Dezember 29 2020

Coronavirus: Sonneberg ruft Katastrophenfall aus – Experte warnt vor Schulstart

Top-News zur Coronavirus-Pandemie am 29. Dezember

  • Wegen Coronavirus: Peking riegelt zehn Stadtteile ab (15.03 Uhr)
  • Polizei beendet illegale Geburtstagsfeier in Weimar (14.20 Uhr)
  • Thüringer Kreis ruft Katastrophenfall aus (14.18 Uhr)
  • Spahn gibt Gehälter-Garantie für Beschäftigte in Krankenhäusern (13.45 Uhr)
  • Lauterbach gegen Präsenzunterricht ab 10. Januar (13.24 Uhr)

Spahn stellt klar: Beschränkungen werden „ohne Zweifel“ verlängert

20.31 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stimmt die Bevölkerung darauf ein, dass die umfassenden staatlichen Corona-Beschränkungen auch nach Ablauf der Frist am 10. Januar zumindest teilweise verlängert werden. Bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in den ARD-„Tagesthemen“ laut Vorabmeldung. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“. In welchem Umfang, müsten dann Anfang Januar Bund und Länder entscheiden. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, „dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können“, sagte er.

Zu den Problemen bei der Terminvergabe für die Corona-Impfung sagte Spahn, zu Beginn ließen sich Wartezeiten in den Telefonleitungen leider nicht vermeiden. Er könne nur um Verständnis und Geduld bitten. Da jedes Bundesland ein anderes System habe, herrsche „etwas förderales Durcheinander“.

Spahn trat erneut dem Eindruck entgegen, der Rest der Welt habe ganz viel Impfstoff und Deutschland habe keinen. „Wir beginnen alle unter den Bedingungen der Knappheit.“

Hamburgs Schüler bleiben nach Ferien länger zu Hause

18.09 Uhr: Die meisten Hamburger Schüler bleiben nach den Weihnachtsferien länger zu Hause. Die Anwesenheitspflicht in den Hamburger Schulen wird wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 17. Januar aufgehoben. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Damit gelte weiterhin ein eingeschränkter Schulbetrieb. Bisher galt die Regel bis zum 10. Januar.

Darüber hinaus geht der Senat davon aus, dass auch in den letzten beiden Januarwochen kein regulärer Präsenzunterricht in allen Klassenstufen stattfinden kann. Die endgültige Entscheidung darüber werde der Senat nach Abstimmung mit den anderen Bundesländern sowie unter Berücksichtigung der Infektionslage im Januar treffen.

Coronavirus-Mutation in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen

17.21 Uhr: Die britische Mutation des Coronavirus ist nun auch nachweislich in Nordrhein-Westfalen angekommen. „Das Landeszentrum Gesundheit ist gestern Nachmittag vom RKI telefonisch darüber informiert worden, dass die aus Großbritannien bekannte Mutation des Coronavirus bei einer Person aus dem Kreis Viersen und damit erstmals auch in NRW nachgewiesen worden ist“, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag auf Anfrage mit. Das örtliche Gesundheitsamt gehe dem Fall mit der neuen Zusatzinformation nun weiter nach. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ berichtet.

In den vergangenen Tagen war die mutierte Coronavirus-Variante B.1.1.7 auch schon bei Patienten in Baden-Württemberg und Niedersachsen nachgewiesen worden. Sie ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

Laschet sieht „wenig Raum“ für Ende des Lockdowns nach dem 10. Januar

16.29 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht derzeit „wenig Raum“, dass der Lockdown im Januar beendet werden kann. Gesundheitsämter und Testlabore würden über die Feiertage nur bedingt arbeiten, sagte Laschet am Dienstag im ARD-Mittagsmagazin. Darum würde das Corona-Infektionsgeschehen im Moment nicht vollständig abgebildet.

Ähnlich wie Laschet äußerten sich zuvor schon die Regierungschefs von Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen. Am 5. Januar wollen die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammenkommen, um darüber zu beraten, ob die Corona-Schutzmaßnahmen über den 10. Januar hinaus verlängert werden sollen. In Deutschland ist seit dem 16. Dezember ein verschärfter Lockdown in Kraft.

