Weiterhin knapp 1000 Tote täglich: In Deutschland steigt die Fallsterblichkeitsrate

3. Februar 2021 Aus Von mvp-web
15:21:49
Alle wichtigen Zahlen, Daten und Fakten zur Covid-19-Pandemie: FOCUS Online gibt Ihnen den Durchblick im Informationsdschungel rund um das Coronavirus und den Impfstart in Deutschland.

In Deutschland steigt die Fallsterblichkeit. Sie gibt an, wie viele Infizierte in der Regel im Zusammenhang mit Covid-19 sterben. Bundesweit lag sie während der gesamten Pandemie generell auf einem eher niedrigen Niveau, seit einigen Wochen steigt ihre Kurve jedoch merklich an. Und das, obwohl sich die Situation generell zu entspannen scheint.

Täglich gemeldete Sterbefälle weiter auf hohem Niveau

Während beinahe alle Zahlen sinken, bewegen sich die täglich neu gemeldeten Sterbefälle weiter auf einem konstant hohen Niveau. Durchschnittlich meldete das RKI in den vergangenen sieben Tagen 712 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 täglich. Am 14. Januar erreichte diese Zahl mit 896 (eigene Berechnungen) ihren Höhepunkt.

Die täglich gemeldeten Sterbefälle im Zusammenhang mit Covid-19 befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau - trotz sinkender Infektionszahlen.

RKI/FOL/Datawrapper Die täglich gemeldeten Sterbefälle im Zusammenhang mit Covid-19 befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau – trotz sinkender Infektionszahlen.

Neuinfektionen gehen zurück

Gleichzeitig ist der 7-Tage-Durchschnitt bei den Neuinfektionen kontinuierlich zurückgegangen. Er erreichte seinen Höhepunkt am 22. Dezember 2020 mit durchschnittlich 25.524 neuen Fällen täglich. Am Mittwochmorgen liegt der Mittelwert bei 10.930 Fällen – also bei deutlich weniger als der Hälfte.

Der 7-Tage-Schnitt der täglich gemeldeten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 sinkt seit etwa Mitte Januar deutlich ab.

RKI/FOL/Datawrapper Der 7-Tage-Schnitt der täglich gemeldeten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 sinkt seit etwa Mitte Januar deutlich ab.

In den meisten Ländern sinkt die Fallsterblichkeit – in Deutschland steigt sie wieder

Das Zusammenspiel dieser beider Kurven ergibt die sogenannte Fallsterblichkeitsrate. Sie erreichte ihren Höhepunkt während der gesamten Pandemie in Deutschland im Juni, als sie 4,7 Prozent betrug. Generell lag sie laut „Our World in Data“ hierzulande lange auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, sank letztlich zu Beginn der zweiten Welle sogar leicht ab.

In den meisten Ländern sinkt die Fallsterblichkeitsrate oder befindet sich auf einem konstanten Niveau, in Deutschland steigt sie derzeit an.

Our World in Data In den meisten Ländern sinkt die Fallsterblichkeitsrate oder befindet sich auf einem konstanten Niveau, in Deutschland steigt sie derzeit an.

Doch seit Mitte November steigt die Kurve merklich an und zeichnet somit einen gänzlich anderen Trend als die Raten anderer Länder, die als noch stärker von der Pandemie betroffen gelten als Deutschland. So steigen beispielsweise in Spanien aktuell die Fallzahlen wieder, aber die Anzahl der neuen Todesfälle sinkt. Auch in den USA und Italien sind die täglich gemeldeten Neuinfektionen weiterhin hoch, aber die Sterbefälle sind im Verlauf der vergangenen Wochen gesunken.

In anderen Ländern sind die täglich gemeldeten Neuinfektionen nach wie vor höher als in Deutschland - anteilmäßig sterben dort aber weniger Infizierte als hier.

Our World in Data In anderen Ländern sind die täglich gemeldeten Neuinfektionen nach wie vor höher als in Deutschland – anteilmäßig sterben dort aber weniger Infizierte als hier.

Die aktuellen Fallsterblichkeitsraten laut „Our World in Data“ im Vergleich:

  • Deutschland: 2,6 Prozent (gestiegen von 1,5 Prozent am 29. November)
  • Italien: 3,5 Prozent (gesunken von mehr als 14 Prozent im August)
  • Großbritannien: 2,8 Prozent (gesunken von mehr als 14 Prozent im Juli)
  • Frankreich: 2,4 Prozent
  • Spanien: 2,1 Prozent
  • USA: 1,7 Prozent

Mittwoch, 3. Februar 2021: Die Corona-Trends für Deutschland

  • Neuinfektionen: 9705; Gesamt: 2237790
  • Neue Todesfälle: 975; Gesamt: 58956

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Mittwochmorgen 9705 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 und 975 Todesfälle im Zusammenhang mit der dadurch ausgelösten Krankheit Covid-19. Als genesen gelten derzeit 1.973.200 Menschen, aktive Fälle gibt es laut RKI noch 206.100.

Das RKI meldet am Mittwochmorgen 975 Sterbefälle im Zusammenhang mit Covid-19 aus den vergangenen 24 Stunden.

RKI/FOL/Datawrapper Das RKI meldet am Mittwochmorgen 975 Sterbefälle im Zusammenhang mit Covid-19 aus den vergangenen 24 Stunden.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt inzwischen bei 82,9 Fällen pro 100.000 Einwohner – sie ist im Vergleich zum Dienstag (90,0) noch einmal deutlich gefallen. Ebenso gefallen sind die beiden R-Werte: So liegt das 4-Tage-R laut dem RKI-Lagebericht von Dienstagabend ebenso wie das 7-Tage-R bei 0,85. Der R-Wert gibt an, wie viele weitere Personen ein Infizierter in der Regel ansteckt.

Die Anzahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen ist weiter gesunken.

Intensivregister Die Anzahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen ist weiter gesunken.
Das Divi Intensivregister meldet am Mittwoch 4204 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. Das sind 56 weniger als am Vortag (4260). Insgesamt sind aktuell 20.916 von 24.300 betreibbaren Intensivbetten belegt. Das entspricht einer Auslastung von 86 Prozent. 10.340 weitere Betten stehen als Notfallreserve bereit und können binnen sieben Tagen in Betrieb genommen werden.Laut RKI wurden inzwischen 2.713.210 Impfdosen verteilt. 2.033.561 davon waren Erstimpfungen, 679.649 Menschen sind bereits vollständig immunisiert. 105.677 Impfdosen wurden allein am Dienstag verabreicht, etwa zwei Drittel davon gingen an Zweitimpfer.Die Impfquote variiert teilweise stark zwischen den einzelnen Bundesländern. Am höchsten ist sie nach wie vor in Mecklenburg-Vorpommern.

RKI Die Impfquote variiert teilweise stark zwischen den einzelnen Bundesländern. Am höchsten ist sie nach wie vor in Mecklenburg-Vorpommern.

Die meisten Impfungen gab es nach wie vor in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Impfquote bei 3,6 Prozent der Bevölkerung liegt. Schlusslicht bildet Niedersachsen mit einer Impfquote von 2,0 Prozent.