Juni 20 2020

Corona-KriseReproduktionszahl springt auf 1,79 – RKI vermeldet den höchsten R-Wert seit dem Lockdown

Die Covid-19-Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Mehr als 8,5 Millionen Menschen haben sich bislang weltweit mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 188.716 davon in Deutschland – wo es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen kommt. Alle Neuigkeiten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt.

Covid-19-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Fast 500 Neuinfektionen in Deutschland – Zahl könnte aber noch steigen (21.45 Uhr) +++ Reproduktionszahl springt auf 1,79 – RKI vermeldet den mit Abstand höchsten R-Wert seit dem Lockdown (19.27 Uhr) +++ Quarantäne in Göttingen: Bewohner bewerfen und verletzen Polizisten (18.08 Uhr) +++ Zu geringe Corona-Abstände: Teile der Düsseldorfer Altstadt geräumt (14.17 Uhr) +++ Türkischer Außenminister enttäuscht über Einstufung als Risikogebiet (14.13 Uhr) +++ Sechsstündige Ausgangssperre in der Türkei (11.26 Uhr) +++

TOP-NEWS: Fast 500 Neuinfektionen in Deutschland – Zahl könnte aber noch steigen

21.45 Uhr: Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in Deutschland am Samstag auf 189.174 gestiegen – das sind 458 mehr als am Vortag. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Gesundheitsämter der Bundesländer täglich veröffentlichen. Zu beachten ist jedoch, dass Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt bis zum späten Abend keine neuen Zahlen veröffentlicht hatten. Die Zahl der Neuinfektionen könnte also noch nachträglich nach oben korrigiert werden.

8860 Menschen sind bisher in Deutschland an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. In den vergangenen 24 Stunden wurden sechs Todesfälle gemeldet.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 189.174, 8.860 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 35.282 (1.824 Todesfälle)
  • Bayern: 47.812 (2.563 Todesfälle)
  • Berlin: 7.803 (211 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3.387 (170 Todesfälle)
  • Bremen: 1.648 (49 Todesfälle)
  • Hamburg: 5.162 (229 Todesfälle)
  • Hessen: 10.556 (500 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 792 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 13.121 (620 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 40.369 (1.663 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 6.899 (234 Todesfälle)
  • Saarland: 2.760 (170 Todesfälle)
  • Sachsen: 5.398 (220 Todesfälle)—
  • Sachsen-Anhalt: 1.840 (57 Todesfälle)—
  • Schleswig-Holstein: 3.134 (152 Todesfälle)
  • Thüringen: 3.211 (178 Todesfälle)

Gesamt (Stand 20.06., 21.45 Uhr): 189.174 (8.860 Todesfälle)

Vortag (Stand 19.06., 21.05 Uhr): 188.716 (8.854 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 174.700.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,79 (Stand 20.06.)

TOP-NEWS: Reproduktionszahl springt auf 1,79 – RKI vermeldet den mit Abstand höchsten R-Wert seit dem Lockdown

19.15 Uhr: Mehrere regionale Coronavirus-Ausbrüche in Rheda-Wiedenbrück, Göttingen, Berlin und Magdeburg haben den Reproduktionszahl (R) laut Angaben des Robert-Koch-Instituts am Samstag wieder stark steigen lassen. Der R-Wert, der bei inzwischen geringeren Fallzahlen zwar volatil ist, stieg von 1,06 auf 1,79 und liegt damit so hoch, wie seit Wochen nicht mehr. Das ist der mit Abstand höchste R-Wert seit dem Lockdown.

Besonders der Corona-Gau in der Fleischfabrik Tönnies mit mehr als 1.000 Infizierten dürfen den Wert nach oben katapultiert haben.

