März 31 2021

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 31. März 2021

14:51:48
Wegen neuer Hinweise auf Komplikationen setzen mehrere Bundesländer die Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca aus. Jens Spahn und Angela Merkel (beide CDU) sprachen auf einer Pressekonferenz über das weitere Vorgehen.

Bericht über neue Verordnung: Privat- und Betriebsärzte dürfen offenbar doch nicht impfen

18.55 Uhr: Nach t-online-Informationen soll in der Nacht zum 1. April eine neue Impfverordnung in Kraft treten, die Privatärzte sowie Betriebsärzte vom Impfstart ausschließt. Demnach sollen betroffene Privatpatienten zunächst keine Impfung erhalten. „Die neue Impfverordnung tritt heute Nacht in Kraft und betrifft Privatärzte und Betriebsärzte“, bestätigte eine Sprecherin des Privatärztlichen Bundesverbands (PBV) auf t-online-Anfrage. „Da geht es nur noch um Macht, es kann nicht mehr um den Patienten oder die Pandemie gehen.“ Sie erklärte, der Impfstoff werde dann neu aufgeteilt, „durch das knappe Kontingent konnten nicht alle Praxen ihre bestellten Impfmengen bekommen – durch das Kontingent der Privatärzte wird das der anderen aufgefüllt, zumindest wenn der jeweilige Hausarzt mehr bestellt hat, als er zuvor bekommen konnte.“
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Der PBV kritisiert die neue Impfverordnung scharf: „Das ist eine Ungleichbehandlung: Kassenpatienten dürfen zum Arzt ihres Vertrauens gehen, um sich impfen zu lassen, Privatpatienten müssen zu Impfzentren oder anderen Impfärzten und dürfen somit nicht frei wählen.“ Der PBV werde „alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten“ prüfen, damit möglichst viele Ärzte, also auch Privatärzte und Betriebsärzte, Patienten impfen können. „Je schneller die Bevölkerung geimpft ist, desto schneller können die Restriktionen zurückgenommen werden.“ t-online hat zusätzlich weitere Stellen zum Thema angefragt.

Zahlen aus England lassen hoffen: Impfen lässt Corona-Mortalität massiv sinken

17.37 Uhr: Laut eines Zahlenvergleichs der „Daily Mail“ ist die Zahl der Covid-Todesfälle bei den über 70-Jährigen in England binnen zehn Wochen um fast 97 Prozent gesunken. Anfang Januar wurden in dieser Altersgruppe noch 1000 Tote am Tag erfasst, aktuell sind es nur noch 32.

Ausschlaggebend für den rasanten Abfall der Todesfälle ist demnach das Impfen. Die Analyse der Sterblichkeitsraten offenbart, dass diese bei bereits geimpften Gruppen am schnellsten gesunken sind.

Vor der Einführung des Impfstoffes waren zwei Drittel aller Todesfälle aus der Altersgruppe über 80 Jahre. Mittlerweile sind es weniger als die Hälfte. Die Mortalität bei den über 50-Jährigen ist um 44 Prozent gesunken.

EMA sieht kein altersspezifisches Risiko bei Astrazeneca-Impfstoff

15.32 Uhr: Nach der Einschränkung des Einsatzes des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in Deutschland hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) erklärt, dass sie die derzeit keine altersspezifischen Risiken bei dem Corona-Vakzin sehe. Eine Prüfung habe keine spezifischen Risikofaktoren wie etwa Alter oder Geschlecht ergeben, die Prüfungen würden aber fortgesetzt, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Bund und Länder hatten am Dienstag nach weiteren Berichten über Thrombose-Fälle den Einsatz des  Astrazeneca-Vakzins auf Menschen ab 60 Jahren beschränkt.

Russland lässt Corona-Impfstoff für Tiere zu

15.08 Uhr: Russland hat eigenen Angaben zufolge als erstes Land weltweit einen Corona-Impfstoff für Tiere zugelassen. Seit vergangenem Oktober sei das Vakzin unter anderem an Hunden, Katzen und Nerzen getestet worden, teilte die russische Agraraufsichtsbehörde am Mittwoch mit. Das der Behörde unterstellte Föderale Zentrum für Tiergesundheit hatte das Präparat namens Carnivac-Cov entwickelt. Bei allen geimpften Tieren seien Antikörper nachgewiesen worden, hieß es.

