März 30 2021

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 30. März 2021

Erneut gerät der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca in die Negativschlagzeilen. Wegen neuer Hinweise auf Komplikationen setzen mehrere Bundesländer die Immunisierungen mit dem Vakzin aus.

Merkel betont: „Ich habe immer gesagt, dass ich mich impfen lassen werde, wenn ich dran bin“

21.55 Uhr: Schon im zweiten Quartal werde es einen „deutlichen Unterschied“ beim Impfen geben, erklärt Spahn. Er zeigt sich überzeugt, im Laufe des dritten Quartals jeden zu impfen zu können. „Nur die Kinder noch nicht“, sagt Merkel. Dann ist die Pressekonferenz beendet.

21.53 Uhr: Daten aus Schottland und England würden zeigen, dass der Impfstoff von Astrazeneca bei Älteren teilweise wirksamer sei als der von Biontech. Das betont Spahn noch einmal. Dann gibt es eine sehr persönliche Frage. Wird Merkel sich impfen lassen? „Ich habe immer gesagt, dass ich mich impfen lassen werde, wenn ich dran bin“, erklärt die Kanzlerin. Die Möglichkeit, sich immunisieren zu lassen, sei für Merkel „näher gerückt“, räumt die Regierungschefin ein.

21.50 Uhr: Für manche sei Astrazeneca nun eine Art „heiße Kartoffel“, meint der nächste Journalist. Wie will die Kanzlerin das Vertrauen in das Vakzin wiederherstellen, soll es Kampagnen geben? „Ich kann nur wiederholen, dass wir alles tun, durch Transparenz, durch Information, durch Klarheit […] dieses Vertrauen so herzustellen, dass wir nichts hinterm Berg halten“, sagt Merkel. Man lerne jeden Tag etwas Neues über den „Charakter“ der Impfstoffe, fügt sie hinzu.

21.50 Uhr: Für manche sei Astrazeneca nun eine Art „heiße Kartoffel“, meint der nächste Journalist. Wie will die Kanzlerin das Vertrauen in das Vakzin wiederherstellen, soll es Kampagnen geben? „Ich kann nur wiederholen, dass wir alles tun, durch Transparenz, durch Information, durch Klarheit […] dieses Vertrauen so herzustellen, dass wir nichts hinterm Berg halten“, sagt Merkel. Man lerne jeden Tag neues über den „Charakter“ der Impfstoffe, fügt sie hinzu.

21.48 Uhr: „Es werden sich hinreichend viele Über-60-Jährige gerne schützen lassen mit diesem Impfstoff“, zeigt sich Spahn trotz der aktuellen Situation zuversichtlich. Es mache Sinn, das Astrazeneca-Vakzin bei den Älteren einzusetzen. „Egal, ob im Impfzentrum oder in der Arztpraxis“, erklärt er.

Merkel erklärt: „Kann Verunsicherung nicht wegreden“

21.45 Uhr: Der erste Fragesteller will wissen, ob die aktuelle Lage das Vertrauen in das Vakzin von Astrazeneca nicht noch weiter erschüttere als ohnehin schon. „Man muss sich immer die Frage stellen: Was sind die Alternativen?“, erklärt Merkel. Natürlich würden sich viele Menschen nun fragen, was gerade vor sich gehe. „Das alles wird Verunsicherung mit sich bringen“, gibt die Kanzlerin zu. Sie ist jedoch der Meinung, der aktuelle Weg führe noch zum „besten“ Vertrauen in Astrazeneca – „wenngleich ich diese Verunsicherung nicht wegreden kann“.

21.43 Uhr: Jeder werde ein Impfangebot bekommen, das zum vollen Schutz führe, erklärt Spahn mit Blick auf Erstgeimpfte. „Impfen ist fast immer die bessere Entscheidung“, sagt der Bundesgesundheitsminister zum Ende seiner Rede.  Dann dürfen Journalisten Fragen stellen.

21.39 Uhr: Nun ergreift Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Wort. Die jetzige Situation sei „ohne Frage ein Rückschlag“, sagt er. Es können einen Zusammenhang zwischen Astrazeneca und Hirnvenenthrombosen geben, erinnert sich der CDU-Politiker. „Bis gestern wurden 31 Fälle einer Hirnvenenthrombose nach Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca gemeldet, 9 davon verliefen leider tödlich“, sagt er.