TOP-NEWS: Quarantäne in Göttingen: Bewohner bewerfen und verletzen Polizisten

18.08 Uhr: Bewohner des in Göttingen unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes haben Polizisten mit Gegenständen beworfen und mehrere von ihnen verletzt. Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut bei den Bewohnern über die Quarantänemaßnahmen am Samstagnachmittag angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Novartis stoppt Hydroxychloroquin-Studie wegen Teilnehmer-Mangel

15.44 Uhr: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat eine klinische Studie mit dem Malaria-Mittel Hydroxychloroquin zur Behandlung von Coronavirus-Infektionen eingestellt. Grund sei ein Mangel an Studienteilnehmern, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend mit. Dem klinischen Team sei es kaum möglich gewesen, innerhalb eines angemessenen Zeitraums aussagekräftige Daten zu sammeln.

Hydroxychloroquin und der verwandte Stoff Chloroquin werden traditionell zur Behandlung von Malaria eingesetzt. Novartis hatte im April angekündigt, eine klinische Phase-3-Studie in den USA zu finanzieren, bei der Hydroxychloroquin zur Behandlung an rund 440 Coronavirus-Patienten eingesetzt werden sollte. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die Studie genehmigt. Mitte Juni zog die FDA ihre Sondergenehmigung für den Einsatz von Hydroxychloroquin gegen Covid-19 jedoch zurück.

Nach wochenlanger wissenschaftlicher und politischer Kontroverse stellte diese Woche auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die klinischen Studien zum Einsatz von Hydroxychloroquin gegen schwere Coronavirus-Infektionen endgültig ein. Die Organisation begründete den Schritt damit, dass bisherige Studien kein Absenken der Sterblichkeitsrate bei Covid-19-Patienten durch das Mittel gezeigt hätten.

Der Einsatz von Hydroxychloroquin ist in der Behandlung von Covid-19-Patienten seit längerem umstritten. Das Mittel wurde wiederholt von US-Präsident Donald Trump und Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro beworben, die andererseits wenig von Corona-Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen halten.

Göttinger Ausbruch:  Nachtestungen haben begonnen

15.38 Uhr: Die Stadt Göttingen hat am Samstag mit den Nachtestungen von Bewohnern eines unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes begonnen. Wie ein Sprecher der Stadt sagte, sollten am Nachmittag diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion getestet werden, die bei der ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten. Mit einem Ergebnis sei Anfang der Woche zu rechnen.

Die Stadt hatte rund 700 Bewohner eines Gebäudekomplexes unter Quarantäne gestellt. Seit Donnerstag wurden bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen. Erst im Mai war es im nur wenige hundert Meter entfernten 18-geschossigen Iduna-Zentrum zu einem Corona-Ausbruch gekommen, weil nach Darstellung der Stadtverwaltung dort Mitglieder mehrerer Familien bei privaten Feiern die Hygiene- und Abstandsregeln verletzt hatten.

Die Stimmung in dem Haus sei am Samstag verhältnismäßig ruhig gewesen, sagte der Stadtsprecher. Nachdem die Bewohner gesehen hätten, dass sie mit Lebensmitteln und Essen versorgt werden und auch eine medizinische Station aufgebaut wurde, habe sich eine anfängliche Beunruhigung am Freitag wieder gelegt: „Das ist ja das A und O, dass sich die Menschen informieren können. Wir haben auch Dolmetscher vor Ort, da hat sich die Lage dann auch wieder relativ schnell entspannt.“

TOP-NEWS: Zu geringe Corona-Abstände: Teile der Düsseldorfer Altstadt geräumt

14.17 Uhr: Die Stadt Düsseldorf hat am Freitagabend zwei Bereiche der Altstadt räumen lassen. Der Grund: Die vielen Menschen konnten die coronabedingten Mindestabstände nicht einhalten. Auf Anfrage bestätigte die Polizei, dem Ordnungs- und Servicedienst (OSD) Amtshilfe geleistet zu haben. Störungen gab es laut Polizei keine. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht zu erfahren. Zuerst hatte die „Rheinische Post“ berichtet.

Focus Online: Samstag, 20.06.2020, 21:55

 



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VeröffentlichtJuni 20, 2020 von admin in Kategorie "NRW", "Schlachthöfe

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