Von der Leyen: EU bestellt 100 Millionen zusätzliche Biontech-Dosen

16.10 Uhr: Die EU hat insgesamt 100 Millionen zusätzliche impfstoff-Dosen des deutschen Unternehmens Biontech bestellt. Das erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstagnachmittag. „Mehr Impfdosen werden folgen!“, schrieb von der Leyen auf Twitter.

Die EU hat von Biontech bislang 200 Millionen Impfdosen bestellt, hatte aber noch eine Option auf 100 Millionen weitere Dosen. Diese Option hat die EU-Kommission damit wohl gezogen. Von den insgesamt 300 Millionen Dosen wird Deutschland gemäß seines Bevölkerungsanteils in der EU ungefähr 55,5 Millionen Dosen erhalten.

Bereits vor Weihnachten hatte Biontech-Chef Ugur Sahin in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung erklärt, die EU habe die Option auf 100 Millionen weitere Impfdosen gezogen. „Aber es war damals schon klar, dass die Kommission bei uns 200 Millionen Impfstoffe bestellen möchte, mit der Option, 100 Millionen weitere Dosen zu bestellen“, sagte Sahin. „Diese Option hat sie jetzt gezogen. Und ich denke, wenn für Europa weitere Impfdosen notwendig sein sollten, dann gibt es immer noch eine Möglichkeit mit uns zu sprechen.“

EMA – Zulassung von AstraZeneca-Impfstoff im Januar unwahrscheinlich

15.43 Uhr:  Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hält eine Zulassung des Corona-Impfstoffes des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca schon im Januar für unwahrscheinlich. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“.

„Sie haben noch nicht einmal einen Antrag bei uns gestellt“, sagt Noel Wathion, stellvertretender EMA-Direktor der belgischen Zeitung „Het Nieuwsblad“. Die wenigen Daten, die bisher an die EMA geliefert worden seien, würden für eine Zulassung nicht reichen. „Wir benötigen zusätzliche Daten zur Qualität des Impfstoffs. Danach muss das Unternehmen einen formellen Antrag stellen.“

In Großbritannien wird hingegen eine Zulassung für den AstraZeneca-Impfstoff durch die nationale Arzneimittelbehörde in den kommenden Tagen erwartet. Gesundheitsminister Matt Hancock hatte vor Weihnachten erklärt, AstraZeneca habe der Behörde ein vollständiges Datenpaket über das Vakzin vorgelegt.

Riexinger zur Corona-Impfung: „Freigabe der Patente wäre wichtiger Schritt“

14.35 Uhr: Linken-Chef Bernd Riexinger kritisiert die Debatte um mögliche Privilegien für Corona-Geimpfte und verlangt mehr Anstrengungen für die Herstellung des Impfstoffs. Die Diskussion um Sonderrechte für Menschen, die bereits über Impfschutz verfügen, gehe „zur Zeit am Thema vorbei“, sagte der Parteivorsitzende der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag in Berlin. Stattdessen solle Bundesgesundheitsmister Jens Spahn (CDU) „lieber alles dafür tun, eine schnelle Impfung zu ermöglichen, für alle, die es wollen“.

„Die Freigabe der Patente wäre dafür ein wichtiger Schritt“, fügte Riexinger hinzu. Zuvor hatte bereits die Linke im Bundestag gefordert, das Bundesgesundheitsministerium solle die Herstellerfirmen der Impfstoffe auf Grundlage des Bevölkerungsschutzgesetzes dazu zwingen, anderen Unternehmen eine Lizenz zum Nachproduzieren von Impfstoffen zu gewähren.

Peking riegelt zehn Stadtteile ab

15.03 Uhr: Peking hat am Dienstag insgesamt zehn Bereiche im nordöstlichen Distrikt Shunyi abgeriegelt. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“. Damit verhängte Chinas Hauptstadt den ersten Lockdown seit dem Corona-Ausbruch in den Monaten Juni und Juli.