Eine Notwendigkeit, Haustiere weitläufig zu impfen, bestehe derzeit nicht, „weil Stand heute die Risiken einer Covid-19-Ansteckung von Menschen durch Tiere praktisch winzig sind“, zitierte die russische Staatsagentur Tass eine Vertreterin der Agraraufsichtsbehörde. Solche Fälle seien bislang nicht wissenschaftlich registriert worden.

Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sollte die Situation auch bei Haustieren dennoch im Auge behalten werden. Daher sei im vergangenen Sommer in Deutschland eine Meldepflicht für Infektionen mit SARS-CoV-2 bei Haustieren eingeführt worden. Seitdem seien drei Fälle bei Hunden und vier bei Katzen gemeldet worden. Weltweit wurden den Angaben zufolge bei Katzen rund 90 und bei Hunden 60 Fälle gemeldet.

 

Biontech/Pfizer: Impfstoff mit hoher Wirksamkeit bei Jugendlichen

12.51 Uhr: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt Herstellerangaben zufolge auch Jugendliche zuverlässig vor einer Covid-19-Erkrankung. Das geht aus Ergebnissen einer Studie mit 2260 jungen Menschen zwischen 12 und 15 Jahren in den USA hervor, die Biontech und Pfizer am Mittwoch veröffentlichten. Die Teilnehmer hätten den Impfstoff gut vertragen. «Die Nebenwirkungen waren vergleichbar mit denen bei 16- bis 25-Jährigen», hieß es. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

Biontech und Pfizer planen nach eigener Aussage, die Daten in den kommenden Wochen bei der EU-Zulassungsbehörde EMA und dem US-Pendant FDA einzureichen. «Wir hoffen, dass wir dann schon vor dem Beginn des nächsten Schuljahres mit dem Impfen dieser Altersgruppe beginnen können», sagte Pfizer-Chef Albert Bourla laut Mitteilung. Bislang gibt es in der EU nur eine bedingte Zulassung für Menschen ab 16 Jahren.

In der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie hat eine Hälfte der Teilnehmer den mRNA-Impfstoff bekommen, die andere Hälfte ein Placebomittel. Unter den ungeimpften Jugendlichen erkrankten später 18 an Corona, unter den Geimpften niemand. Darauf basierend geben die Hersteller die Wirksamkeit bei Jugendlichen mit 100 Prozent an. Zudem hätten Untersuchungen gezeigt, dass geimpfte Jugendliche eine sehr deutliche Antikörperantwort entwickeln.

Vor wenigen Tagen hatten Biontech und Pfizer bekanntgegeben, dass sie auch mit Studien bei jüngeren Kindern (ab sechs Monaten bis einschließlich 11 Jahren) begonnen haben.

Nach erneuter Einschränkung: Jetzt äußert sich Astrazeneca

10.40 Uhr: Der britisch-schwedische Impfstoffhersteller Astrazeneca hat nach der erneuten Einschränkung des Einsatzes seines Coronavirus-Impfstoffes in Deutschland den Nutzen des Präparats betont. Die Zulassungsbehörden in Großbritannien und der Europäischen Union sowie die Weltgesundheitsorganisation seien zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen des Mittels die Risiken in allen Altersgruppen deutlich überwiege, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Man respektiere die Stiko-Entscheidung, hieß es in der Mitteilung von Astrazeneca. „Die Patientensicherheit hat für das Unternehmen höchste Priorität. Wir werden weiterhin mit den deutschen Behörden zusammenarbeiten, um mögliche offene Fragen zu klären.“

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) habe zwar keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Gerinnungsereignissen feststellen können, doch sei sie zu dem Schluss gekommen, „dass für sehr seltene Fälle von schweren zerebralen thromboembolischen Ereignissen mit Thrombozytopenie ein kausaler Zusammenhang mit dem Impfstoff nicht bewiesen, aber möglich ist und weiter untersucht werden sollte“, so die Mitteilung weiter.

Vorerst nur Erstimpfungen: Lauterbach plädiert für neue Impfstrategie

10.31 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädiert dafür, vorerst nur Erstimpfungen zu verabreichen. Würde man bis Ende Juni von den Biontech- und Moderna-Vakzinen nur noch die erste Dosis verimpfen, könnten bis dahin alle Impfwilligen in Deutschland abgedeckt werden – und aufgrund ihrer Wirksamkeit würden ab dann Todesfälle vermieden, teilte er auf Twitter mit.

