Dezember 2 2020

Gastronomie und Hotels sollen bis 10. Januar geschlossen bleiben

Topmeldungen zur Corona-Pandemie vom 2. Dezember 2020

  • Bericht: Bund und Länder planen Schließung der Gastronomie bis zum 10. Januar (15.37 Uhr)
  • Sicherheitsdienst bewacht das Haus: 30 Mitglieder einer Großfamilie mit Corona infiziert (10.55 Uhr)
  • Noch vor USA und EU: Großbritannien erteilt Biontech-Impfstoff die Zulassung (08.06 Uhr)
  • Gesundheitsämter vor dem Kollaps (06.51 Uhr)
  • Trauriger Rekord: RKI meldet 487 Corona-Tote an einem Tag (06.18 Uhr)

Rund 170 Infizierte bei Tönnies – „Ernste Lage“ im Burgenlandkreis

16.29 Uhr: Beim Schlachtbetrieb Tönnies in Weißenfels sind derzeit 172 Mitarbeiter mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Zuvor habe es einen großangelegten Reihentest bei den Beschäftigten des Unternehmens gegeben, erklärte Ariane Körner vom Burgenlandkreis am Mittwoch. Der Landkreis habe daher Gespräche mit der Firma aufgenommen. Das Unternehmen wolle die Betroffenen nun in einer gesonderten Quarantäneeinrichtung unterbringen. Zudem soll es Ende der Woche erneute Tests geben.

Der Landkreis hoffe, dass so das Infektionsgeschehen eingedämmt werden könne. Das Werk soll jedoch weiter geöffnet bleiben. Am Tönnies-Standort in Weißenfels arbeiten nach Unternehmensangaben rund 2200 Mitarbeiter. Der Fleischkonzern hat in Weißenfels seinen zweitgrößten Standort im Bundesgebiet. Auch in Nordrhein-Westfalen arbeiten Menschen für das Unternehmen. Tönnies hatte sein Werk in Ostwestfalen in Nordrhein-Westfalen im Sommer wegen der Corona-Pandemie und einer Vielzahl von Infektionen bei den Arbeitern vorübergehend schließen müssen.

Nicht nur bei Tönnies ist die Lage angespannt: Im gesamten Burgenlandkreis habe es in den vergangenen sieben Tagen knapp 250 Infizierte pro 100 000 Einwohner gegeben, sagte Landrat Götz Ulrich. Vor einer Woche wurde noch eine Inzidenz von rund 130 gemeldet. Somit hätten sich die Zahlen fast verdoppelt. Es handle sich um eine «sehr ernste Lage». Besonders in Weißenfels spitze sich die Situation weiter zu. Daher müsse vorerst im Stadtgebiet im Freien eine Maske getragen werden.

Bericht: Bund und Länder planen Schließung der Gastronomie bis zum 10. Januar

15.37 Uhr: Laut eines Medienberichts planen Bund und Länder die Schließung von Gastronomie und Hotels bis zum 10. Januar zu verlängern. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Bisher gilt der Teillockdown nur bis zum 20. Dezember.

Zuvor hatte der Deutsche Städte- und Gemeindebund der Regierung noch eine Wiedereröffnung der Gaststätten im Januar mit einer abendlichen Sperrstunde vorgeschlagen. „Die Schließung von Gaststätten und Hotels über das Jahresende hinaus werden wir schon allein aus wirtschaftlichen Gründen nur schwer durchhalten können. Das wird für den Staat einfach zu teuer“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe).

Bestätigt: Landkreis Leipzig verschärft Corona-Regeln

15.20 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat nun auch der letzte Landkreis in Sachsen seine Regeln verschärft. Wie der Landkreis Leipzig am Mittwoch mitteilte, gilt von Donnerstag (3. Dezember) an eine Allgemeinverfügung, die unter anderem Ausgangsbeschränkungen vorsieht. Haus oder Wohnung darf dann nur mit triftigem Grund verlassen werden – etwa für Arbeit, Schule oder Sport. Masken müssen etwa auch in Fußgängerzonen und auf Spielplätzen getragen werden. Der Verkauf von alkoholischen Getränken außerhalb von Läden sowie der Konsum in der Öffentlichkeit sind verboten. Damit folgt der Kreis wie bereits alle anderen Landkreise den Vorgaben des Landes für Corona-Hotspots – und greift sogar etwas eher als notwendig zu den strengen Maßnahmen.

Auch Dresden, Leipzig und Chemnitz hatten zuletzt strengere Corona-Regeln angeordnet, wobei in Leipzig und Dresden noch keine Ausgangsbeschränkungen greifen. Sachsen gilt bundesweit als Corona-Hotspot.

