Januar 24 2021

Verbraucherzentralen in MV warnen vor Onlinebetrug

15:25:51

Der Onlinekauf ist jetzt im Lockdown die einzige Alternative zum sonstigen Einkaufsbummel. Aber nicht alle Angebote sind seriös, warnen die Verbraucherzentralen in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Onlinehandel in Deutschland konnte im vergangenen Jahr mit etwa 75 Milliarden Euro einen Rekordumsatz verzeichnen – von Kleidung bis hin zum Auto haben die Deutschen im Internet alle möglichen Güter und Waren eingekauft. Dabei wurden einerseits gängige Plattformen genutzt aber auch die Onlinshops von Läden aus der Nachbarschaft.

Betrüger bauen auf Leichtgläubigkeit

Laut Verbraucherzentrale ist es im Betrugsfall immer die gleiche Masche: Teure Handys, Gebrauchtwagen oder Saisonartikel werden zu unschlagbar günstigen Preisen angeboten. Zertifikate und viele positive Bewertungen suggerieren Seriösität. „Zu gut, um wahr zu sein“ seien diese Angebote, meint Wiebke Cornelius von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahlung erfolge meist per Vorkasse. „Da sollten alle Alarmglocken angehen“, so Cornelius. Denn wenn die bezahlte Ware nicht ankomme und sich dann kein Ansprechpartner finden lasse, sei der Ärger groß. Betrüger würden meist im Ausland sitzen, die Zertifikate seien nur selten echt.

Online-Betrüger ganz einfach enttarnen

Betrugs-Seiten, sagen Verbraucherschützer, sind recht einfach zu enttarnen. „Auch wenn der Onlinekauf in der Regel schnell geht, sollten sich Konsumenten etwas Zeit nehmen und sich die Seite einmal genauer anschauen“, so Wiebke Cornelius von der Verbraucherzentrale in MV.

  1. Hat die Seite ein ausführliches Impressum mit Ansprechpartnern und Adressen?
  2. Verfügen die Zertifikate auf der Internetseite über zusätzliche Informationen?
  3. Gibt es ausgewogene Benutzerrezensionen?
  4. Gibt es andere Zahlungsmöglichkeiten außer Vorkasse?

Wenn all diese Fragen mit einem „Nein“ beantwortet werden, sollten Konsumenten von einem Kauf auf der betreffenden Seite Abstand nehmen.

Betrugsopfer sehen nur selten ihr Geld wieder

Nach Einschätzung der Verbraucherzentralen ist es sehr aufwändig, Online-Betrügern auf die Spur zu kommen. Zwar gebe es mittlerweile etwas mehr Rechtssicherheit innerhalb der Europäischen Union, aber meist würden die Händler außerhalb der EU sitzen, so Wiebke Cornelius. Konkrete Verfahren müssten dann vor den jeweiligen nationalen Gerichten geführt werden, möglicherweise mit einer anderen Rechtslage.

Rostock: 170.000 falsche Abos verkauft

„Die meisten Betrugsopfer warten noch auf ein Urteil und ihr Geld.“ heißt es von den Verbraucherzentralen in Mecklenburg-Vorpommern. Wie lange so ein Verfahren selbst in Deutschland dauern kann, zeigt dieses Beispiel: In Rostock muss sich im April ein Mann vor Gericht verantworten der zwischen 2010 und 2012 mit mehr als 170.000 falschen Abos mehr als eine Million Euro Umsatz gemacht hatte.


Vorsicht Fake-Shop: So erkennen Sie Betrüger

Sie locken mit Billigpreisen, kassieren ab, aber liefern nie: Im Internet tummeln sich zahlreiche Fake-Shops. Mit diesen Tipps erkennen Sie die betrügerischen Online-Shops.

Günstige Preise sind für viele das wichtigste Argument für den Einkauf im Internet. Doch das vermeintliche Super-Angebot kann zur Falle werden. Neben vielen seriösen Händlern tummeln sich im Netz Betrüger mit sogenannten Fake-Shops. Sie locken ihre Kunden häufig über den Preis, kassieren ab, liefern die bestellte Ware aber nie aus oder versenden minderwertige Kopien von Markenartikeln.

