Seenplatte: Ausbruch von seltener Wild-Tierseuche

Seenplatte: Ausbruch von seltener Wild-Tierseuche

14. Juli 2022 Aus Von mvp-web
Stand: 14.07.2022 17:31 Uhr

An der Mecklenburgischen Seenplatte ist die seltene Tierseuche Pasteurellose – eine Wild- und Rinderseuche – ausgebrochen. Nach Kreisangaben wurden nahe Neustrelitz bei Forstarbeiten mehrere tote Damhirsche gefunden.

Die Zahl der toten Tiere hat sich in den vergangenen Tagen auf 31 summiert. In der Pathologie des zuständigen Landesamtes für Landwirtschaft in Rostock wurden die bei Wokuhl-Dabelow entdeckten Kadaver untersucht. Dort sei inzwischen das Bakterium Pasteurella multocida bei den Tieren nachgewiesen worden, das zum raschen Tod durch eine hochgradige Brustfell- und Darmentzündung führe, wie es hieß. Bisher sei diese Seuche in der Region nicht vorgekommen, sagte eine Kreissprecherin in Neubrandenburg.

Kreisveterinär: Menschen nicht empfänglich

Die Wild- und Rinderseuche – der Fachbegriff dazu lautet Hämorrhagische Septikämie – könne nicht auf Menschen übergehen, hieß es vom kreislichen Veterinäramt der Mecklenburgischen Seenplatte. Allerdings sind neben Wildtieren auch Rinder und andere große Wiederkäuer gefährdet. Die Tierhalter in der Region wurden informiert, ihre Herden auf den Weiden besonders achtsam zu beobachten.

Tierseuche trat seit 2010 nur lokal auf

Wie die Bakterien, die Experten zufolge nicht sehr widerstandsfähig sind, in den Wildbestand kamen, sei unklar. Wokuhl-Dabelow liegt am Rande des Müritz-Nationalparks und unweit der B96 an der Landesgrenze zu Brandenburg. Seit 2010 ist die Wild- und Rinderseuche in Deutschland nur noch sporadisch und lokal begrenzt aufgetreten.