WHO empfiehlt, Maske auch in der Wohnung zu tragen

13.50 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlungen zum Maskentragen als Schutz vor Coronavirus-Infektionen ausgeweitet. Neu empfiehlt sie, dass Menschen auch in der eigenen Wohnung bei Besuch von Außenstehenden Masken tragen sollen, wenn die Lüftung dort nicht gut ist oder nicht richtig beurteilt werden kann. Das gelte „unabhängig davon, ob ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann“, heißt es in den am Mittwoch aktualisierten Empfehlungen.

Masken sollten nicht am Arm oder Handgelenk getragen oder zum Kinn oder Hals hinuntergezogen werden, wenn sie gerade nicht über Mund und Nase sind, so die WHO. Sie sollten in sauberen wiederverwendbaren Plastiktüten aufbewahrt werden. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen neu alle dort Arbeitenden Masken tragen, also auch Reinigungs- und Küchenkräfte sowie Büroangestellte, nicht nur das Pflegepersonal.

Trotz der neuen Empfehlungen bleibt die WHO dabei, dass der Nutzen eines allgemeinen Maskentragens bei gesunden Menschen bislang nicht eindeutig nachgewiesen sei: „Zur Zeit gibt es nur begrenzte und widersprüchliche wissenschaftliche Nachweise über die Wirksamkeit des Maskentragens bei gesunden Menschen, um Infektionen mit Atemwegsviren, einschließlich Sars-CoV-2, zu verhindern.“

Nun führt auch Nürnbergs Nachbarstadt Ausgangsbeschränkungen ein

13.44 Uhr: Extrem hohe Corona-Fallzahlen im Großraum Nürnberg haben in mehreren Kreisen und kreisfreien Städten zu erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt. Nach der Stadt Nürnberg hat nun auch die südliche Nachbarstadt Schwabach Ausgangsbeschränkungen eingeführt. In Schwabach, wo die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 341,6 gestiegen war, sollen diese von Donnerstag an, 3. Dezember, gelten, teilte die Stadtverwaltung mit.

In Nürnberg lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch laut RKI bei 365 und damit noch klarer über der Schallgrenze von 300, von wo an die Kommunen zu erheblichen Einschränkungen über die Bestimmungen des Teil-Lockdowns hinaus aufgefordert sind. Unter anderem werden die Schüler der weiterführenden Schulen von Jahrgangsstufe 8 an aufwärts nur noch im Wechselunterricht unterrichtet.

In Schwabach forderte Oberbürgermeister Peter Reiß (SPD) die Bürger auf, jegliche Außenkontakte zu meiden, sich etwa auch nicht mehr in Grüppchen im Freien zu treffen. Das Haus dürfe – wie auch in Nürnberg – nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden. In der 40 000-Einwohner-Stadt Schwabach ist das erhöhte Infektionsgeschehen zu einem großen Teil einem Corona-Ausbruch in einem Altenheim zuzuordnen. Dort wurden 64 der 81 Bewohner positiv getestet.

Allein dieses Geschehen ist für einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz um etwa 150 verantwortlich. Auch in einer inzwischen geschlossenen Schule habe es mehrere Infektionsherde gegeben, sagte eine Sprecherin der Stadt. Darüber hinaus sei aber auch in diffuses Infektionsgeschehen feststellbar.Auch die Stadt Fürth, baulich mit Nürnberg eng verwoben, hat den Schulen empfohlen, auf Distanzunterricht umzustellen, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz von 158 dies noch nicht erfordert.

Österreich bremst Einreisen über Weihnachten mit Quarantänepflicht

13.27 Uhr: Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung am Mittwoch in Wien mit. Österreich setze auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien.

Der Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Westbalkan, hieß es. Alle Gaststätten und Hotels müssen bis zum 7. Januar geschlossen bleiben. Es werde wirtschaftliche Entschädigungen geben, sagte Kurz. Die Lifte in den Skigebieten dürfen ab dem 24. Dezember öffnen – und können somit im Wesentlichen von Einheimischen genutzt werden.

Zugleich dürfen nach dem Ende des aktuellen Lockdowns am 6. Dezember die Geschäfte und die Museen wieder öffnen. Auch die Pflichtschulen werden wieder geöffnet. Ausgangsbeschränkungen bestehen dann noch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr.

„Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung“, sagte Kurz. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sei bisher verhindert worden. Er rief die Bürger auf, sich an den bevorstehenden Massentests zu beteiligen. In Wien, Tirol und Vorarlberg können sich die Menschen ab Freitag testen lassen. Danach folgen weitere Bundesländer. Die Experten hoffen, dass sich mehrere Millionen Menschen beteiligen, um so die Infektionsketten zu unterbrechen.