21.37 Uhr: Wie geht es nun mit der deutschen Impfkampagne weiter? „Wir werden Veränderungen an den Lieferplänen vornehmen müssen“, sagt Merkel. Die Gesundheitsminister hätten schon erste Empfehlungen abgegeben, was dieses Thema betreffe. „Wir werden Schritt für Schritt die Pandemie überwinden können“, schließt die Kanzlerin ihre Rede.

21.36 Uhr: Die Erkenntnisse der Stiko könne man „nicht ignorieren“, so Merkel. „Wir alle wissen, das Impfen ist das wichtigste Hilfsmittel gegen das Coronavirus“, sagt sie. Verschiedene Impfstoffe zur Verfügung zu haben, sei ein „großes Glück“. „Wir wissen aber auch, das ganze Impfen, das beruht auf einem Grundsatz und das ist Vertrauen. Wir müssen den Impfstoffen vertrauen können“, fügt die Kanzlerin hinzu.

21.35 Uhr: Für jüngere Personen, die bereits mit einer Dosis Astrazeneca geimpft wurden, müsse noch eine Lösung erarbeitet werden, erklärt die Bundeskanzlerin. Sie bezieht sich dabei ebenfalls auf die Empfehlung der Stiko.

21.33 Uhr: Es geht los. Merkel zitiert zunächst aus dem Bericht der Ständigen Impfkommission. Der Impfstoff von Astrazeneca soll demnach nur bei Personen über 60 Jahren verwendet werden.

21.30 Uhr: Die Beratungen sind offenbar beendet – Merkel und Spahn dürften also bald vor die Presse treten.

20.46 Uhr: Noch immer fehlt von Merkel und Spahn jede Spur. Offenbar ziehen sich die Beratungen noch weiter in die Länge.

20.35 Uhr: Der Start der Pressekonferenz verschiebt sich offenbar um wenige Minuten. Bisher sind nur Teile der Beschlüsse, über die Merkel und Spahn sprechen werden, durchgesickert. So sollen ab Mittwoch nur noch Über-60-Jährige mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft werden.

20.27 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz. Mit Spannung wird erwartet, was Merkel und Spahn mit Blick auf Astrazeneca-Impfungen verkünden werden.

Merkel und Spahn treten in wenigen Minuten vor die Presse

20.17 Uhr: In etwas mehr als zehn Minuten treten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) vor die Presse. Sie werden über das weitere Vorgehen bei der Verimpfung des Corona-Vakzins von Astrazeneca sprechen. FOCUS Online begleitet die Statements im Live-Ticker.

Gesundheitsminister: Astrazeneca nur noch für Personen ab 60 Jahren

19.46 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern ab Mittwoch in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Unter 60-Jährige aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 sollen sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ weiterhin damit impfen lassen können, wie aus dem Beschluss von Dienstagabend hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine entsprechende Altersbeschränkung für Astrazeneca empfohlen. Grundlage seien derzeit verfügbare Daten zum Auftreten „seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“. Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten, teilte das beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Gremium mit. Dabei geht es um Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen gemeldet wurden.

Einige Bundesländer, Kommunen und Kliniken hatten Impfungen mit Astrazeneca bereits für unter 60-Jährige ausgesetzt.

Laut dem Beschluss der Gesundheitsminister soll es den Ländern nun frei stehen, auch jetzt schon die 60-69-Jährigen für das Mittel von Astrazeneca mit in ihre Impfkampagnen einzubeziehen. „Dies gibt die Möglichkeit, diese besonders gefährdete und zahlenmäßig große Altersgruppe angesichts der wachsenden 3. Welle nun schneller zu impfen“, erläutern die Ressortchefs. Derzeit laufen generell Impfungen in den ersten beiden Prioritätsgruppen, zu denen – bezogen auf das Lebensalter – Menschen ab 70 Jahre gehören.

Wenn Menschen unter 60 sich gemeinsam mit einem impfenden Mediziner für Astrazeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen.

Astrazeneca-Impfstoff: Merkel und Spahn beraten mit Ministerpräsidenten über weiteres Vorgehen

19.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) wollten sich am Abend noch mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zusammenschalten, um über den weiteren Umgang mit dem Impfstoff von Astrazeneca zu beraten. Unter anderem Berlin und Brandenburg hatten die Nutzung am Dienstag wegen neuerlicher Bedenken zur Sicherheit auf über 60-Jährige beschränkt.