In der Metropole gibt 16 gemeldete Infektionen und drei asymptomatische Fälle seit dem 18. Dezember, die meisten davon in Shunyi. Trotz der moderaten Fallzahl haben die Kommunalbehörden die Schritte zur Eindämmung des Coronavirus verstärkt, das in bisher drei Distrikten aufgetreten ist, in denen Hunderttausende Einwohner getestet wurden.

„Die COVID-Prävention und die Kontrollbemühungen der Hauptstadt müssen in den Notfallmodus geschaltet werden“, sagte ein Sprecher der Stadt auf einer Pressekonferenz.

Polizei beendet illegale Geburtstagsfeier in Weimar

14.20 Uhr: Eine wegen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen illegale Geburtstagsfeier mit sieben Teilnehmern hat die Polizei in Weimar beendet. Die Beamten hatten am Montag einen Hinweis auf die Party in einer Gartenanlage im Ortsteil Legefeld bekommen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Vor Ort trafen sie auf die Feiernden im Alter zwischen 13 und 31 Jahren. Die Beteiligten erwarten nicht nur Verfahren wegen des Verstoßes gegen die geltende Corona-Verordnung, sondern zum Teil auch Anzeigen wegen Beleidigung der eingesetzten Beamten. Einer der Anwesenden muss sich zudem wegen des Besitzes von Drogen verantworten. Bis auf den Gartenbesitzer erhielten alle Personen einen Platzverweis und mussten den Garten verlassen oder von ihren Eltern abgeholt werden.

Thüringer Kreis ruft Katastrophenfall aus

14.18 Uhr: Der Thüringer Landkreis Sonneberg hat am Dienstag pandemiebedingt den Katastrophenfall ausgerufen. Hauptgrund sei die angespannte Lage in mehreren Pflege- und Betreuungseinrichtungen, dem Rettungswesen sowie den örtlichen Krankenhäusern, erklärte Landrat Hans-Peter Schmitz (parteilos). All das ergebe sich aus Personalengpässen, die auf die Corona-Pandemie zurückzuführen seien.

„Nach sorgfältiger Prüfung haben wir uns entschlossen, den Katastrophenfall auszurufen, um das Leben und die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen“, sagte Schmitz. Es gehe vor allem darum, einen rechtlichen Rahmen für den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften zu schaffen, „um die Bewältigung der diffusen pandemischen Lage in wesentlichen Bereichen der Daseinsvorsorge zu gewährleisten“.

Spahn gibt Gehälter-Garantie für Beschäftigte in Krankenhäusern

13.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Gehälter-Garantie für die Beschäftigten in Krankenhäusern abgegeben. „Bund und Länder stehen gemeinsam in der Verantwortung. Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern. Darauf können sich die Beschäftigten verlassen“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). Bund und Länder werden Anfang Januar über weitere notwendige Maßnahmen beraten, kündigte Bundesgesundheitsministerium in der Debatte um die Finanzknappheit der Kliniken an.

Das Ministerium verwies zudem auf die seit Beginn der Pandemie bestehende finanzielle Unterstützung für Krankenhäuser, die Intensivbetten für Covid-Patienten freihalte.  Da sich in Deutschland momentan sehr viele Menschen mit SARS-CoV-2 infizierten, habe man diese Unterstützungsmöglichkeiten kürzlich noch einmal erweitert, erklärte eine Ministeriumssprecherin gegenüber dem RND. Zudem würden Corona-bedingte Mindereinnahmen krankenhausindividuell ermittelt und ausgeglichen.

Coronavirus in Deutschland: Lauterbach gegen Präsenzunterricht ab 10. Januar

13.20 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich gegen eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb nach dem 10. Januar ausgesprochen. „Nach dem Lockdown darf es keine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht geben. Maske, Lüften plus 30 Kinder geht nicht, ansonsten droht wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“.

Bloggerin nach Wuhan-Bericht inhaftiert – EU fordert Freilassung

12.03 Uhr: Die Europäische Union hat die Freilassung der inhaftierten chinesischen Bloggerin Zhang Zhan verlangt. „Die EU fordert die sofortige Freilassung von Frau Zhang Zhan“, erklärte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Dienstag in Brüssel. Ein Gericht in Shanghai hatte Zhang am Montag wegen ihrer Berichterstattung über den anfänglichen Umgang der Behörden in Wuhan mit der Corona-Pandemie zu vier Jahren Haft verurteilt.