In Österreich ist aufgrund des Lockdowns die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. Allerdings ist der Abwärtstrend weniger stark als erhofft. Am Mittwoch wurden 3972 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist dieser Wert um ein Mehrfaches höher als in Deutschland.

Kreis Leipzig verhängt offenbar Ausgangssperre

13.10 Uhr: Wie aus einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ hervorgeht, verhängt der Kreis Leipzig offenbar eine Ausgangssperre. Überraschend kommt der Schritt nicht: Sachsen verzeichnet derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen 7 Tagen je 100 000 Einwohner. In den meisten der 13 Regionen im Land gelten Ausgangsbeschränkungen. Haus oder Wohnung dürfen nur noch mit triftigem Grund verlassen werden. Zudem wurden die Maskenpflicht ausgeweitet und Alkoholverbote erlassen.

Biontech-Vertreter: Impfstoff-Zulassungen in EU, Kanada und Australien in Aussicht

12.47 Uhr: Auf einer Pressekonferenz haben Vertreter der Firma „Biontech“ über die Entwicklung ihres Corona-Impfstoffes gesprochen. Im April seien einige Stoffe in die erste Testphase gegangen, den vielversprechendsten Impf-Kandidaten habe man für einen umfangreichen Phase-2-Test angemeldet. Das Projekt hat Biontech „Lichtgeschwindigkeit“ getauft.

Wie Özlem Türeci aus dem Biontech-Vorstand berichtete, habe der Phase-3-Test nun die Endphase erreicht. Nicht nur in der EU, sondern auch Kanada und Australien seien Zulassungen in Aussicht. Bis Mitte Dezember würde man von der europäischen Zulassungsbehörde eine Entscheidung erwarten. Das Vakzin habe eine Wirksamkeit von 95 Prozent, betonte sie mit Blick auf eine Doppelblindstudie und erklärte weiter: „Es wurden keine ernsten Sicherheitsbedenken festgestellt.“ Ernste Probleme seien sehr selten aufgetreten, rund 98 Prozent der Teilnehmer seien auch zur zweiten Impfung angetreten.

Auch um den Vertrieb ging es bei der Pressekonferenz – dazu äußerte sich Shawn Marett. Man kooperiere unter anderem mit einem der größten chinesischen Pharmaunternehmen, um das Vakzin „möglichst schnell unter die Leute zu bringen“. Über 570 Millionen Dosen habe man bereits für 2020 und 2021 zugesagt, schilderte Marett.

Sicherheitsdienst bewacht das Haus: 30 Mitglieder einer Großfamilie mit Corona infiziert

10.55 Uhr: Seit rund acht Tagen bewacht ein Sicherheitsdienst ein Gebäude im niedersächsischen Rotenburg – das berichtet die „Bild“-Zeitung. Grund dafür soll eine aus dem Kosovo stammende Großfamilie sein, die aktuell unter Quarantäne steht. Insgesamt 30 Personen hätten sich dem „Bild“-Bericht zufolge mit dem Corona-Virus infiziert. Eine Frau, die aus der Familie stammt, sagte dem Blatt: „Wir haben alle Corona, nur wir Erwachsenen leiden, die Kinder sind wohlauf. Ich lag zehn Tage flach, mein Mann musste ins Krankenhaus.“

Herausgestellt hätten sich die Krankheitsfälle nach vom Gesundheitsamt verordneten Corona-Tests. Weil sich einige Familienmitglieder bei der Testung unkooperativ verhalten hätten, habe die Polizei einschreiten müssen. Ein Mann soll sogar versucht haben, aus dem Fenster zu springen und zu fliehen. Noch für mindestens vier weitere Tage soll die Großfamilie überwacht werden., heißt es im „Bild“-Bericht.

Großrazzia in NRW und Österreich wegen Verdachts auf Corona-Betrug

08.48 Uhr: Staatsanwaltschaft, Polizei und Zoll haben in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen und in Österreich wegen Verdachts auf Corona-Soforthilfebetrugs Durchsuchungen gestartet. Am Mittwochmorgen liefen die Aktionen mit rund 100 Beamten in Köln, Bergheim, Pulheim, Krefeld und Essen an, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Es gehe auch um Verdacht auf Steuerhinterziehung. Privatwohnungen und eine Firmenhalle wurden durchsucht. Zudem seien Ermittler in Österreich im Einsatz und unterstützten die deutschen Behörden.

Noch vor USA und EU: Großbritannien erteilt Biontech-Impfstoff die Zulassung

08.06 Uhr: Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat nach Angaben des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Das teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Damit bekommen die Briten früher grünes Licht für einen Corona-Impfstoff als die EU und die USA. Wie „Sky News“ berichtet, soll das Vakzin bereits in der kommenden Woche verfügbar sein.