Fake-Shops von vertrauenswürdigen Anbietern zu unterscheiden, ist nicht einfach. Viele bauen ihre Website mit großem Aufwand oder kopieren existierende Seiten von Firmen täuschend echt. Daher gilt grundsätzlich: Wer ein günstiges Schnäppchen bei einem unbekannten Händler findet, sollte besonders kritisch sein. Preissuchmaschinen bieten einen guten Überblick über aktuelle Marktpreise.

Adresse genau ansehen

Jede Internetadresse gibt es im Netz nur einmal. Kleine Abweichungen genügen jedoch, um eine sehr ähnlich klingende zweite Adresse zu erzeugen. Bereits ein geänderter Buchstabe oder Strich in einem längeren Namen führt zu einer anderen Seite. Käufer sollten also den Domain-Namen (etwa: www.beispiel.de) genau prüfen. Kopierte Seiten lassen sich erkennen, wenn man den echten Shop per Suchmaschine aufruft und die Domains vergleicht. Domain-Namen, die nicht auf .de oder .com enden, sind ein Hinweis auf einen Verkäufer aus dem Ausland. Finger weg bei Adressen mit wirren Buchstabenkombinationen.

Wie wird bezahlt?

Am sichersten ist es, die Ware auf Rechnung zu bestellen und erst nach der Lieferung zu bezahlen. Leider bieten auch seriöse Händler diese Möglichkeit häufig nicht an. Bei Zahlung per Lastschrift oder über Dienste wie PayPal lässt sich das Geld zurückholen, wenn die Ware nicht ankommt. Fake-Shops fordern daher ausschließlich Vorkasse, Direktüberweisung oder Zahlung per Kreditkarte. Vorsicht, wenn der Konto-Name nicht nach einem Firmenkonto klingt oder sich das Konto im Ausland befindet, die IBAN also nicht mit DE beginnt. Selbst wenn ein Paket per Nachnahme ankommt, ist nicht garantiert, dass es die bestellte Ware enthält.

Siegel kritisch betrachten

Viele Internet-Shops werben auf ihren Seiten mit Siegeln, die für einen sicheren Einkauf stehen sollen. Neben seriösen Siegeln etwa von EHI, s@fer-shopping oder Trusted Shops gibt es auch frei erfundene Logos. Fake-Shops arbeiten häufig entweder mit solchen Logos oder sie fälschen die echten Siegel. Auf deren Websites kann man nachlesen, ob der jeweilige Shop wirklich mit dem Siegel ausgezeichnet wurde. Dort finden sich auch Tausende Kundenbewertungen über viele Händler.

Impressum und AGB prüfen

Jede seriöse Website hat ein Impressum, also Angaben über den Anbieter mit Adresse und Angaben aus dem Handelsregister, und einen Link zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Diese Links stehen meist ganz unten auf der Seite. Zwar lassen sich solche Angaben fälschen, doch eine Suchmaschine wird unter einem echten Namen und der Adresse einige Treffer finden. Verdächtig ist, wenn es keine Kontaktmöglichkeiten gibt oder nur eine Mail-Adresse bei einem großen Anbieter wie gmx.de, web.de oder gmail.com. Findet sich eine Telefonnummer, empfiehlt sich ein Testanruf.

Bei der Polizei Anzeige erstatten

Wer auf einen Fake-Shop hereingefallen ist, sollte bei der Polizei Anzeige erstatten. Dafür möglichst viele Informationen über den Fake-Shop sichern: Screenshots der Website, Bestellbestätigungen und Kontoinformationen speichern. Nur dann können die Ermittler versuchen, die Betrüger zu fassen. Die Polizei Niedersachsen hat außerdem eine umfangreiche Website zum Thema Fake-Shops.



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VeröffentlichtJanuar 24, 2021 von Thomas in Kategorie "Kriminell

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