden. Die Personenzahl wurde auf 30 begrenzt, weil bei Familienfeiern Auflagen wie die Abstandsregel nicht gelten, wie Schwesig erläuterte. Die Regel sei zunächst bis zum 30. August befristet.

Seit Donnerstag, 14. Mai:

In Mecklenburg-Vorpommern läuft der Unterricht für die Grundschulklassen 1, 2 und 3 sowie die Orientierungsstufenklassen 5 und 6 wieder, ebenso wie für die Klassenstufen 7 und 8 in den Regionalschulen.

Ab Montag, 18. Mai:

In Mecklenburg-Vorpommern können Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen Gäste aufnehmen – zunächst allerdings nur Einheimische und nur mit 60 Prozent Auslastung. Auswärtige Besitzer von Ferienhäusern und Ferienwohnungen dürfen ihre Immobilie wieder nutzen, die Kita-Betreuung für Vorschulkinder beginnt. Die 10. Klassen an den Gymnasien und Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe sollen wieder zur Schule gehen können. Das Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen soll gelockert werden. Großveranstaltungen dürfen in begrenztem Rahmen stattfinden – und zwar wenn die Personenzahl im Innenbereich 75 und im Außenbereich 150 nicht überschreitet.

Ab Montag, 25. Mai:

Nach Mecklenburg-Vorpommern können wieder Übernachtungsgäste aus anderen Bundesländern einreisen – ausgenommen sind Touristen aus Infektionshochburgen mit mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Über Pfingsten stehen rund 300.000 Betten zur Verfügung. Die nutzbare Bettenkapazität ist zunächst auf 60 Prozent begrenzt. Zudem dürfen Fitness-Studios wieder öffnen, ebenso wie Rehakliniken. Ebenfalls wird wieder Breitensport in Sporthallen erlaubt. Außerdem sollen alle Kinder wieder in die Kitas gehen dürfen. Zudem dürfen sich Verwandte wieder zu Familienfeiern mit bis zu 30 Teilnehmern treffen.

Ab dem 25. Mai soll auch wieder mehr Sport möglich sein. Fitness- und kleine Sportstudios wie Yoga dürfen dann wieder öffnen, Sport in kleineren Gruppen und in Hallen ist dann wieder möglich – unter den gängigen Schutzmaßnahmen. Auch für den Spitzensport gibt es dann wieder grünes Licht, aber ohne Zuschauer. Auch Sport-Wettkämpfe für Qualifikationen sind dann wieder erlaubt.

Gespräche über Konjunkturpaket und kommunalen Schutzschirm

Zur Stützung der Wirtschaft und der Arbeitsmarktsituation wird der MV-Schutzfonds fortgesetzt. Zudem werde gemeinsam mit dem Bund ein Konjunkturpaket erarbeitet, so Schwesig. Ziel seien unter anderem Verbesserungen für Kurzarbeiter. Laut Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ist geplant, dass Zuschüsse möglichst steuerfrei sein sollten. Nach Angaben von Ingo Schlüter vom DGB-Nord soll in weiteren Gesprächen auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 80 Prozent hingewirkt werden. Zudem werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die weitere Berufsausbildung für Auszubildende zu gewährleisten. Auch die Unterstützung der Kommunen soll in den Fokus rücken. Es werde Gespräche mit dem Bund über einen gemeinsamen kommunalen Schutzschirm geben, sagte Schwesig. Das Land wolle sich daran beteiligen.

Mehr Unterricht und Hortbetreuung

Am Nachmittag war bereits bekanntgegeben worden, dass der Schulunterricht und die Hortbetreuung ausgeweitet werden sollen. So soll nach Pfingsten geprüft werden, ob mehr Kinder in größeren Klassenräumen unterrichtet werden können. Sechstklässlern sollen zusätzliche Unterrichtsangebote ermöglicht werden. Vom 25. Mai an bis zum Beginn der Sommerferien sollen Kinder der 1. bis 4. Klassen an einem Vormittag pro Woche Präsenzunterricht mit anschließender Hortbetreuung erhalten. Regulären Schulunterricht soll es erst nach den Sommerferien wieder geben.

Reha-Kliniken dürfen ab 25. Mai wieder öffnen

Außerdem sollen ab dem 25. Mai die Reha-Einrichtungen und Mutter-Kind-Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern wieder öffnen dürfen. Noch offen geblieben sind die Bereiche Schaustellerei, Spielhallen und Zirkus. Glawe kündigte baldige Gespräche an. Bis zum 15. Juni rechnet er mit Ergebnissen. Dann soll anhand der Entwicklung des Infektionsgeschehens auch geklärt werden, ob und wann Tagestouristen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen dürfen.

RKI-Chef informierte über medizinische Lage

Die große Runde hatte auch den Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, zu Gast. Der Chef-Virologie des Bundes stellte dem Land ein gutes Zeugnis aus: Mecklenburg-Vorpommern habe bundesweit mit Abstand die niedrigsten Infektionszahlen – und das seit Beginn der Pandemie.

Die katholische Kirche hält im Südwesten Mecklenburgs fast all ihre Gottesdienste bis auf Weiteres unter freiem Himmel ab. In den Kirchen könnten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden, hieß es. So ziehen in Hagenow, Boizenburg, Wittenburg und Dömitz die Gemeindemitglieder und der Pfarrer nach draußen um. Dort sind Bänke in ausreichendem Abstand zueinander aufgestellt. Gottesdienstbesucher, die nicht zusammen leben, sitzen immer mindestens 1,50 Meter voneinander entfernt. Auch zum Pfarrer wird ausreichend Abstand gehalten. Er predigt daher ohne Mundschutz.

Erstmals seit Mitte März fanden im Land wieder Gottesdienste mit Gläubigen statt. In Heringsdorf sang man wegen der strengen Corona-Regeln in Kirchen gemeinsam an der frischen Luft.

Begrenzte Teilnehmerzahl in den Räumen der Kirche

In Ludwigslust werden die Gottesdienste in einer Kirche gefeiert, allerdings nicht in der katholischen, sondern in der evangelischen Stadtkirche. Dort ist die Besucherzahl auf 50 begrenzt. Im Bereich der Pfarrei Heilige-Edith-Stein im Südwesten Mecklenburgs leben insgesamt mehr als 5.800 Katholiken.

Strenge Hygieneauflagen für Gottesdienste

Seit Anfang Mai werden in zahlreichen Kirchen Mecklenburg-Vorpommerns wieder Gottesdienste gefeiert. Besucher sind unter anderem im Schweriner Dom, der Rostocker Marienkirche oder dem Greifswalder Dom willkommen, wie die Gemeinden auf ihren Internetseiten mitteilten. Die Teilnehmer müssen jedoch strenge Hygieneregeln beachten. Außerdem werden Namenslisten geführt. Weil das Singen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko verbunden ist, wird darauf in der Regel verzichtet.

ndr: Stand: 17.05.2020 12:50 Uhr



Copyright 2020

VeröffentlichtMai 17, 2020 von admin in Kategorie "Gesundheit", "Kultur & Soziales", "Schule", "Wirtschaft & Handel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.