Lauterbach beruft sich dabei auf eine Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC, die zeigt, dass der Biontech-Impfstoff zwei Wochen nach Erstimpfung in 80 Prozent der Fälle eine Ansteckung anderer verhindert. „Die Daten sprechen klar für eine neue Impfstrategie. Obwohl es nicht durch Zulassung abgedeckt ist, wäre es pragmatisch mutig die beste Strategie, mit BionTech und Moderna 12 Wochen fast nur Erstimpfungen zu machen.“

Vaxzevria: Astrazeneca-Impfstoff hat neuen Namen

10.26 Uhr: Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen Astrazeneca vermarktet seinen Coronavirus-Impfstoff in der EU künftig unter dem Namen Vaxzevria. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der neue Name sei von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigt worden.

Bislang ist das Präparat unter dem Namen Covid-19 Vaccine AstraZeneca bekannt. „Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant“, so die Mitteilung.

Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria werde in sechs Monaten erwartet, hieß es weiter. In anderen Märkten laufe derzeit noch eine Überprüfung. Der Impfstoff werde während der Pandemie weiterhin zum Selbstkostenpreis geliefert. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über den neuen Markennamen berichtet.

Lehrerverband: Astrazeneca-Entscheidung ist „katastrophal“

09.10 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband hält die Altersbeschränkung für Astrazeneca für einen „katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften“.

Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger fordert vor diesem Hintergrund eine schnelle Möglichkeit für unter 60-jährige Lehrkräfte, sich mit Biontech/Pfizer und demnächst mit Johnson & Johnson impfen zu lassen. „Wenn dieser Austausch nicht sofort stattfindet, wird es mit der Durchimpfung von Lehrkräften im April nichts mehr werden“, sagt Meidinger. Das gefährde dann auch massiv zusätzlich zu den steigenden Inzidenzen die Chancen, Schulen nach Ostern weiter offen zu halten. Momentan sind in den meisten Bundesländern Osterferien.

USA und Deutschland mit Abstand größte Impfstoff-Investoren

06.31 Uhr: Die USA und Deutschland sind bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen mit Abstand die größten Geldgeber. Die beiden Länder haben zusammen 3,7 Milliarden Dollar (3,16 Mrd Euro) zur Verfügung gestellt, wie aus einer Aufstellung des Zentrums für Globale Gesundheit am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf hervorgeht. Die USA investierten demnach fast 2,2 Milliarden Dollar, Deutschland 1,5 Milliarden Dollar aus der Staatskasse. Danach folgt mit großem Abstand Großbritannien, das auf 500 Millionen Dollar kommt. Insgesamt listet das Zentrum Investitionen von 5,9 Milliarden Dollar auf.

Nach dieser Aufstellung kamen zwar 98,12 Prozent der Forschungsgelder aus öffentlichen Quellen. Allerdings betont das Zentrum, dass in Bezug auf Investitionen von Pharmafirmen nicht genügend Informationen vorlägen. Deren Beitrag dürfte in der Aufstellung unterrepräsentiert sein, schreibt das Zentrum, ebenso wie Investitionen von Ländern, in denen eigene Impfstoffe entwickelt wurden oder werden.

Die größten Empfänger seien Unternehmen wie Moderna, Johnson & Johnson, Biontech/Pfizer, CureVac und die Universität von Oxford gewesen, die den Impfstoff von Astrazeneca mit entwickelt hat.

Das Genfer Zentrum verfolgt auch Herstellungs- und Kaufverträge. Die Datenlage sei aber noch komplizierter, hieß es. So lägen für 71 Prozent der Verträge keine Preise vor. Aus den Preisen, die veröffentlicht wurden, geht nach Angaben des Zentrums hervor, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer pro Dosis zwischen 6,75 und 23,50 Dollar kostet, das Moderna-Präparat zwischen 15 und 18 Dollar und das Mittel von Astrazeneca zwischen 2,50 und 8,00 Dollar. Der chinesische Impfstoff Sinopharm koste zwischen 18,55 und 35,72 Dollar pro Dosis.



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VeröffentlichtMärz 31, 2021 von admin in Kategorie "Impfstoff & Impfungen

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