Impfbereitschaft nimmt zu

26. Januar 2021 Aus Von mvp-web

Stand: 26.01.2021 03:56 Uhr

Eine große Mehrheit der Deutschen will sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Vor allem bei den unter 65-Jährigen ist die Impfbereitschaft gestiegen, wie aus dem ARD-DeutschlandTrend hervorgeht.

Von Ellen Ehni,

WDR

Seit zehn Tagen werden die ersten Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft. Auch wenn viele Bürgerinnen und Bürger ohnehin noch auf eine Impfung warten müssen, hat die Bereitschaft zugenommen, diesen Schritt tatsächlich auch selbst vorzunehmen. Im ARD-DeutschlandTrend gibt aktuell eine Mehrheit von 54 Prozent an, sich auf jeden Fall gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen. Das sind 17 Prozentpunkte mehr als im November 2020. Weitere 21 Prozent sagen, dass sie sich wahrscheinlich impfen lassen werden (-13).

Bereitschaft zur Impfung gegen Corona? |

Die Impfbereitschaft ist in allen Altersgruppen gewachsen, insbesondere aber bei den unter 65-Jährigen und damit bei den Personen, die einer Impfung bislang eher zurückhaltend gegenüberstanden. Nach wie vor stehen die Älteren einer Impfung aber deutlich positiver gegenüber als die Jüngeren.

Ein gutes Drittel (36 Prozent) der Befragten bezeichnet das Tempo der begonnenen Corona-Impfungen als angemessen, aber jeder Zweite (52 Prozent) empfindet es als zu langsam. Nur wenigen (acht Prozent) geht es zu schnell.

Impftempo in Deutschland |

Von den Deutschen, die sich auf jeden Fall gegen Corona impfen lassen wollen, finden sogar 63 Prozent, dass es nicht schnell genug geht.

Mehrheit befürwortet europäische Impfstoff-Beschaffung

Bei der Beschaffung des Impfstoffes hatten die EU-Länder verabredet, dass nicht jedes Land für sich die Verhandlungen mit den Impfstoffherstellern führt, sondern alle Länder gemeinsam bestellen. Dieses Vorgehen halten 70 Prozent der Befragten für richtig, 26 Prozent halten es für falsch. Im Übrigen wird das Verfahren auch bei denjenigen unterstützt, denen es beim Impfen zu langsam vorangeht: Von ihnen sind 63 Prozent mit dem gemeinsamen europäischen Verfahren einverstanden. Diese Unterstützung findet eine Mehrheit bei allen Parteianhängern mit Ausnahme der AfD.

Was halten Sie von der EU-Impfstrategie? |

In den vergangenen Wochen wurde auch darüber diskutiert, ob es für bereits Geimpfte Sonderrechte geben sollte, zum Beispiel bei Urlaubsreisen oder für den Restaurantbesuch. Die Deutschen halten davon aktuell aber wenig: Etwa drei Viertel (73 Prozent) sprechen sich dagegen, ein knappes Viertel (23 Prozent) dafür aus. Die Ablehnung überwiegt in allen Bevölkerungsgruppen, sie eint zudem Impfbereite und Impfabgeneigte.

Sonderrechte für Corona-Geimpfte? |

Großer Rückhalt für Fortführung des Lockdowns

Mitte Dezember wurde nach dem Frühjahr erneut beschlossen, weite Teile des gesellschaftlichen Lebens herunterzufahren. Über den Jahreswechsel ist die Zahl derjenigen, die diese Auflagen als angemessen betrachten, von 69 Prozent Mitte Dezember auf 53 Prozent Anfang der Woche gesunken. Im Gegenzug hat die Unterstützung für strengere Corona-Maßnahmen zwischen den Jahren aber zugelegt: Mitte Dezember hatten 16 Prozent die geltenden Maßnahmen als nicht weitgehend genug empfungen, Anfang Januar sagten nun 30 Prozent, die geltenden Maßnahmen gingen nicht weit genug. Die Zahl derer, die die Einschränkungen als zu weitgehend empfinden, ist dagegen über den Jahreswechsel mit 17 Prozent (+3) fast gleichgeblieben.

Corona-Maßnahmen vom Dezember |

Die Befragung fand am 4. und 5. Januar statt – also zu einem Zeitpunkt, als klar war, dass der Lockdown verlängert würde, aber die konkreten, verschärften Maßnahmen noch nicht feststanden. Vor diesem neuen Beschluss von Bund und Ländern sprachen sich 47 Prozent der Befragten dafür aus, die bestehenden Maßnahmen auf jeden Fall beizubehalten. Ein knappes Drittel (32 Prozent) favorisierte zu Wochenbeginn strengere Corona-Maßnahmen. Auf eine Lockerung des Lockdowns zum 10. Januar bestand dagegen zu Wochenbeginn nur jeder Sechste (18 Prozent).

Corona-Maßnahmen nach dem 10. Januar |

Hälfte erwartet Rückkehr zur Normalität noch dieses Jahr

Von Normalität kann in Deutschland aktuell sicherlich keine Rede sein. Aber die Hälfte der Befragten (50 Prozent) ist optimistisch, dass man spätestens bis zum Ende des Jahres ohne jegliche Corona-Einschränkungen auskommen wird, wobei die meisten mit einer Normalisierung erst zum Herbst oder zum Jahresende (31 Prozent) rechnen. Vier von zehn (41 Prozent) sind weniger optimistisch. Sie gehen von einer Normalisierung frühestens im kommenden Jahr (33 Prozent) oder erst in den nachfolgenden Jahren (acht Prozent) aus.