„Hammerskins“-Verbot: Waffenfund bei Durchsuchungen in MV

„Hammerskins“-Verbot: Waffenfund bei Durchsuchungen in MV

19. September 2023 0 Von MVP-WEB Team
Stand: 19.09.2023 13:35 Uhr

Nach dem Verbot des rechtsextremen Vereins „Hammerskins Deutschland“ sind in ganz Deutschland Razzien angelaufen. In Mecklenburg-Vorpommern geht es um Objekte auf Usedom, in Anklam und Jamel im Kreis Nordwestmecklenburg. Es wurden Waffen beschlagnahmt.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat den rechtsextremistischen Verein „Hammerskins Deutschland“ verboten. Seit dem frühen Dienstagmorgen würden die Wohnungen von 28 Vereinsmitgliedern in zehn Bundesländern durchsucht, teilte das Innenministerium in Berlin mit. Durchsuchungen habe es in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen gegeben. Laut Faeser sind Bundesweit ca. 700 Kräfte bei den Durchsuchungen im Einsatz, davon 135 in Mecklenburg-Vorpommern. „Die heutigen Maßnahmen schwächen die Szene und haben eine starke Signalkraft“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD).

Waffen und Geld bei Neonazis beschlagnahmt

In Jamel in der Nähe von Wismar geht es um Sven Krüger, der als Neonazi in der Region bekannt ist. Krüger ist auch Gemeindevertreter in Gägelow. Fast 60 SEK-Beamte suchen seit 6 Uhr in seinen Häusern nach „Hammerskins“-Devotionalien und außerdem sollten sie Vereinsvermögen beschlagnahmen. Nach Angaben des Schweriner Innenministeriums, musste nach dem Fund von Waffen der Munitionsbergungsdienst zum Einsatz kommen. Auch das sogenannte Thinghaus, Szene-Treffpunkt in Grevesmühlen, wurde durchsucht – hier sei nichts gefunden worden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entdeckten die Beamten bei einem führenden Mitglied der „Hammerskins“ eine Granate. Außerdem habe man bei der bundesweiten Razzia eine Armbrust und mehrere Dolche gefunden.

Polizeisprecher: „Personen und Strukturen werden durchleuchtet“

Mit dem Verbot ergeben sich folgerichtig Verbotsmaßnahmen, die sich auch hier vor Ort in der Ortslage Jamel vollziehen. Hier vor Ort gibt es Personen, die dieser Gruppierung der „Hammerskins“ zuzuordnen sind. Das ist das, was wir versuchen hier gerade aufzuklären. Da gibt es Verantwortliche und mit diesen Verantwortlichen sind wir gerade im Gespräch. Weitere Zwangsmaßnahmen sind erforderlich, um zu gucken, gibt es Hinweise auf Strukturen? Wie sieht es aus mit dem Verein insgesamt? Ich gehe derzeit davon aus, dass wir mehrere Liegenschaften hier in der Ortslage durchsuchen werden. Polizeisprecher Daniel Schmidt am Dienstagmorgen

Gewaltbereite Rechtsextremisten

Im Fokus der Durchsuchungen stehen mutmaßliche Führungspersonen der jetzt verbotenen „Hammerskins“. Die „Hammerskins“ werden dem „gewaltorientierten“ rechtsextremen Spektrum zugeordnet, sollen gut vernetzt sein und bundesweit etwa 120 Mitglieder haben. Die Gruppe war bisher vor allem in der Neonazi-Musikszene vernetzt. Unter anderem organisierte die Gruppe regelmäßig geheime Konzerte. Die Polizei hatte bei früheren Durchsuchungen schon CDs mit mutmaßlich volksverhetzenden Songs und Bekleidungsstücken sichergestellt. Das Bundesinnenministerium geht davon aus, dass bei den „Hammerskin“-Konzerten Nicht-Mitglieder mit rechtsextremistischem Gedankengut ideologisiert werden sollen. Der Verein richte sich unter anderem gegen die verfassungsmäßige Ordnung, heißt es zur Begründung des Verbots. Neben dem rechtsextremistischen Verein „Hammerskins Deutschland“, wurden auch die regionalen Ableger und Unterstützer-Club „Crew 38“ vom Bundesinnenministerium verboten.