Coronavirus in Großbritannien: Rekord an Corona-Patienten in den Kliniken

11.26 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Patienten in englischen Krankenhäusern hat einen neuen Höchststand erreicht. Mittlerweile würden mehr Corona-Patienten stationär behandelt als während des Höhepunkts der ersten Infektionswelle im April, teilte der britische Gesundheitsdienst NHS am Dienstag mit. „Wir sind zurück im Auge des Sturms“, sagte der NHS-Chef in England, Simon Stevens.

Derzeit werden den Angaben zufolge 20.426 Menschen mit Covid-19 in englischen Krankenhäusern behandelt. Im April waren es auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle 18.974. Der Anstieg könnte mit einer Mutation des Virus zusammenhängen, die den Erreger nach Experteneinschätzungen offenbar ansteckender macht als die bisher bekannte Variante.

Coronavirus in Brasilien: Copacabana zu Silvester gesperrt

10.48 Uhr: Keine Silvesterfeiern an der Copacabana: Die Behörden in Rio de Janeiro haben wegen der Corona-Pandemie für den Jahreswechsel eine Sperrung der Strände angekündigt. „Wir müssen eine harte und direkte Botschaft an die Bevölkerung senden“, sagte der Chef des Einsatzzentrums von Rio, Alexandre Cardeman, am Montag (Ortszeit). Verstöße sollen mit Bußgeldern von umgerechnet bis zu 2333 Euro bestraft werden.

Die Maßnahmen beinhalten eine Sperrung für den Autoverkehr auf einem 30 Kilometer langen Küstenstreifen. „Was wir klar machen wollen: Über diese Verbote hinaus hängt eine Menge von uns ab“, sagte Cardeman und forderte die Menschen auf, an Silvester zu Hause zu bleiben.

Brasilien zählt mit mehr als 191.000 Todesfällen nach den USA die zweitmeisten Corona-Toten weltweit. In Rio liegt die Todesrate im Verhältnis zur Einwohnerzahl doppelt so hoch wie im Rest des Landes. Hier starben bisher mehr als 15.000 Menschen an Covid-19.

Neue Corona-Beschränkungen in Südafrika nach massivem Anstieg bei Infektionen

10.12 Uhr: Nach einem drastischen Anstieg der Corona-Infektionszahlen sind in Südafrika am Dienstag neue Restriktionen in Kraft getreten. Nach einer Verfügung von Präsident Cyril Ramaphosa vom Montagabend gilt im ganzen Land eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit sowie ein Verkaufsverbot für Alkohol. Zuvor hatte Südafrika die Schwelle von einer Million nachgewiesenen Corona-Infektionen seit Pandemie-Beginn überschritten.

„Wir sind unachtsam geworden, und leider bezahlen wir dafür jetzt den Preis“, beklagte Ramaphosa am Montag. Den drastischen Anstieg bei den Infektionszahlen führte er auf „Superspreader“-Veranstaltungen und einen „extremen Mangel an Umsicht während der Feiertage“ zurück.

Das Alkohol-Verkaufsverbot begründete der Staatschef damit, dass „exzessiver Alkoholkonsum“ zu mehr Einlieferungen in Krankenhäuser führe, was wiederum eine „unnötige“ Zusatzbelastung für das öffentliche Gesundheitswesen bedeute.

Coronavirus in Deutschland: Müller rechnet mit Einschränkungen auch nach dem 10. Januar

08.58 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rechnet auch über den aktuellen, vorerst bis zum 10. Januar befristeten Lockdown hinaus mit einschränkenden Corona-Maßnahmen. „Ich gehe fest davon aus, dass wir weiterhin mit Einschränkungen leben müssen“, sagte Müller, derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Das Ausmaß müsse anhand der Zahlen bewerten werden. Es sei allerdings zu sehen, dass die Infektionszahlen auf einem sehr hohen Stand stagnierten oder bestenfalls leicht zurückgingen. „Insofern rechne ich damit, dass wir im Januar auch weiter Einschränkungen erleben.“

Müller verteidigte die Strategie, jeweils angepasst an die aktuellen Zahlen zu entscheiden. „Wir sind damit ja auch ganz gut gefahren.“ Der Start der Impfkampagne werde die Lage nun weiter entlasten.

