Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 1. April 2021

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 1. April 2021

April 1, 2021 Aus Von admin
10:17:44
Seit Mittwoch darf der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca nur noch Über-60-Jährigen verabreicht werden. Beim US-Impfstoffhersteller Johnson & Johnson kam es unterdessen zu einer folgenreichen Panne.

Biontech korrigiert Wirksamkeit nach unten – die liegt aber immer noch über 90 Prozent

17.40 Uhr: Neue Daten bestätigen nach Herstellerangaben die gute Wirkung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Demnach liegt die Wirksamkeit im Untersuchungszeitraum von sieben Tagen bis sechs Monaten nach der zweiten Impfdosis bei 91,3 Prozent. Das ist zwar etwas niedriger als die 95 Prozent, die Biontech und Pfizer im November aus der Studie mit 44.000 Teilnehmern gemeldet hatten. Allerdings haben sich seitdem weltweit eine Reihe von Corona-Varianten ausgebreitet. Experten fürchten, dass die neuen Varianten aus Südafrika und Brasilien gegen bestehende Impfstoffe resistent sein können.

Bei den 91,3 Prozent geht es um das Verhindern von Corona-Erkrankungen. Die Daten stammen von mehr als 12.000 geimpften Probanden, die ihre zweite Impfung bereits vor mehr als einem halben Jahr erhalten haben, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

Eine weitere Auswertung der Daten zeigte laut Biontech und Pfizer, dass in Südafrika, wo B.1.351 die vorherrschende Virusvariante ist, eine Wirksamkeit von 100 Prozent erreicht wurde. Alle neun Covid-19-Fälle traten dort in der Placebo-Gruppe auf. In Deutschland ist diese Variante mit einem Anteil von 0,8 Prozent aber kaum verbreitet.

„Die Ergebnisse, die die guten Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten erneut bestätigen, sind ein wichtiger Schritt, besonders mit Blick auf die Dauer der Impfwirkung“, sagte Biontech-Vorstandschef und Mitbegründer Ugur Sahin. Die Unternehmen wollen die Daten nun bei einer anerkannten Fachzeitschrift einreichen.

Hartes Schachern im EU-Streit mit Österreich um Impfstoffdosen

15.51 Uhr: Die EU-Staaten haben kurz vor Ostern hart um eine Lösung im Streit mit Österreich und weiteren Ländern um die Verteilung von Impfstoffen gerungen. Eine Sitzung der EU-Botschafter brachte am Donnerstagvormittag den zweiten Tag in Folge keinen Durchbruch, wie Diplomaten mitteilten. Der portugiesische EU-Vorsitz unterbreitete deshalb einen veränderten Verteilungsvorschlag, der nun am Nachmittag beraten werden soll.

In dem Streit geht es um die Verteilung von zehn Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer, deren Lieferung auf das zweite Quartal vorgezogen werden kann. Die EU-Länder würden daraus normalerweise Impfdosen gemäß ihrer Bevölkerungszahl erhalten. Angeführt von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hatten ein halbes dutzend Länder jedoch gefordert, dass sie einen größeren Anteil bekommen, weil sie sich in der bisherigen Impfstoffverteilung benachteiligt sehen.

Der portugiesische EU-Vorsitz schlug deshalb diese Woche vor, knapp 2,9 Millionen der zehn Millionen Dosen für einen Solidaritätsmechanismus für die fünf EU-Länder Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland und die Slowakei zu nutzen. Zudem sollte Tschechien zusätzlich 143.000 Dosen erhalten, damit es bis Ende Juni das Ziel erreicht, 45 Prozent seiner Bevölkerung zu impfen. Österreich hätte nichts zusätzlich bekommen.

Mit dieser Lösung waren am Mittwoch aber nicht nur Österreich, sondern auch Tschechien und Slowenien nicht zufrieden. In dem veränderten portugiesischen Vorschlag bleibt es nun dabei, dass knapp 2,9 Millionen Dosen als Solidaritätsbeitrag an die fünf Länder gehen sollen. Das Sonderkontingent für Tschechien von 143.000 Dosen wird aber zwischen Tschechien, Österreich und Slowenien aufgeteilt.

Dies soll dazu führen, dass diese Länder letztlich wieder einen Anteil gemäß Bevölkerung von den gesamten zehn Millionen Dosen bekommen und nicht nur von den sieben Millionen Dosen außerhalb des Solidaritätsmechanimus. Österreich würde damit insgesamt rund 200.000 Dosen erhalten – deutlich weniger als die zu Beginn des Verteilungsstreits von Kanzler Kurz erhofften 400.000.

Bei anderen EU-Regierungen stößt das österreichische Vorgehen bei der Impfstoffverteilung schon seit Tagen für Kopfschütteln. „Es ist schon paradox und ein wenig traurig“, sagte am Donnerstag ein EU-Diplomat. „Jetzt hat Kanzler Kurz genau den Basar geschaffen, vor dem er ursprünglich gewarnt hat.“

Biontech: Weitere Auswertung bestätigt Wirksamkeit

14.08 Uhr: Neue Daten bestätigen nach Herstellerangaben die gute Wirkung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Demnach liegt die Wirksamkeit im Untersuchungszeitraum von sieben Tagen bis sechs Monaten nach der zweiten Impfdosis bei 91,3 Prozent. Dabei geht es um das Verhindern von Corona-Erkrankungen. Die Daten stammen von mehr als 12 000 geimpften Probanden, die ihre zweite Impfung bereits vor mehr als einem halben Jahr erhalten haben, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

Eine weitere Auswertung der Daten zeigte laut Biontech und Pfizer, dass in Südafrika, wo B.1.351 die vorherrschende Virusvariante ist, eine Wirksamkeit von 100 Prozent erreicht wurde. Alle neun Covid-19-Fälle traten dort in der Placebo-Gruppe auf. In Deutschland ist diese Variante mit einem Anteil von 0,8 Prozent aber kaum verbreitet.

