Juni 18 2021

Drei Badetote an einem Tag in Mecklenburg-Vorpommerns Gewässern

Stand: 18.06.2021 11:24 Uhr

Drei Menschen sterben beim Baden – an nur einem Tag: in Göhren, in Lubmin und in Schwerin. Rettungskräfte konnten nicht mehr helfen.

In Göhren ist gestern Nachmittag ein 43-jähriger Mann beim Schwimmen nahe der Göhrener Seebrücke verunglückt. Sofort wurde eine große Suche mit Rettungsschwimmern und mehreren Booten eingeleitet – auch drei Hubschrauber kamen zum Einsatz. Eine der Helikopterbesatzungen entdeckte etwas im zwei Meter tiefen Wasser. An dieser Stelle konnten Taucher später den leblosen Vermissten bergen. Der Notarzt konnte den 43-jährigen Mann aus Schwerin nicht mehr retten.

Wiederbelebungsmaßnahmen ohne Erfolg

In Lubmin starb am Nachmittag eine 71-jährige Frau ebenfalls beim Baden. Vom Strand aus hatte ihr Mann bemerkt, dass sie leblos im Wasser trieb. Er zog sie mit der Hilfe von anderen Strandbesuchern heraus. Doch auch in diesem Fall blieben Reanimationsversuche ohne Erfolg. Die Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Mit vier Booten auf der Suche nach 20-Jährigem

Auch am beliebten Schweriner Strand in Zippendorf hat sich ein Badeunfall ereignet. Nach Polizeiangaben hatte sich der Mitte 20-Jährige in einer Gruppe junger Männer zum Strand begeben und war anschließend ins Wasser gegangen. Als er nach einer guten halben Stunde nicht zurückkam, alarmierten seine Freunde die Rettungskräfte. Die Feuerwehr war mit vier Booten auf dem Wasser unterwegs und wurde nach intensiver Suche tatsächlich fündig: In einer Wassertiefe von fünf Metern wurde der leblose Mann entdeckt. Zur selben Zeit konnte an anderer Stelle im See ein weiterer Mann aus dem Wasser gerettet werden. Nach Polizeiangaben stehen beide Fälle nicht in Zusammenhang.

Rettungsschwimmer weist auf Baderegeln hin

Axel Voigt von der DRK-Wasserwacht in Lubmin ist der Wachleiter auf dem Rettungsturm in Lubmin. Er warnt eindringlich vor Selbstüberschätzung. Die Regeln:

  • Kenne Dein Badegebiet, kenne dich selbst und niemals überhitzt oder mit vollen Magen ins Wasser gehen.
  • Unbekannte Gewässer bergen immer Gefahren. Deshalb nie übermütig in ein unbekanntes Gewässer springen.
  • Ausschau halten nach Gefahrenquellen wie Brücken, Buhnen und Bootsverkehr. Unbedingt mit den Strömungsverhältnissen vertraut machen.
  • Dazu kommt, dass man sich nicht selbst überschätzen sollte. Wer kein guter Schwimmer ist, der meidet unbekannte und unsichere Gewässer. Wellen und Wasserbewegungen sind unberechenbar und nicht zu unterschätzen.
  • An heißen Tagen: nicht einfach ins kalte Nass springen, dies kann zu Unterkühlung und Krämpfen kann. Also langsam ins Wasser gehen und den Körper ans kalte Wasser gewöhnen. Dazu viel trinken. Sobald man friert, raus aus dem Wasser.

Besonders auf kleine Kinder achten

Grundsätzlich gilt: Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen. Das Seepferdchenabzeichen heißt nicht, dass Kinder die offenen Gewässer beherrschen. Auch wenn Rettungsschwimmern vor Ort sind, bleibt die Aufsichtspflicht bei den Eltern. Diese sollten die Baderegeln klar mit den Kindern absprechen und beim ersten Badeversuch des Tages gemeinsam ins Wasser gehen. Ganz wichtig: Eincremen und über die heißen Mittagsstunden, die Kinder vor der direkten Sonne schützen und in den Schatten holen.

Kinder ertrinken „stumm“

Das Problem bei Kindern ist, wenn diese in Not geraten, ist das nicht immer leicht zu erkennen. Kinder ertrinken „leise“, dass heißt sie rufen selten um Hilfe und auch das panische Schlagen mit den Armen bleibt aus. Das hat mit dem Körperschwerpunkt zu tun. Der Kopf geht für gewöhnlich zuerst unter Wasser und der Unterkörper schwimmt oben auf. Selbst Rettungsschwimmer müssen hier genauer hinschauen.

Wie kann ich den Rettern helfen?

In diesem Zusammenhang wichtig: Ob Kind oder Erwachsener. Wer einen Menschen entdeckt, der Hilfe benötigt, sollte laut um Hilfe rufen. Personen gezielt ansprechen Rettungsschwimmer zu alarmieren oder den Notruf zu wählen. Dabei gilt es den Eigenschutz nicht zu vergessen. Axel Voigt erklärt, „Wer sich nicht traut einen Ertrinkenden zu retten, bleibt an Land beobachtet die hilfesuchende Person genau. Diese am besten nicht aus den Augen zu lassen.“ Den eintreffenden Rettungsgeräten einweisen und den Ertrinkenden zeigen, gerne beim Tragen von Ausrüstung helfen und ihnen dann aber ungestört die Rettungsarbeit überlassen.

Im August lag die Zahl laut DLRG besonders hoch. Corona-bedingt hätten viele Urlaub an Binnengewässern und Küste gemacht.

2019 starben 21 Menschen in Mecklenburg-Vorpommerns Gewässern

Es ist nicht der erste Badetote in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr: Bereits am 8. Juni war ein 72-Jähriger ertrunken – ebenfalls am Zippendorfer Strand. Am selben Tag war zudem eine 77-Jährige im Ostseebad Boltenhagen ums Leben gekommen. 2020 starben nachDLRG-Angaben in Mecklenburg insgesamt 21 Menschen in Mecklenburg-Vorpommerns Binnengewässern sowie in der Ostsee – sechs weniger als im Jahr 2019.



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VeröffentlichtJuni 18, 2021 von admin in Kategorie "Urlaub an der Ostsee

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