Nur noch ab 60: Stiko-Mitglied begründet Astrazeneca-Entscheidung

18.47 Uhr: Der Erlanger Virologe Klaus Überla, der Mitglied der Ständigen Impfkommission ist, hat die Empfehlung der Ständigen Impfkommission begründet, Astrazeneca nicht mehr für Menschen unter 60 Jahre einzusetzen. „Die Entscheidung, Impfungen in dieser Gruppe nicht mehr zu empfehlen, ist richtig. Denn die Daten sprechen für einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung von unter 55-jährigen Frauen mit Astrazeneca und dem Auftreten von Hirnvenen-Thrombosen bei diesen Frauen – auch wenn das seltene Ereignisse sind“, sagte Überla dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND).  Zugleich müsse man das Risiko dieser Frauen betrachten, schwere COVID19-Erkrankungen durchzumachen. Es sei, wenn sie keine Vorerkrankungen hätten, moderat. „Insgesamt wäre es deshalb besser, diese Gruppe mit anderen COVID19-Impfstoffen zu schützen“, sagte Überla.

Auch bei Männern gebe es Fälle, in denen nach einer Astrazeneca-Impfung Hirnvenen-Thrombosen aufgetreten seien; das müsse weiter geprüft werden. Überla betonte: „In der Gruppe der über 60-Jährigen überwiegt das COVID-19-Risiko bei weitem das Risiko der Hirnvenen-Thrombosen. Das belegen auch Daten aus England.“

 

Falscher Arzt in Impfzentrum aufgeflogen  – er war an über 1300 Impfungen beteiligt

18.28 Uhr: Impfskandal in Rosenheim: Von Anfang Januar 2021 bis zum 24. März arbeitete im Impfzentrum der bayerischen Stadt offenbar ein Mann, der über keine Zulassung als Arzt verfügte. Das berichtet das Portal „ovb.de“.  Er soll an über 1300 Impfungen beteiligt gewesen sein.

Der aus dem Landkreis München stammende Mann erschlich seine Einstellung bei den Maltesern anscheinend mit einer gefälschten Approbationsurkunde. Wie Wilhelm Horlemann, Pressesprecher des Malteser Hilfsdienstes, in dem Bericht bestätigte, soll sich der 49-Jährige über ein Online-Portal beworben und die erforderlichen Unterlagen in Kopie eingereicht haben. Nach einem Vorstellungsgespräch habe der Mann den Job bekommen.

Eigenhändig habe der falsche Arzt die Anti-Covid-Spritzen jedoch nicht verabreicht, wie es hieß. Er soll die zu impfenden Personen lediglich aufgeklärt haben. Die eigentliche Impfung hätte er an medizinische Fachkräfte delegiert.

Falscher Impfarzt war auch im Landkreis Dachau tätig

Nach Angaben der Polizei soll der falsche Arzt jedoch auch in Karlsfeld im Landkreis Dachau im Impfzentrum tätig gewesen sein. Dort habe er bei circa 40 bis 50 Personen selbst Impfstoff gespritzt. Der Beschuldigte befindet sich derzeit in Untersuchungshaft, ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

Für Sorge oder gar Verängstigung  hat die Festnahme des falschen Arztes nach Beobachtung der Malteser nicht geführt. „Die Menschen kommen nach wie vor ohne Vorbehalte zu uns. Bei den Impfwilligen herrscht eine positive Stimmung“, wird Horlemann zitiert.

NRW stoppt Astrazeneca-Impfungen für unter 60-Jährige

17.36 Uhr: Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat einen sofortigen Impfstopp für den Wirkstoff von Astrazeneca für Männer und Frauen unter 60 Jahren erlassen. Das sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag auf Anfrage.

