Habeck erfuhr von Kriegsbeginn schon am Vorabend

Habeck erfuhr von Kriegsbeginn schon am Vorabend

22. Februar 2023 Aus Von mvp-web
Am Freitag jährt sich der Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine. Eine Verhandlungsbereitschaft scheint derzeit nicht in Sicht zu sein und ein Ende des Krieges nicht absehbar. Deutsche Politiker und Sicherheitsexperten erzählen dem «Stern» (Abo), wie sie den Kriegsbeginn erlebten.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) ist schon am Vorabend des russischen Überfalls auf die Ukraine von der US-Botschaft in Berlin über die unmittelbar bevorstehende Invasion informiert worden.

  • Hintergrund: Wie die deutsche Politik die Wochen vor dem Kriegsbeginn erlebte (Süddeutsche Zeitung)

«Heute Nacht wird es passieren»

Am frühen Abend habe er im Ministerium Besuch aus der US-Botschaft bekommen, sagte der Grünen-Politiker dem «Stern» (Abo). «Ich bekam ein Dossier, aus dem hervorging: Heute Nacht wird es passieren. Die Blutkonserven werden aufgetaut, die Raketenwerfer beladen, die Fahrzeuge sind markiert, und die Truppen bewegen sich eindeutig auf die Grenze zu. Es war klar: Der Krieg steht bevor, er wird bittere Realität.»

  • Hintergrund: Wie und wann endet der Ukraine-Krieg?

Russische Truppen waren vor einem Jahr, am Morgen des 24. Februar, auf Befehl des Präsidenten Wladimir Putin in das Nachbarland einmarschiert.

  • Hintergrund: Wie die Bundesregierung auf den Kriegsbeginn reagierte (Süddeutsche Zeitung)

Baerbock: «Bitte nicht»

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) kann sich nach eigenen Worten noch genau an den Morgen erinnern: «Es dauerte einen Moment, bis ich das Vibrieren des Telefons als echt eingeordnet hatte.

  • Hintergrund: Wie ein Satz von Baerbock zum Ukraine-Krieg für Aufregung sorgte (taz)

Um 4.51 Uhr wurden erste Explosionen in Kiew gemeldet. Um 4.59 Uhr war meine Büroleiterin am Telefon. Ich sagte: bitte nicht», erzählt Baerbock in der Dokumentation des «Stern» (Abo). Dass der Krieg beginnen könne, sei immer klar gewesen. «Aber wenn es passiert, stockt einem trotzdem erstmal der Atem.» dpa/gut