Müller wandte sich zum aktuellen Zeitpunkt gegen eine mögliche Ungleichbehandlung von Geimpften und nicht Geimpften. Er halte gar nichts davon, dass zuerst Geimpfte etwas in Anspruch nehmen können und andere nicht. „Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass es nicht geht, dass alle gegebenenfalls darunter leiden, dass einige wenige sich nicht impfen lassen wollen.“ Er hoffe sehr, dass sehr viele die Impfung in Anspruch nehmen. Dann könne bewertet werden, „wie man damit umgeht“.

Seit dem 16. Dezember gilt in ganz Deutschland ein harter Lockdown. Ein Großteil der Geschäfte ist geschlossen. Auch die Schulen und Kitas machten weitgehend dicht. Die Maßnahmen sind vorerst bis zum 10. Januar befristet. Voraussichtlich am 5. Januar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen beraten.

Intensivmediziner befürchten verschärften Personalmangel infolge der Corona-Pandemie

08.01 Uhr: Der Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern infolge der Corona-Pandemie könnte sich aus Sicht der Intensivmediziner noch verstärken. „Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen“, sagte der Chef der  Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt.“ Man kämpfe weiter mit den Folgen der hohen Infektionszahlen der vergangenen Wochen.

Janssens mahnte ein einheitliches Gesamtkonzept der Politik an. Es müsse mit einer Stimme gesprochen werden, und es müssten Ziele weit für das Jahr 2021 formuliert werden. Den Zielwert etwa von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen nannte Janssens „ein wenig zu hoch gesteckt“. Niedrige Ziele, anhaltend wären für die Medizin und die Belastung des Gesundheitssystems „sehr, sehr wichtig“.

Mit Blick auf die Impfbereitschaft unter medizinischem Fachpersonal sprach Janssens von einer «gewissen Impfskepsis». Auch die Beschäftigten im Medizinbereich müssten mitgenommen und überzeugt werden, sich impfen zu lassen – für sich selbst, aber auch für die Allgemeinheit. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben. Die ersten Ergebnisse der Impfung seien „sehr, sehr ermutigend“.

Verband schlägt Alarm: Kliniken können Gehälter bald nicht mehr zahlen

Dienstag, 29. Dezember, 06.10 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schlägt angesichts der coronabedingten Betriebseinschränkungen Alarm: „Wenn die Bundesregierung die Hilfen nicht deutlich erhöht, werden flächendeckend Kliniken bereits im ersten Quartal 2021 nicht mehr die Gehälter ihrer Mitarbeiter zahlen können“, sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Das Geld aus der Regelversorgung fehlt.“ Die Krankenhäuser verfügten nur noch begrenzt über finanzielle Mittel.

Die Bundesregierung hatte Mitte Dezember einen neuen Rettungsschirm für die Krankenhäuser aufgespannt. Nach dem Konzept des Gesundheitsministeriums erhalten diese in besonders coronabelasteten Gebieten Ausgleichszahlungen, wenn sie auf aufschiebbare Eingriffe verzichten und damit Betten frei halten. Davon würden aber lediglich 25 Prozent der Kliniken erfasst, erklärte Gaß. Der Verbandspräsident schlug vor, dass die Kliniken auf der Basis von 2019 monatlich ihr Budget erhalten sollten und Ende 2021 genau abgerechnet wird.

Zwei Drittel aller Klinikbetreiber rechnen im Gesamtjahr 2020 mit Verlusten, wie aus dem aktuellen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervorgeht, das dem Berliner „Tagesspiegel“ (Dienstag) vorliegt. 18 Prozent der knapp 2000 Kliniken mit 1,3 Millionen Mitarbeitern beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut.



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VeröffentlichtDezember 29, 2020 von Thomas in Kategorie "Corona-Pandemie

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