Rheinland-Pfalz impft unter-60-Jährige weiter mit Astrazeneca

16.30 Uhr: Anders als Berlin und Brandenburg impft Rheinland-Pfalz weiterhin Menschen unter 60 Jahren mit Astrazeneca gegen das Coronavirus. „Rheinland-Pfalz setzt die Impfungen mit Astrazeneca zunächst fort und stimmt das weitere Vorgehen mit den Gesundheitsministerinnen und -ministern von Bund und Ländern ab“, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Mainz mit. Eine Entscheidung über die weiteren Impfungen mit diesem Vakzin werde von der Sonder-Gesundheitsministerkonferenz an diesem Dienstagabend sowie einer möglichen Aktualisierung der Empfehlung der ständigen Impfkommission „zeitnah“ getroffen.

„Wir sind vorbereitet, etwaige Änderungen schnell umzusetzen“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). „Unser Ziel ist es nach wie vor, dass die Impfungen der Menschen in Rheinland-Pfalz schnell und sicher weiterlaufen können.“

Brandenburg hatten die Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat am Dienstag ausgesetzt. Zuvor hatte bereits Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) angekündigt, das Land stoppe die Impfungen mit dem Stoff des britisch-schwedischen Herstellers bei Menschen unter 60 Jahren. Auch in München werden bis auf Weiteres keine Menschen unter 60 mehr damit geimpft. Thüringen dagegen schränkt die Impfungen zunächst nicht ein.

Berlin und Brandenburg sowie München setzen Astrazeneca-Impfung aus

15.47 Uhr: Wegen neuer Hinweise auf Komplikationen haben die Bundesländer Berlin und Brandenburg sowie die Stadt München die Impfungen mit Astrazeneca für unter 60-Jährige vorläufig ausgesetzt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will noch am Dienstagabend mit den Gesundheitsministern der Bundesländer über den weiteren Einsatz von Astrazeneca beraten, das Bundesgesundheitsministerium kündigte einen Vorschlag Spahns zum weiteren Vorgehen an.

Die Impfungen mit Astrazeneca waren zwischenzeitlich wegen im Gehirn aufgetretener Thrombosen – Sinusvenenthrombosen – ausgesetzt worden. Nach einer Prüfung auch auf europäischer Ebene liefen die Impfungen aber wieder. Nach Angaben der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) gibt es Hinweise auf weitere Fälle von Nebenwirkungen.

Als erstes Bundesland stoppte Berlin daraufhin die Impfung von unter 60-Jährigen, Kalayci nannte dies eine „Vorsichtsmaßnahme“. Die Stadt München zog nach. Das Land Brandenburg erklärte, die Aussetzung gelte zunächst nur für Dienstag. Nach der Gesundheitsministerkonferenz werde über das weitere Vorgehen entschieden.

Wie das Paul-Ehrlich-Institut mitteilte, starben bis Montagmittag neun Menschen in Deutschland nach einer Astrazeneca-Impfung durch eine Sinusvenenthrombose. Es seien bis dahin 31 Fälle einer solchen Thrombose nach einer Astrazeneca-Impfung gemeldet. In 19 Fällen sei zusätzlich eine Thromobzytopenie gemeldet worden – das heißt, dass die Zahl der Thrombozyten bei den Betroffenen zu niedrig war.

Mit Ausnahme von zwei Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen, die beiden Männer seien 36 und 57 Jahre alt gewesen. Die Fälle der Thrombosen seien nach der ersten Impfung aufgetreten. Bis Montagmittag wurden demnach rund 2,7 Millionen Erstdosen verabreicht.

Sondersitzung zum Umgang mit Astrazeneca

14.26 Uhr: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Dienstagabend in einer Sondersitzung über den weiteren Umgang mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca beraten. Das kündigte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Mittag an. Die Ständige Impfkommission wolle erneute Empfehlung aussprechen. Außerdem werde eine aktuelle Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts erwartet, so Kalayci.

Auch München stoppt Astrazeneca-Impfungen für Jüngere

14.24 Uhr: Auch München setzt Impfungen mit Astrazeneca für Personen unter 60 vorerst wieder aus. Das teilte die Stadt via Twitter mit.

Berlin setzt Impfungen mit Astrazeneca bei Menschen unter 60 aus

13.28 Uhr: Das Land Berlin setzt die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen. Sie bezeichnete dies als „Vorsichtsmaßnahme“. Entsprechende Termine in Impfzentren werden Kalayci zufolge erst einmal abgesagt. Das Land wolle nun die Beratungen auf Bundesebene und Stellungnahmen der Fachleute wie des Paul-Ehrlich-Instituts abwarten.