„Überstehe Wochenenden nur mit starkem Medikament“: Bayerische Gesundheitsämter überlastet

06.51 Uhr: Die meisten bayerischen Gesundheitsämter sind überlastet und überfordert – das ergab eine Untersuchung, die der „Bayerische Rundfunk“ durchgeführt hat. BR-Reporter befragten dazu alle 76 staatlichen und kommunalen bayerischen Gesundheitsämter, wie aus einem Bericht des Senders hervorgeht. Die Überlastung illustriert der „BR“ mit einigen Beispielen. So werde in Straubing „so lange gearbeitet, wie dies aufgrund der Lage nötig ist“, in Garmisch sei die Rede von „Zehn- bis Zwölf-Stunden-Tagen“.

Eine Mitarbeiterin des Bamberger Gesundheitsamts sagte dem Sender: „Wir funktionieren hier eigentlich nur. Wir arbeiten eins nach dem anderen ab und teilweise ist man auch am Limit.“ Ähnlich dramatisch beschrieb ein Hygienekontrolleur den Reportern die Situation. Er erklärte: „Mittlerweile überstehe ich die Wochenenden nur noch mit einem starken Medikament und Psychotherapie.“

Und auch an anderen Stellen gebe es Probleme, heißt es in dem Bericht weiter. So sei die zeitnahe Rückverfolgung von Personen, die Kontakt zu Corona-Infizierten hatten, immer schwieriger. Teilweise könnten die Gesundheitsämter diese nur noch mit einem Rückstand von rund fünf Tagen ermitteln. Auch würden andere Aufgaben wie etwa Schuleingangsuntersuchungen und Hygieneüberwachungen kaum noch durchgeführt. Hilfskräfte wie Polizisten oder Bundeswehrsoldaten, die die Gesundheitsämter zeitweise unterstützen, würden zudem häufig nach kurzer Zeit wieder abgezogen. Das resultiere laut „BR“ in einer Einarbeitungsschleife neuer Hilfkräfte.

Erst Dank, dann Molotowcocktails: RKI-Chef Wieler „bedrückt“

06.40 Uhr: Die Corona-Pandemie hat aus Sicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) zu großer Solidarität, zunehmend aber auch zu bedenklichen Entwicklungen geführt. Noch zu Ostern habe sein Institut von einem Hotel 150 kleine Osterlämmer für die Mitarbeiter geschenkt bekommen, vor einigen Wochen seien dann Molotowcocktails gegen ein RKI-Gebäude geworfen worden, sagte Präsident Lothar Wieler am Dienstagabend in einer Videoschalte bei einer Kongresseröffnung. „Das bedrückt mich sehr.“ Das Institut mache ja die gleiche Arbeit wie zuvor. Prinzipiell sei er aber der Ansicht, dass die Gesellschaft Zusammenhalt und Stärke gezeigt habe, sagte Wieler auf eine Frage zu Veränderungen durch Corona. Nach dem Angriff auf das Gebäude Ende Oktober hatte der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Wieler sagte, seiner Ansicht nach habe die Krise auch zu einer Erdung vieler Menschen geführt, er hoffe auf nachlassenden „Konsumwahnsinn“. „Ich hoffe, dass diese Krise uns den Blick geöffnet hat auch für nachhaltige Lösungen in der Klimaproblematik. Wenn wir sehen, was wir alles plötzlich möglich gemacht haben (…) unter dieser Herausforderung, dann weiß ich, dass wir auch andere Sachen wuppen können“, sagte Wieler. Auch sein eigenes Leben sei eintönig geworden und von Videokonferenzen dominiert, obwohl er als Rheinländer das Feiern und soziale Kontakte liebe, berichtete der Mikrobiologe und Tiermediziner. Er sei aber vernunftgetrieben und halte durch.

Mit einer Rede bei der Eröffnung des 20. Kongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) richtete sich Wieler an das Fachpublikum: „Wir haben schon viel geschafft. Bitte halten Sie weiter durch, bis im nächsten Jahr die Impfungen das Geschehen kontrollierbar machen.“ Es bedrücke ihn, dass es in Deutschland nicht gelungen sei, „diese große Zahl von Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern zu verhindern“. Er schloss mit einem Verweis auf Loriot, der einmal gesagt habe: „In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten nach Schuldigen.“

Trauriger Rekord: RKI meldet fast 500 Corona-Tote an einem Tag

Mittwoch, 2. Dezember, 06.18 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 17 270 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 1400 weniger als in der Vorwoche, in der am Mittwoch 18.633 neue Fälle hinzukamen.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17.123. Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1 084 743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 02.12, 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 779.500 Menschen inzwischen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,89 (Vortag: 0,91). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.



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VeröffentlichtDezember 2, 2020 von admin in Kategorie "Corona-Pandemie", "NRW

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