„Die Ergebnisse, die die guten Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten erneut bestätigen, sind ein wichtiger Schritt, besonders mit Blick auf die Dauer der Impfwirkung“, sagte Biontech-Vorstandschef und Mitbegründer Ugur Sahin. Die Unternehmen wollen die Daten nun bei einer anerkannten Fachzeitschrift einreichen.

„Inakzeptabel langsam“: WHO übt scharfe Kritik an Impfkampagnen europäischer Länder

12.28 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO moniert, dass die schleppenden Impfkampagnen die Corona-Pandemie in die Länge ziehen. Die Bereitstellung der Impfstoffe sei «inakzeptabel langsam», teilte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge in Kopenhagen mit. «Lassen Sie es mich klar ausdrücken: Wir müssen den Prozess beschleunigen, indem wir die Produktion hochfahren, die Hindernisse für die Verabreichung der Impfstoffe verringern und jetzt jedes einzelne Fläschchen gebrauchen, das wir auf Lager haben.»

Solange der Umfang der Impfungen gering bleibe, müssten dieselben sozialen und gesundheitlichen Corona-Maßnahmen wie in der Vergangenheit Anwendung finden, um die Verspätungen der Impfpläne auszugleichen. Impfungen zusammen mit fortgesetzten Maßnahmen würden die Pandemie letztlich zu einem Ende bringen.

Die WHO Europa rechnet insgesamt mehr als 50 Länder zur europäischen Region. In diesem Gebiet haben nach WHO-Angaben bislang nur rund 10 Prozent der Gesamtbevölkerung ihre erste Impfdosis erhalten, lediglich 4 Prozent sind vollständig geimpft.

Steinmeier mit Astrazeneca geimpft

11.58 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seine erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Dem Staatsoberhaupt wurde am Donnerstag im Bundeswehr-Krankenhaus in Berlin der Impfstoff von Astrazeneca gespritzt, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Der Bundespräsident appellierte im Anschluss an alle Bürger, seinem Beispiel zu folgen: „Ich vertraue den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen“, betonte er in einer Mitteilung. „Heute habe ich meine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten. Das Impfen ist der entscheidende Schritt auf dem Weg aus der Pandemie. Nutzen Sie die Möglichkeiten. Machen Sie mit!“

Steinmeiers Frau Elke Büdenbender, die bei der Priorisierung in einer anderen Stufe als ihr Mann ist, wurde nach dpa-Informationen bereits vor kurzem erstmals geimpft.

Der 65-Jährige hatte immer betont, dass er erst geimpft werden wolle, wenn er nach der Priorisierung an der Reihe sei. Dies trat nun dadurch ein, dass Bund und Länder am Dienstagabend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gefolgt sind, das Präparat von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Dadurch kann nun auch schon die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen für dieses Mittel in die Impfkampagne einbezogen werden.

Seehofer will sich nicht mit Astrazeneca impfen lassen

10.16 Uhr: Horst Seehofer hat einer Aufforderung von Jens Spahn sich mit Astrazeneca impfen zu lassen, um in der Bevölkerung Vertrauen in den Impfstoff aufzubauen, eine deutliche Absage erteilt. „Die Antwort auf die Aufforderung von Jens Spahn lautet: Nein! Ich lasse mich nicht bevormunden“, sagte der Innenminister der „Bild“-Zeitung.

Allerdings hege Seehofer keine Bedenken gegen den Impfstoff vor sich. Er wolle sich lediglich nichts vorschreiben lassen. Zuvor hatte Spahn am Mittwoch seine über 60-jährigen Kollegen im Kabinett aufgefordert, sich als vertrauensbildende Maßnahme mit Astrazeneca impfen zu lassen. Neben Seehofer beträfe das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 66), Finanzminister Olaf Scholz (SPD, 62), Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU, 65) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU, 62).

Johnson & Johnson: 15 Millionen Impfdosen nach Produktionsproblem unbrauchbar

Donnerstag, 1. April, 06.46 Uhr: Bei der Produktion des Corona-Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson ist bei einer Charge ein Problem aufgetreten. In einer Produktionsstätte eines Partnerunternehmens habe ein Inhaltsstoff die Qualitätskontrolle nicht bestanden und sei daher nicht verwendet worden, teilte Johnson & Johnson am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Das Unternehmen machte keine Angaben dazu, wie viele Impfdosen von dem Problem bei dem Auftragsproduzenten Emergent Biosolutions betroffen waren. Nach einem Bericht der „New York Times“ soll es um 15 Millionen Dosen des Impfstoffs gehen. Die Impfung der Firma entfaltet bereits nach nur einer Spritze ihre volle Wirkung.

Johnson & Johnson betonte, man plane weiterhin, der US-Regierung wie zuvor zugesagt bis Ende Mai 100 Millionen Dosen zu liefern. Das Unternehmen werde dem Vertragshersteller Emergent Biosolutions nun mit zusätzlicher Expertise zur Seite stehen und die Produktion im US-Staat Maryland vor Ort überwachen, hieß es.

„Qualität und Sicherheit sind weiterhin unsere oberste Priorität“, erklärte das Unternehmen. Die Produktionsstätte von Emergent Biosolutions sei bislang noch nicht von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) für den Impfstoff zugelassen worden. Das Unternehmen bereitet aber bereits die Produktion vor, um Lieferziele erfüllen zu können.