Auch die Kliniken Charité und Vivantes in der Hauptstadt stoppten bis auf Weiteres die Impfungen mit Verweis auf Fälle von Hirnvenenthrombosen in Deutschland. Die Aussetzung der Impfungen gilt bei den Kliniken für Frauen unter 55 Jahren. Das betrifft vor allem die eigene Belegschaft. Die Sprecherin der Charité, Manuela Zingl, sagte am Dienstag: „Dieser Schritt ist aus Sicht der Charité notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind.“

Biontech will Impfstoffproduktion auf 2,5 Milliarden Dosen bis Jahresende steigern

13.49 Uhr: Der Mainzer Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer peilen eine Ausweitung ihrer Produktionskapazität auf 2,5 Milliarden Dosen bis Ende dieses Jahres an. Das teilte das Mainzer Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für das vergangene Jahr mit. Bislang war von 2 Milliarden Dosen die Rede.

„Der Anstieg wurde hauptsächlich ermöglicht durch verbesserte Herstellungsprozesse, die Inbetriebnahme von Biontechs Produktionsstätte in Marburg, die Zulassung der Entnahme einer sechsten Impfdosis sowie durch die Erweiterung unseres Hersteller- und Lieferantennetzwerks“, erklärte das Unternehmen.

Bis zum 23. März lieferten Biontech und seine Partner weltweit mehr als 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs aus. Für dieses Jahr haben Biontech und Pfizer nach eigenen Angaben Bestellungen über mehr als 1,4 Milliarden Dosen unterzeichnet. „Gespräche über weitere Lieferungen laufen.“

Uni-Kliniken in NRW wollen Impfstopp mit Astrazeneca für jüngere Frauen

13.05 Uhr: Die Leiter von fünf der sechs Uni-Kliniken in Nordrhein-Westfalen sprechen sich für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca aus. Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heißt es in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Berliner Landes-Kliniken setzen Impfungen mit Astrazeneca für Frauen unter 55 aus

11.32 Uhr: Berlins landeseigene Kliniken Charité und Vivantes setzen einem „Tagesspiegel“-Bericht zufolge die Impfungen mit Astrazeneca für Frauen unter 55 aus. Das habe eine Sprecherin der Zeitung bestätigt.

„Obwohl in der Charité keine Komplikationen nach Impfungen mit Astrazeneca aufgetreten sind, will die Charité hier vorsorglich agieren und abschließende Bewertungen abwarten“, teilte die Universitätsklinik laut „Tagesspiegel“ mit. Unklar ist, wie lange die Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt werden sollen.

Der Kreis Euskirchen hatte am Montag die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf „eine schwerwiegende Erkrankung“ einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten.

Einem „Bild“-Bericht zufolge empfiehlt auch das Uniklinikum Köln Astrazeneca nicht für Frauen unter 55: „Unseren weiblichen Beschäftigten unter 55 Jahren empfehlen wir aktuell keine Impfung mit Astrazeneca“, habe das Klinikum auf „Bild“-Anfrage mitgeteilt.

Lauterbach: „Wenn die EU das besser gemacht hätte, wäre ganz Europa bis Ende April geimpft“

11.04 Uhr: Im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ fordert SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach die Regierung zum schnellen Handeln bei der Bekämpfung der Pandemie auf: „Jetzt kommt die dritte Welle. Wenn wir Vertrauen zurückgewinnen wollen, dann müssen wir mal wieder etwas machen, was wirkt.“

Der 58-Jährige hat Verständnis für den Vertrauensverlust der Bürger: „Die Leute sind doch nicht dumm. Die checken, dass wir jetzt so weit sein könnten mit dem Impfen wie die Amerikaner. Wenn die EU das besser gemacht hätte, wäre ganz Europa bis Ende April geimpft. Wir hätten jetzt schon kaum noch Corona-Fälle, wir wären beim Impfen jetzt bei der Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen. Das wäre technisch möglich gewesen. Die Bürger spüren auch, dass wir noch viele Menschen verlieren werden, auch jüngere. Die Impfstoffbesorgung in Europa war leider schon ein Fiasko.“

Lauterbach fordert zudem Ausgangsbeschränkungen ab 20 Uhr: „Wir sehen anhand von teilanonymisierten Handydaten, dass viele Leute abends ins Taxi oder in ihre Autos steigen, durch die Städte fahren. Und dann sieht man für ein paar Stunden Handys in Wohnungen zusammen, die man normalerweise nicht zusammen sieht. Die bleiben für ein paar Stunden und fahren wieder zurück. Die gehen zu Freunden, entkorken vielleicht die eine oder andere Weinflasche, essen zusammen.“ Laut dem SPD-Politiker berichten Restaurantbesitzer, sie brächten jeden Abend Speisen für bis zu acht Leute in kleine Wohnungen.

Impfungen in Arztpraxen: Patienten sollen auf Aufforderung warten

10.39 Uhr: Zum Start der Corona-Impfungen in den Praxen hat der bayerische Hausärzteverband die Patienten darum gebeten, sich bis zu einer Aufforderung seitens der Mediziner zu gedulden. „Warten Sie bitte, bis sich Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt bei Ihnen meldet!“, teilte der Verband am Dienstag in München mit. Da am Anfang nur wenig Impfstoff zur Verfügung stehe, würden zunächst nur Patienten aus den Risikogruppen ein Impfangebot bekommen. „Aber jeder, der sich impfen lassen will, wird diesen Schutz bekommen – nur nicht alle in den ersten Tagen.“ Von diesem Mittwoch an werden den Angaben zufolge knapp 1500 Hausarzt- und fast 200 Facharztpraxen in Bayern im Regelbetrieb gegen Corona impfen. Für den Impfstart vor Ostern stünden den teilnehmenden 1635 Praxen insgesamt 33.600 Dosen von Astrazeneca zur Verfügung, also rund 20 Dosen pro Praxis. Nach Ostern würden alle Praxen in Bayern vorwiegend mit dem Impfstoff von Biontech beliefert, hieß es.

Experten fordern: Dosen für zweite Impfung nicht weiter zurücklegen

06.24 Uhr: Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie fordert angesichts der steigenden Corona-Zahlen, Dosen für Zweitimpfungen nicht mehr zurückzulegen. Die Experten fordern, alles zu verimpfen, was verfügbar ist. „Impfstoff zurückzulegen, ist angesichts der aktuellen Situation nicht mehr tragbar und kostet Menschenleben“, sagte Generalsekretär Carsten Watzl der „Augsburger Allgemeinen“.

„Es würde jetzt viel helfen, alles zu verimpfen, was da ist und die Zweitimpfung dann zu machen, wenn die spätere Lieferung erfolgt.“ Laut Watzl wird nach wie vor in vielen Bundesländern und Impfzentren die zweite Impfdosis zurückgelegt. „Das heißt, wir verimpfen oft nur die Hälfte dessen, was möglich ist.“

Erst nach Ostern flächendeckende Impfungen in Arztpraxen in Bayern

Dienstag, 30. März, 06.16 Uhr: Erst nach Ostern werden Hausärzte in Bayern flächendeckend gegen das Coronavirus impfen können. Ab dem 7. April würden rund 8500 Haus- und Fachärzte mit dem Impfen beginnen, kündigte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) vor dem Impfgipfel am Dienstag in München an. Die Staatsregierung will mit Vertretern von Landkreistag, Städtetag, der Vereinigung bayerischer Wirtschaft und Hausärzten beraten, wie die Impfungen noch schneller möglich werden können.

Die ersten Impfungen sollen schon am 31. März verabreicht werden, betonte ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums auf Nachfrage. Nach Informationen der KVB soll der Impfstart in rund 1700 Praxen anlaufen. Den Ärzten stünden dafür 33 600 Impfdosen des Herstellers Astrazeneca zur Verfügung. Nach den ersten Impfungen am 31. März und 1. April werde es über die Ostertage keine Impftermine in den Praxen geben.

Ab diesem Dienstag können aber auch alle anderen Praxen Impfstoff bestellen, erklärte der KVB-Sprecher. Über ihre Apotheken sollen sie dann Mitte kommender Woche Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer erhalten. „In den ersten Wochen wird nur eine sehr begrenzte Menge an Impfstoff verfügbar sein, den die Praxen angelehnt an die Prioritätsvorgaben des Bundes verimpfen werden.“



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VeröffentlichtMärz 30, 2021 von admin in Kategorie "Impfstoff & Impfungen

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